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Für die Zukunft planen: barrierearm bauen!



Der demografische Wandel stellt uns vor neue Herausforderungen. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung wird weiter zunehmen. Die meisten Älteren möchten so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen und wirtschaften. Das geht, vorausgesetzt, die Barrieren in Haus oder Wohnung werden rechtzeitig abgebaut. Barrierefreiheit heißt aber nicht einfach Verzicht auf Stufen und Schwellen! Schließlich sitzt nicht jeder im Rollstuhl. Die Handicaps sind vielfältiger: Sehprobleme, Rheuma, Arthrose, Parkinson, Osteoporose plagen Millionen. Viele Betroffene benötigen im Alltag hilfreiche Technik. Wichtig ist immer, die eigene Wohnung an die eigenen Probleme anzupassen.

Barrierearmes Bauen ist aber auch eine Aufgabe für Jüngere. Einmal, weil zum Beispiel Treppen und schmale Türen auch Jüngeren das Leben erschweren, zum anderen, weil eine barrierearme Immobilie ein Leben langgenutzt werden kann und dabei ihren Wert behält. Hinzu kommt noch: Gut geplant ist das barrierearmes Haus nicht einmal teurer als ein konventionelles.

Bereits 2003, im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen, hatte sich der VPB mit einem Symposium und der Erstauflage eines bis dahin einmaligen Bauherren-Leitfaden "Vorbauen und umbauen: barrierearm und altersgerecht" an die Öffentlichkeit gewandt und versucht seither, Bauherren, Architekten, Bauträger, Anbieter von Schlüsselfertighäusern und Politiker für den Gedanken zu gewinnen, sich für barrierearme Häuser einzusetzen. Die langjährigen Bemühungen des VPB hatten Erfolg: Seit April 2009 fördert die bundeseigene KfW-Bank den altersgerechten Umbau von Bestandsimmobilien bei Modernisierung und Instandsetzung. Dazu zählen beispielsweise Veränderungen des Wohnungszuschnitts, Verbesserungen der Sanitärinstallationen oder die Nachrüstung von Aufzügen.


Neubauten gleich ohne Barrieren planen

Aber nicht nur bestehende Wohnungen müssen den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechend angepasst werden, sondern auch Neubauten sollten von Anfang an barrierearm projektiert werden. Nach den Prognosen der Statistiker wird der Anteil älterer Menschen über 60 Jahre im Jahre 2030 bei 36 Prozent liegen. Das betrifft die Generation der heutigen Bauherren! Junge Familien, die neu bauen, können bereits in der Planung viele Erleichterungen vorsehen, die im Alter oder im Falle einer Behinderung das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern und weiterhin ermöglichen. Breite Türöffnungen, ausreichend Bewegungsflächen vor allen Türen, große Bäder, stufenlose Eingänge sollten in jedem Rohbau eine Überlegung wert sein. Frühzeitig eingeplant, erhöhen sie nicht einmal die Baukosten.


Bauen mit 50+

Private Bauherren, die nur für sich und ihre Familie bauen, müssen sich nicht nach den in öffentlichen Bauten vorgeschriebenen Normen richten, sie sind aber auf Eigeninitiative angewiesen. VPB-Berater unterstützen sie beim Bau des barrierearmen Hauses. Neu bauen heute aber nicht nur junge Familien, sondern zunehmend auch Menschen jenseits der 50, die sich nach dem Auszug der Kinder ganz bewusst noch einmal eine Immobilie suchen oder sogar bauen, in der sie mit allem Komfort alt werden können.


Was bietet die Seniorenwohnung?

Eine Alternative zum Wohnen im Eigenheim ist der Alterssitz auf der Etage. Auch hier suchen junge Senioren gezielt alterstaugliche Eigentumswohnungen. Weil nicht jede als "Seniorenwohnung" beworbene Schlüsselfertigimmobilie tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen entspricht, müssen sie sich über ihre Wünsche klar werden und selbst entscheiden, was sie wirklich brauchen. Das ist nicht immer ganz einfach, zumal, wenn es um gebrauchte Immobilien geht, die erst für die eigenen Ansprüche umgebaut werden müssen. Im Neu- wie im Altbau lauern versteckte Kosten und Nachrüstpflichten, die schnell das vorgesehene Budget sprengen. Erfahrene VPB-Sachverständige beraten und helfen beim Wohnungs- oder Hauskauf, beim barrierearmen Neubau und bei der Anpassung der eigenen Bestandsimmobilie an altersgerechte Wohnbedingungen.


Neubau beginnt mit der Standortanalyse

Wer heute neu baut und im eigenen Haus alt werden möchte, der sollte bereits bei der Planung möglichst alle Barrieren vermeiden. Das beginnt bei der Auswahl des Wohnorts und des Grundstücks. Während es für berufstätige Jüngere zum Alltag gehört, täglich viele Kilometer mit Auto, Bus, Bahn oder sogar dem Rad zurückzulegen, wird jegliches Fahren im Alter immer beschwerlicher. Wer will schon wegen jedem Einkauf oder Arztbesuch in die nächste Stadt fahren müssen, vielleicht noch im Winter spätnachmittags im Dunkeln, nur um dort dann mühsam nach einem engen Parkplatz zu suchen? Besser gleich in die Stadt ziehen! Da ist alles leichter erreichbar, die Stadt ist gut organisiert und sogar besser belichtet als die kleinen Wohnorte ringsum. Auch Dienstleiter, von der Pflegekraft bis hin zum Bringdienst der Apotheken und Einzelhändler sind dort häufiger angesiedelt als auf dem Lande. Und sie machen sich gegenseitig Konkurrenz, was die Preise meist erschwinglich hält.

Andererseits schätzen gerade Ältere, deren Welt mit nachlassender Mobilität immer kleiner wird, oft den eigenen Garten und die Natur. Für sie bietet die City keine Reize mehr, nur verwirrende Hektik, Gefahren und Anonymität. Zwischen turbulenter Citylage und dem Wohnen im Grünen gibt es Mittelwege, etwa kleinere Kommunen und Mittelzentren, die alles bieten, sowohl Infrastruktur, als auch kurze Wege ins Grüne, nachbarschaftliche Hilfe und Nähe. Einen überschaubaren Kosmos eben. Das Wohnen in kleinen Kommunen hat auch für Familien mit Kindern seinen Reiz, wo sonst trauen sich Eltern noch, ihren Nachwuchs auch mal außer Sichtweite spielen zu lassen?

Auf der anderen Seite steht die Frage: Wie entwickeln sich solche Wohnorte? Haben Sie überhaupt eine Zukunft? Oder verschwinden sie in ein paar Jahrzehnten von der Landkarte, weil die Alten wegsterben und die Jungen wegziehen? Wer in einer Gemeinde ohne Zukunft baut, der muss den Wertverfall seiner Immobilie von Beginn an einkalkulieren. Wo es keine Nachfrage mehr gibt, da werden Häuser schwer, wenn nicht gar unverkäuflich. Zur Wertanlage wird ein gut geplantes Haus nur in einer Wachstumsregion. Auskunft darüber, wo die Zukunft liegt, geben Untersuchungen des Bundes und der Länder unter anderem im www.demografie-portal.de oder unter www.wegweiser-kommune.de der Bertelsmann-Stiftung.


Bei der Planung kommt‘s aufs Detail an

Wer sich für einen Wohnort und Bauplatz entschieden hat und völlig neu bauen will, der kann durch gute Planung Barrieren weitgehend kostenneutral vermeiden. Gehen wir es systematisch an: Die Haustür ist die wichtigste Tür der privaten Wohnung. Sie sichert das Heim, schützt vor garstigem Wetter und ungebetenen Gästen. Behindertengerechte Planung beginnt an der Haustür. Kluge Bauherren vermeiden Schwellen und Treppenstufen unmittelbar an der Haustür. Sie sind lästig im Alltag und bilden für Alte, Geh- und Sehbehinderte wie auch für Rollstuhlfahrer gefährliche, nur schwer zu überwindende Hindernisse. Auch für jüngere Menschen bilden Schwellen eine unnötige Gefahr. Deshalb: Türschwellen vermeiden, im Neubau gleich Magnetschwellen einbauen. Kein Mensch braucht Schwellen!

Barrieren abbauen

Vorausschauende Bauherren planen auch viel Platz vor – und hinter - der Haustür ein. Dort müssen Rollstuhlfahrer sicher rangieren können. Mindestens anderthalb mal anderthalb Meter Bewegungsfläche sollten das schon sein. Selbst dieser zusätzliche Freiraum bewährt sich im Alltag junger, nicht behinderter Bauherren: Schließlich braucht auch der Kinderwagen Platz, Dreiräder, Rutschautos und Roller parken oft jahrelang am Eingang.

Fast alle Hauseingänge moderner Einfamilienhäuser liegen heute über dem Gartenniveau. Ein bis zwei Stufen muss überwinden, wer ins Haus will. Dieser Abstand ist bautechnisch notwendig, um die Gebäudefuge am Sockel über das nasse Erdreich hinaus zu heben und damit vor Staunässe zu sichern. Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte werden diese Stufen zum unüberwindlichen Hindernis, die nachträgliche Beseitigung der Hemmschwellen wird teuer. Besser, der Bauherr baut beizeiten Alternativen ein. Beim Einfamilienhaus können zum Beispiel direkt an der Haustür Metallgitter und Holzroste oder abgedeckte Bodenablaufrinnen eingebaut werden, die das feuchte Erdreich auf Distanz halten und gleichzeitig den stufenlosen Eingang ins Haus ermöglichen. Maßnahmen, die, bei rechtzeitiger und fachlich kompetenter Planung, keinen Euro extra kosten.


Freie Grundrisse ermöglichen flexibles Wohnen

Das Wohnzimmer wird in den meisten Häusern großzügig ausgelegt und lässt sich bei Bedarf ohne Probleme für Rollstuhlfahrer, Geh- oder Sehbehinderte umbauen. Bauherren, die in ihrem Haus alt werden möchten und sich auf altersbedingte Behinderungen vorbereiten, sollten den Grundriss des Wohnbereiches deshalb offen und flexibel halten. Dazu gehört die Überlegung, ob das Erdgeschoss außer im Treppenhaus, im Bad und in der Küche überhaupt feste Innenwände benötigt. Möglicherweise ist es auf Dauer sinnvoller, statt solider Mauern leichte Trennwände zu montieren, die sich später nach Bedarf verschieben oder ganz herausnehmen lassen.

Barrieren abbauen

Diese freien Grundrisse sind nicht nur für behinderte Menschen interessant, die zum Beispiel wegen schwerer Gehbehinderungen ihren Schlafraum aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss verlegen müssen, sondern auch für Familien, die ihr Haus nachträglich in zwei Wohnungen aufteilen, für Eltern und erwachsene Kinder, Senioren und Pfleger oder einfach für Mieter. Einen Nachteil hat der Verzicht auf feste Wände: Der Schallschutz leidet ein wenig, aber das spielt in der Regel im Einfamilienhaus keine allzu große Rolle.

Vorausschauende Bauherren verzichten bei der Planung des Hauses auf unnötige (und teure) Stufen oder versetzte Ebenen. Sind Halbebenen unvermeidlich, etwa, weil das Haus am Hang liegt und das Grundstück nur durch versetzte Ebenen optimal ausgenutzt werden kann, dann sollten Bauherren erwägen, statt Stufen Schrägen einzuplanen. Das setzt allerdings viel Platz in der Grundfläche voraus, denn Schrägen, die mit dem Rollstuhl befahren werden, dürfen – zumindest im öffentlichen Bereich – höchstens sechs Prozent Steigung haben. Damit lassen sich auf einer Länge von sechs Metern gerade mal zwei Steigungen überbrücken. Besser ist auf alle Fälle der Verzicht auf einen Versatz innerhalb des Hauses.


Über alternative Möblierung nachdenken!

Schlafzimmer sind nötig, aber sie sind landauf landab einheitlich gestaltet und nehmen, gemessen am Wohnraum und Nutzen, eigentlich zu viel Platz in Anspruch, schon damit Doppelbett, Schrankwand und Nachttische Platz finden. Die für den Rollstuhl nötigen 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche sind dort allerdings weder vor den Betten noch vor dem Schrank vorhanden. Durch eine andere Möblierung lässt sich hier oft Abhilfe schaffen.

Barrieren abbauen

Das muss auch im Alltag nicht sein, vorausgesetzt, das Schlafzimmer lässt sich im Bedarfsfall neu und sinnvoll möblieren. Wenn etwa Schränke und Betten verschoben oder über Eck gestellt werden können damit die für den Rollstuhlfahrer nötige Bewegungsfläche frei geräumt wird. Solche alternativen Möblierungsvarianten sollten Bauherren in der Planungsphase auf alle Fälle einmal durchspielen.

Vor vielen Schlafzimmern hängt nach wie vor ein Balkon. Wenn er nicht nur zum Betten- und Kleiderlüften dienen soll, braucht er Tiefe. Wer sein Haus selbst neu plant und baut, der hat die Chance, die für den Rollstuhlfahrer nötigen 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche auch auf dem Balkon vorzusehen. Die Tiefe von 1,50 Metern zahlt sich auch im Alltag nicht behinderter Balkonbenutzer aus: Ein tiefer Balkon ist vielfältiger nutzbar als ein schmaler. Natürlich sollte der Übergang zwischen Zimmer und Balkon möglichst keine Schwellen haben. Das lässt sich bautechnisch nur schwer machen, zumal, wenn der Balkon nicht überdacht und dem Wetter schutzlos ausgeliefert ist. Aber geschickte Fensterbauer reduzieren die Schwellen auf die für Rollstuhlfahrer akzeptablen zwei Zentimeter Höhe.

Da das Schlafzimmer bei längerer Krankheit und Bettlägerigkeit zum Lebensmittelpunkt wird, sollte es von Anfang an technisch gut ausgestattet sein.


Von der Badelandschaft zum Pflegebad

Das Bad, früher nüchterne Nasszelle, mausert sich seit einigen Jahren zum hausinternen Fitnesszentrum. Wer es sich leisten kann und genug Platz hat, der lässt sich statt eines kleinen praktischen Badezimmers von vornherein ein großzügiges Badeparadies planen. Diese Entwicklung kommt privaten Bauherren im Alter zugute, denn große Bäder lassen sich problemlos für Pflegebedürftige und Behinderte umbauen. Voraussetzung für den späteren Umbau sind Mindestmaße: Rollstuhlfahrer brauchen im Bad grundsätzlich eine freie Bewegungsfläche von mindestens 1,50 mal 1,50 Metern vor allen Sanitärobjekten, vor der Dusche, vor der Wanne (mit Wannenlifter), vor dem WC und vor dem Waschtisch. Diese Bewegungsflächen dürfen sich überschneiden, addieren sich aber insgesamt zu einer Badezimmergröße von rund neun Quadratmetern.

Barrieren abbauen


In der Küche Bewegungsfläche vorsehen

Wer in jungen Jahren sein Haus baut, der rechnet natürlich noch nicht mit Gebrechlichkeit oder gar Behinderung im Alter. Es ist auch verfrüht, zu diesem Zeitpunkt Küche oder gar Bad bereits behindertengerecht auszustatten. Sinnvoll ist es allerdings, die Größe und den Grundriss der Küche von Beginn an für alle Eventualitäten in der Zukunft zu bemessen. Das ist nicht sehr aufwändig und kostet auch nichts extra. Der größte mögliche Platzbedarf bei der rollstuhlgerechten Küche entsteht durch den Wendekreis eines elektrischen Rollstuhles – und der beträgt 1,50 Meter. Folglich sollten in der Küche, je nach Möblierung, stets 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche vor den Küchenzeilen vorgesehen werden. Auch die Küchentür sollte mindestens 90 Zentimeter breit sein. Diese Durchgangsbreite benötigen nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch gehbehinderte Menschen, die zum Laufen den Stock benötigen – und das kann jedem Freizeitsportler nach einer Knieverletzung passieren.


Einfache Treppen sind am sichersten

Weil Bauland ist knapp ist, ist es teuer. Auch deshalb bauen die meisten Menschen heute mehrgeschossig. Und weil sie auch auf den verhältnismäßig teuren Keller nicht verzichten möchten, hat jedes Haus mindestens drei, oft sogar vier Etagen. Diese Architektur ist weder kinder- noch seniorenfreundlich oder gar behinderten- und rollstuhlgerecht. Solche Häuser eignen sich nur bedingt, um darin alt – und vielleicht auch gebrechlich – zu werden. Aber auch kleine Reihen- und Doppelhäuser lassen sich behindertengerecht planen. Die zentrale Rolle spielt dabei das Treppenhaus. Es muss baulich abgeschlossen und statisch solide bemessen sein. Dann lässt sich dort später bei Bedarf ein Treppenlift einbauen. Außerdem sollten am Kopf und am Fuß der Treppe jeweils 1,50 Meter Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer eingeplant werden.

Barrieren abbauen

Sinnvoll ist der bauliche Abschluss von Kellertreppen. Im modernen Einfamilienhaus sind offene Treppenabgänge zwar üblich, aber sie sind weder schön noch praktisch. Abgesehen von der Kellerkühle, die ständig hinaufzieht und die Energiebilanz beeinträchtigt, ist das gähnende Kellerloch eine Gefahr für alle Hausbewohner, für Kinder, für Ältere, vor allem für Sehbehinderte. Deshalb montieren vorsichtige Bauherren Kellertüren vor den Abgang.

Die Erfahrung zeigt: gehbehinderte und körperlich beeinträchtigte Menschen haben oft Probleme mit gewendelten Treppen. Jede Veränderung des Auftritts irritiert und verunsichert sie. Das gilt auch für Kinder und für Bewohner, die schwere Wäschekörbe die Treppen hinunter tragen. Gradläufige Treppen sind grundsätzlich einfacher zu steigen.


Türen gleich breiter vorsehen

Türen spielen im mitteleuropäischen Wohnungsbau eine wichtige Rolle: Sie schützen die Wohnung gegen Witterung, Kälte und ungebetene Gäste. Innentüren trennen Wohn- und Arbeitsbereiche voneinander ab und geben den Bewohnern Schall- und Sichtschutzelemente und damit Privatsphäre. Auch im Einfamilienhaus sind Türen nicht wegzudenken. Dort lassen sie sich weitgehend individuell planen und gestalten. Vorausschauende Bauherren planen Türen im neuen Haus von vornherein 90 Zentimeter breit. Das ist weitgehend kostenneutral, denn jeder Durchgang, gleich ob er offen bleibt oder mit Dreh- oder Schiebetür geschlossen werden kann, braucht in jedem Fall einen Türsturz. Dieser Sturz ist statisch unentbehrlich; er trägt im fertigen Haus die Last der Decke auf die Mauern ab. Ob der Sturz nun für eine 70, 80 oder rollstuhlgerechte 90 Zentimeter breite Tür dimensioniert wird, spielt beim Rohbau keine Rolle. Deshalb ist es empfehlenswert, von vornherein ein Öffnungsmaß von 90 Zentimetern Breite vorzusehen, und zwar lichter Breite, also nach Einbau der Türzarge. (Im Rohbauzustand entspricht das einer Mauerwerksöffnung von 101 Zentimetern Breite.)

Barrieren abbauen

Wünscht der Bauherr zunächst nur einen schmäleren Durchgang, so kann er unter dem Sturz eine der beiden Seiten aufmauern lassen und eine entsprechend schmälere Tür einsetzen. Ist eines Tages ein Bewohner auf den Rollstuhl - und damit auf eine 90 Zentimeter breite Tür – angewiesen, fällt der Umbau leicht: Die seitliche Steinreihe wird einfach wieder herausgebrochen. Das kann jeder Heimwerker an einem Samstagnachmittag erledigen. Die nachträgliche Erweiterung einer zu schmal geplanten Tür dagegen, mit der Verbreiterung des Durchgangs und dem Einbau eines breiteren Sturzes ist bautechnisch ungleich aufwändiger.


Licht bringt Sicherheit

Licht wird im Laufe des Lebens immer wichtiger. Schon ab 40 lässt die Sehkraft eines ansonsten gesunden Menschen nach, ab spätestens 50 braucht der Mensch deutlich mehr Licht, um kleine tägliche Aufgaben zu erledigen. Fachleute wissen: Ein normalsichtiger Sechzigjähriger braucht mindestens die doppelte Beleuchtungsstärke wie ein Kind, um den gleichen Helligkeitseindruck zu haben. Das bedeutet: Bauherren, die in ihrem Haus alt werden wollen, müssen immer wieder lichttechnisch nachrüsten, damit sie sicher und komfortabel wohnen können.

Hinzu kommen immer neue technische Entwicklungen, die auch mehr Lebensqualität bringen: Smart Home ist durchaus etwas für Senioren. Vorausgesetzt, es ist gut geplant, lässt sich leicht bedienen, wird seriös gewartet – und die Daten sind sicher!

Die Licht- und Stromplanung gehört selbstverständlich zur Haus- und Wohnungsplanung dazu. Vor allem, weil trotz der vielfältigen Stromsparapelle der Trend eindeutig hin zu mehr Stromverbrauch geht. Dies gilt auch für Seniorenhaushalte, die sich vielleicht noch manches „hippe“ Mobilgerät versagen, die aber von elektronischen Hilfen wie Fenster- und Türöffner profitieren, von Rollladenhebern, elektrischen Garagenrolltoren und vielem mehr.

Beginnen wir mit dem Licht. Fachleute unterscheiden hier zwischen zwei Arten von Licht, der Grund- oder Allgemeinbeleuchtung und der Zonen- beziehungsweise Platzbeleuchtung. Die Grundbeleuchtung leistet die Basisversorgung. Das kann durchaus die einzelne Deckenlampe sein. Häufig installiert werden auch Deckenfluter und Leuchtsysteme. Sie alle sorgen als Grundbeleuchtung für ausreichend Helligkeit im gesamten Raum, sie ermöglichen die Orientierung und schaffen, je nach Lichtfarbe, auch eine bestimmte Lichtatmosphäre.

Barrieren abbauen

Die Grundbeleuchtung reicht nicht für spezielle Sehaufgaben. Auch fürs Kochen genügt sie nicht, ebenso wenig fürs Rasieren oder Schminken. Für diese besonderen Sehaufgaben brauchen Sie mehr Licht. Das steuert die sogenannte Zonen- oder Platzbeleuchtung bei. Sie bringt spezielles, meist gerichtetes Licht an die Orte, wo es benötigt wird. Geeignet sind alle Sorten von Leuchten, die gerichtetes Licht abgeben.


Steckdosen nicht zu tief setzen

Wo Licht strahlen soll, da muss auch Strom sein. Entsprechend der geplanten Beleuchtung müssen Kabel gezogen, Steckdosen und Schalter montiert werden. Dabei ist es sinnvoll – und kommt gar nicht viel teurer - statt zwei Steckdosen an einer Stelle lieber gleich drei oder mehr zu nehmen. Wer fürs Alter baut, der sollte auch überlegen, ob er die Steckdosen wirklich wie üblich tief unter anbringen lassen möchte, oder doch lieber in angenehm erreichbarer Höhe, direkt neben oder unter dem Lichtschalter. Elektriker haben ihre Standards, und wenn Bauherren keine speziellen Wünsche äußern, dann setzen sie die Dosen wie gewohnt - unten. Bücken wird aber im Alter nicht leichter....

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre individuelle Planung: Sie müssen später im Haus wohnen, also müssen Sie auch entscheiden, wie sie es möblieren und nutzen, und wo Sie Licht und Strom benötigen. Lassen Sie sich für die Licht- und Haustechnikplanung Pläne vom Architekten geben. Am besten im Maßstab 1:100.


Statt Umzug im Alter lieber Barrieren abbauen

Nicht jeder, der jetzt alt wird, hat vor Jahrzehnten barrierearm gebaut. Folglich ist das Haus jetzt nur bedingt alterstauglich. Kein Grund zu verzagen. Das Haus lässt sich individuelle anpassen. Fragen Sie dazu Ihren VPB-Berater!

Viele Menschen hängen am eigenen Heim und möchten im Alter nicht umziehen, sondern möglichst lange in ihrem Zuhause leben. Das ist sinnvoll, denn die Bewohner kennen ihr Haus in- und auswendig, finden Schalter im Dunkeln und sind in der Nachbarschaft bestens integriert. Außerdem ist die ambulante Versorgung zu Hause angesichts der demografischen Entwicklung erste Wahl.

Die meisten Häuser können mit der entsprechenden fachlichen Beratung gut umgebaut und fürs Alter angepasst werden. Der erste Schritt ist immer die Besichtigung vor Ort. Dabei klären Sie mit Ihrem VPB-Berater, welche Barrieren Ihr Leben beinträchtigen. Das ist sehr unterschiedlich. Barrierearm heißt ja nicht automatisch rollstuhlgerecht, denn nicht jeder Senior sitzt im Rollstuhl. Die Umbaumaßnahmen sollten sich nach den zu erwartenden Einschränkungen der Bewohner richten. Vorausschauende Bauherren fragen ihren Arzt, wie sich ihre Gebrechen voraussichtlich entwickeln werden. Diese Prognose sollte in die Planungen einfließen.

Bei großen Umbauten muss eventuell ein Architekt die Statik prüfen und die behördlichen Genehmigungen einholen. Viele Umbauten lassen sich aber direkt mit dem Handwerker bewerkstelligen. Ein Klassiker ist der Badumbau. Die Wanne wird entfernt und durch eine bodengleiche Dusche ersetzt. Das ist heute auch bei geringem Bodenaufbau machbar.


Persönliche Bedürfnisse sind entscheidend

Wer seine alte Küche herausreißt und durch eine rollstuhlgerechte Einrichtung ersetzt, der muss tief in die Tasche greifen. Deshalb gilt auch hier: Erst prüfen, was wirklich gebraucht wird. Meist lässt sich die Küche von einem guten Schreiner zu vernünftigen Preisen anpassen.

Barrieren abbauen

Nicht nur in der Küche, sondern in allen Räumen müssen die Bewegungsflächen ausreichend groß bemessen sein. Zum Rangieren beispielsweise brauchen Rollstuhlfahrer rund 1,5 Meter mal 1,5 Meter freien Raum. Auch Senioren, die am Stock gehen, benötigen Platz. Die Wege im Haus sollten einfach sein. Nicht nur Stufen, Schwellen und Teppichkanten bilden Barrieren, sondern auch Türen, die in die falsche Richtung aufschlagen, oder Kommoden und Sofas, die unglücklich platziert sind und die Bewohner ständig zum Ausweichen zwingen. Der gerade, ebene Weg ist immer der sicherste.

VPB-Berater unterstützen Hausbesitzer nicht nur mit ihrer unabhängigen, individuellen Beratung, sondern auch durch die laufende Qualitätskontrolle bei den Umbauarbeiten.


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... zum Hausbau, zum Bauvertrag, der laufenden Baukontrolle, der Sanierung eines Altbaus oder der energetischen Sanierung? Lesen Sie hier, wie Sie Barrieren von vornherein vermeiden oder später gezielt abbauen. Wir unterstützen Sie auch, wenn Sie eine Eigentumswohnung kaufen möchten. Und wir beraten und betreuen Eigentümergemeinschaften während der Bauzeit ebenso wie bei den später anstehenden Sanierungen - schließlich müssen die Wohnanlagen laufend gut in Schuss gehalten werden, damit sie ihren Wert nicht verlieren.




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