Expertentipp am Mittwoch

VPB: Bestandsaufnahme Haus (2/6) – Fassade und Mauerwerk

Risse ausbessern, um schlimmere Schäden zu vermeiden: Unabhängige Bausachverständige vom VPB helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Vor dem Kauf eines Hauses im Bestand ist es selbstverständlich, sich ein genaues Bild von der Bausubstanz zu machen. Auch wer bereits im Eigenheim lebt, ist gut beraten, den Zustand im Blick zu behalten. So vermeidet man Folgeschäden, erspart sich also unnötige Kosten – und erhält den Wert des Hauses. Das ganze Jahr über gilt es, schnell zu handeln, wenn die Bausubstanz beeinträchtigt ist. Ein Check im Frühjahr empfiehlt sich besonders. Denn nach dem Winter zeigt sich oft Verschleiß durch Schnee und Frost, was zu Schäden führen kann. „Bauphysikalisch sollte man sein Haus dabei immer als Gesamtsystem betrachten“, rät Karl-Heinz Schneider, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Hamburg leitet. „Unverzichtbar ist eine darauf abgestimmte, professionelle und unabhängige Beratung.“ Zu den wichtigen Einzelbereichen des Hauses, die man im Blick haben sollte, zählen Fassade und Mauerwerk.

Die Außenfassade ist wichtig, um das Haus vor Witterungseinflüssen zu schützen. „Kontrollieren sollte man Klinkerfassaden auf Risse an Steinen und Fugen, Putzfassaden auch auf abgeplatzte Stellen“, rät Schneider. „Das gilt vor dem Kauf eines Bestandsgebäudes, aber auch für Hausbesitzer – mindestens einmal im Jahr.“ Insbesondere der Sockelbereich wird im Winter durch Schnee und Eis belastet. Feine oberflächliche Risse lassen sich gegebenenfalls selbst ausbessern, bei tieferen Rissen sollte man Fachleute beauftragen, um schlimmere Schäden zu vermeiden. Unabhängige Bausachverständige wie etwa vom VPB helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. „Um Beschädigungen an der Fassade vorzubeugen, empfiehlt es sich, diese mindestens alle zehn Jahre zu reinigen und Schmutz, Pilze und Algen zu entfernen“, sagt Schneider. „Beachten sollte man auch die aktuelle Sanierungspflicht.“ Eigentümer sind verpflichtet, energetische Sanierungen durchzuführen, wenn diese notwendig sind, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Der VPB hat deshalb nicht nur Bausachverständige, sondern beispielsweise auch zertifizierte Fördermittelberater in seinem neutralen Beratungsnetzwerk, damit die Kosten ebenfalls im Blick bleiben.

Ob vor dem Kauf eines älteren Hauses oder als Eigentümer: Auch ein Blick auf den Balkon – etwa beim Frühjahrscheck – ist geboten: „Vor allem sollte man prüfen, ob der Anschluss an die Wand noch intakt ist“, so Schneider. „Aus älteren Kunststoff-Abdichtungen können sich im Laufe der Zeit die Weichmacher verflüchtigen.“ Dadurch werde die Abdichtung spröde und hafte nicht mehr an der Wand. Dies kann durch Eindringen von Feuchtigkeit ins Innere erhebliche Bauschäden zur Folge haben.

„Die Bestandsaufnahme im Eigenheim ist ein kontinuierlicher Prozess“, weiß Schneider. „Kosten für regelmäßige Wartungen und kleinere Reparaturen sind gering im Vergleich zu den hohen Ausgaben, die durch vernachlässigte Schäden entstehen können.“

Die sechsteilige VPB-Serie „Bestandsaufnahme Haus“ wird fortgesetzt und erscheint wöchentlich. Die nächsten VPB-Expertentipps zeigen, auf welche Bereiche Bestandskäufer und Eigenheimbesitzer im Gesamtsystem Haus ebenfalls achten sollten: Fenster und Türen (3), Keller (4), Heizung (5), Außenbereich (6).