Expertentipp am Mittwoch

VPB: Bestandsaufnahme Haus (6/6) – Außenbereich

Wer seine Immobilie instand halten möchte, sollte auch an die Terrasse und Nebengebäude wie Garagen und Schuppen sowie den Garten denken.

Vor dem Kauf eines Hauses im Bestand ist es selbstverständlich, sich ein genaues Bild von der Bausubstanz zu machen. Auch wer bereits im Eigenheim lebt, ist gut beraten, den Zustand im Blick zu behalten. So vermeidet man Folgeschäden, erspart sich also unnötige Kosten – und erhält den Wert des Hauses. Das ganze Jahr über gilt es, schnell zu handeln, wenn die Bausubstanz beeinträchtigt ist. Ein Check im Frühjahr empfiehlt sich besonders. Denn nach dem Winter zeigt sich oft Verschleiß durch Schnee und Frost, was zu Schäden führen kann. „Bauphysikalisch sollte man sein Haus dabei immer als Gesamtsystem betrachten“, rät Carsten Clobes, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Kassel leitet. „Eine darauf abgestimmte, professionelle und unabhängige Beratung ist deshalb unverzichtbar, um Schäden durch gut gemeinte aber falsch konzipierte Sanierungen zu vermeiden.“ Zu den wichtigen Bereichen des Hauses, die man im Blick haben sollte, zählt auch der Außenbereich.

Wer seine Immobilie korrekt instand halten möchte, sollte dabei auch an die Terrasse, an Nebengebäude wie Garagen und Schuppen sowie den Garten denken. „Wichtig ist der Übergang vom Haus nach außen“, betont Clobes. „Abdichtungen werden gerade in der Bauphase oft nicht richtig an die Terrassenebenen und an das Gelände geplant und bilden deshalb oft lebenslange Schwachstellen.“ Dies erkennen in der Regel nur Bausachverständige. Unabhängige Experten wissen, wie man Abhilfe schafft oder die Einzelmaßnahme gleich zum Teil einer maßgeschneiderten energetischen Sanierung macht – statt unnötig teurer Maximallösungen, die windige Geschäftemacher nicht selten empfehlen.

Nach dem Winter ist es zudem an der Zeit, alle Wege zu reinigen und lose Gehwegplatten auszutauschen, die zur Stolperfalle werden können. Auch ein Blick darauf, ob die Außenbeleuchtung nach wie vor intakt ist, empfiehlt sich.

„Um Schäden vorzubeugen, sollten Hausbesitzer die Dachrinnen, Entwässerungsrinnen und Punktabläufe regelmäßig reinigen“, sagt Clobes. Dies schütze Haus und Garten vor Überflutung bei Gewitter und Starkregen. Wer nicht selbst reinigen will oder kann, kann die Arbeitskosten nach § 35a EStG als Handwerkerleistung einkommensteuermindernd geltend machen. Vorsorge lohnt sich, weiß Clobes: „Im schlimmsten Fall kann der Keller mit Wasser volllaufen.“ Bei den meisten Entwässerungsrinnen auf dem Hof oder der Terrasse kann man den Rost abnehmen. Angesammelte Zweige und Laubreste lassen sich mit Handfeger und Schaufel entfernen. Auch die Abläufe in den Lichtschächten vor Kellerfenstern sollten von Blättern und Schmutz befreit werden, um ein schnelles Abfließen des Regenwassers sicherzustellen. Ein Laubschutzgitter für Lichtschächte hilft den Reinigungsaufwand zu reduzieren. Schließlich gilt es noch, die Schächte für Schmutz- und Regenwasser zu kontrollieren. Sie befinden sich meist im Vorgarten, wo das Wasser sicher ablaufen soll. Verstopfungen und Verschmutzung können zu unerwarteten Überraschungen führen und das Wasser an nicht geeigneten Orten austreten lassen.

Was Menschen mit grünem Daumen ohnehin wissen: Nach dem Winter ist es an der Zeit, im Garten Ordnung zu schaffen. Viele Pflanzen benötigen jetzt Pflege, denn oft haben Schnee und Sturm Spuren hinterlassen. Dazu gehört, herunterhängende Äste von Bäumen und Sträuchern zu entfernen. Das gilt vor allem, wenn sie abzubrechen drohen – also Menschen verletzen oder parkende Autos beschädigen könnten.

„Die Bestandsaufnahme im Eigenheim ist ein kontinuierlicher Prozess“, weiß Clobes. „Kosten für regelmäßige Wartungen und kleinere Reparaturen sind gering im Vergleich zu den hohen Ausgaben, die durch vernachlässigte Schäden entstehen können.“