Expertentipp am Mittwoch

VPB: Das Haus mit der Terassentür weit öffnen – ohne Risiken einzugehen

Dichtungen am Boden sind sehr anspruchsvoll. Ein präziser Einbau schützt vor Folgekosten. Überdimensionierte Öffnungen gehen ins Geld.

Mit dem Frühling zieht es Menschen wieder nach draußen. Wer ein Eigenheim bewohnt, möchte wieder auf die Terrasse. Für viele soll es mindestens eine doppelflügelige Tür sein oder ein noch weiter zu öffnendes Fensterelement, um innen und außen zu verbinden und Essen herauszubringen. „Die Norm fordert zum Schutz gegen Witterung, Feuchtigkeit und Schlagregen einen Höhenunterschied von 15 Zentimetern zwischen Wohnzimmer und Terrasse – den will aber keiner haben“, weiß Architekt und Bausachverständiger Thomas Penningh, der das Regionalbüro Braunschweig des Verbands Privater Bauherren (VPB) leitet. „Alternativ gibt es eine Rinne, mit der man die Wasser führende Ebene reduzieren kann, dann ist der Höhenunterschied vielleicht sieben oder acht Zentimeter tief.“

Möchte man die Terrassentür barrierefrei also ohne Schwelle haben, wird es deutlich teurer als bei einer der genannten Lösungen. Klar, der Bereich zur Terrasse muss dicht sein. Es darf kein Wasser durchdrücken, auch nicht über eine längere Zeit. „Hinzu kommt: Im Winter bilden sich je nach Himmelsrichtung ‚Schneesäcke‘“, sagt Penningh. „Bautechnisch muss an der Stelle wirklich jedes Element sauber eingebaut und gut abgedichtet sein.“ Denn dringt an dieser Stelle Wasser ein, wird der Schaden kostspielig.

Auch die Größe ist eine Frage des Geldes: „Manche Bauherren sagen: ,Ich will die Außenwand meines Wohnzimmers auf sechs Meter Breite öffnen können, und das ohne Pfosten‘“, so Penningh. „Solche Faltelemente sind aber teuer und erfordern viel Sachverstand beim Einbau.“ Die Dichtungen, gerade im Bodenanschluss, seien sehr anspruchsvoll. Je größer die Elemente, je größer und breiter die Öffnungsgröße, desto größer ist der Anspruch an die Mechanik, an die Dichtung, an jede Fuge. „Die hohen Kosten für überdimensionierte Öffnungen sollte man nur in Kauf nehmen, wenn es einen besonderen Grund dafür gibt“, rät Penningh. „Auch mit normalen Öffnungsgrößen im Rahmen von drei Meter können sie die Räume sehr gut belichten und besonnen.“ Dafür kämen dann zum Beispiel Hebeschiebetüren oder mehrteilige Fensterelemente infrage.

In allen Fällen gilt: Ein unabhängiger Bausachverständiger sollte die Baumaßnahmen an der Terrassentür begleiten, um eine fehlerhafte Montage auszuschließen, die später zu beträchtlichen Schäden führen kann.