Expertentipp am Mittwoch

VPB: Bestandsaufnahme Haus (3/6) – Fenster und Türen

In der warmen Jahreszeit Vorsorge treffen: Wo nötig, die Dichtungen erneuern, auch um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Vor dem Kauf eines Hauses im Bestand ist es selbstverständlich, sich ein genaues Bild von der Bausubstanz zu machen. Auch wer bereits im Eigenheim lebt, ist gut beraten, den Zustand im Blick zu behalten. So vermeidet man Folgeschäden, erspart sich also unnötige Kosten – und erhält den Wert des Hauses. Das ganze Jahr über gilt es, schnell zu handeln, wenn die Bausubstanz beeinträchtigt ist. Ein Check im Frühjahr empfiehlt sich besonders. Denn nach dem Winter zeigt sich oft Verschleiß durch Schnee und Frost, was zu Schäden führen kann. „Bauphysikalisch sollte man sein Haus dabei immer als Gesamtsystem betrachten“, rät Andreas Garscha, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Stuttgart leitet. „Eine darauf abgestimmte, professionelle und unabhängige Beratung ist deshalb unverzichtbar, um Schäden durch gut gemeinte aber falsch konzipierte Sanierungen zu vermeiden.“ Zu den wichtigen Einzelbereichen des Hauses, die man im Blick haben sollte, zählen Fenster und Türen.

In der Heizperiode geht über undichte Fenster viel Energie verloren. Deshalb sollte bei einem potenziellen Kaufobjekt der Blick auch dorthin gehen: Sind die Fenster dicht und schließen gut? Sind Anstrich und Rahmen noch in Ordnung? Funktioniert die Mechanik reibungslos? Ob Fenster undicht sind, lässt sich oft mit der bloßen Hand erfühlen. Ist ein Luftstrom spürbar, steht dringend eine Überprüfung von Rahmen und Dichtung an – auch eine flackernde Kerzenflamme ist Indiz dafür. Sind Fenster und Türen undicht, lässt sich das bis zu einem gewissen Grad mit Schaumstoff- oder Dämmstreifen beheben.

Für Hausbesitzer gilt: In der warmen Jahreszeit bietet es sich an, Vorsorge zu treffen. „Wo nötig, sollte man die Dichtungen an allen Fenstern sowie Außentüren erneuern, auch um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern“, sagt Garscha. „Werden Dichtungen einmal jährlich mit Vaseline oder einem Spezialfett aus dem Fachhandel eingefettet, bleiben sie länger geschmeidig und flexibel.“ Sind im Haus Holzrahmen verbaut, sollte man diese auf Beschädigungen überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten. Fängt der Lack bereits an zu blättern, muss er zunächst leicht angeschliffen werden, bevor man den Rahmen neu streicht. „Es empfiehlt sich zudem, einmal im Jahr die Mechanik der Fenster zu warten“, so Garscha. „Fenster und Beschläge sind durch das Öffnen und Schließen täglichen Belastungen ausgesetzt. Die Fensterbeschläge mit säure- und harzfreiem Öl zu schmieren, trägt zur Haltbarkeit bei.“

Wann ist es mit Schaumstoff- oder Dämmstreifen, mit etwas neuer Farbe und Öl getan? Wann braucht es einen Fachbetrieb, um defekte Teile zu reparieren oder zu ersetzen? Und wann sind neue Fenster erforderlich? Diese Fragen können unabhängige Bausachverständige aus dem Netzwerk des VPB beantworten. Insbesondere der Einbau neuer Fenster erfordert die exakte Einschätzung von Experten, die das Haus als Ganzes im Blick haben, von der Dämmung bis zur Heizung. Und auch der Einsatz von Förderprogrammen sollte gut bedacht werden – welcher Aufwand steht welchem Gewinn gegenüber? Wegen der Komplexität des Themas berät hierzu im VPB-Netzwerk sogar eigens ein zertifizierter Fördermittelberater.

„Die Bestandsaufnahme im Eigenheim ist ein kontinuierlicher Prozess“, weiß Garscha. „Kosten für regelmäßige Wartungen und kleinere Reparaturen sind gering im Vergleich zu den hohen Ausgaben, die durch vernachlässigte Schäden entstehen können.“

Die sechsteilige VPB-Serie „Bestandsaufnahme Haus“ wird fortgesetzt und erscheint wöchentlich. Die nächsten VPB-Expertentipps zeigen, auf welche Bereiche Bestandskäufer und Eigenheimbesitzer im Gesamtsystem Haus ebenfalls achten sollten: Keller (4), Heizung (5), Außenbereich (6).