Expertentipp am Mittwoch

VPB: Schimmel durch Ursachenforschung richtig beseitigen

Ob Wärmebrücke oder schlecht gedämmte Außenwand – wenn Experten die genaue Ursache ermittelt haben, lässt Schimmel sich nachhaltig beseitigen.

Richtiges Heizen und Lüften beugt Schimmel vor – aber nur, wenn die Bausubstanz keine entsprechenden Mängel aufweist. „Um die richtigen Maßnahmen bei Schimmelbefall zu ergreifen, ist es unumgänglich, die genaue Ursache zu ermitteln“, sagt Norman-Marcel Dietz, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren e.V. (VPB) in Hildesheim leitet. Wärmebrücken sind eine häufige Ursache für Schimmelbefall im Bestand. Das kann aber auch etwa eine schlecht oder gar nicht gedämmte Außenwand sein, an deren Innenseite die Raumluft zu feucht wird.

„Die kostenaufwendigste Variante ist die Beseitigung solcher Wärmebrücken im Zuge einer energetischen Modernisierung, bei der Fassaden an der Außenseite gedämmt werden“, sagt Dietz. „Aber auch Innendämmungen können Abhilfe schaffen, sofern sie fachgerecht und maßgeschneidert für die jeweiligen Wärmebrücken hergestellt werden.“ In beiden Varianten ist sorgfältige Planung wichtig. Bei Außendämmungen können etwa alte, auskragende Stahlbeton-Balkone zur technischen Herausforderung werden. Infolge einer Innendämmung wiederum müssen die Bauherren davon ausgehen, dass die Raumfläche sich verkleinert.

„Ein weiterer Ansatz wäre die Installation dezentraler Lüftungselemente, die beispielsweise feuchtesensorisch automatisiert gesteuert werden – auch wenn niemand im Haus anwesend ist“, so Dietz. Darüber hinaus kann man mit schimmelabweisenden Farben oder auch Innenputzen arbeiten. Die Produktauswahl ist breit gefächert. Wer sicher gehen will, auf kein fragwürdiges Angebot hereinzufallen, fragt sicherheitshalber einen unabhängigen Experten wie etwa vom VPB. „Wichtig ist bei der Anwendung, dass Schimmelpilzwachstum nicht immer sofort erkennbar ist“, betont Dietz. „Es reicht also in der Regel nicht aus, nur die erkennbaren Flächen zu behandeln.“

Außer einer Wärmebrücke kann auch eindringende Feuchtigkeit Schimmel verursachen,  beispielsweise undichte Dachflächen, verstopfte Regenfallrohre und -rinnen. Auch beschädigte Wartungsfugen, defekte Wasserleitungen und altersbedingt nicht mehr schlagregendichte Fassadenputze gilt es im Ernstfall zu begutachten. Ein Klassiker, wie Dietz weiß: „fehlerhafte Bauwerksabdichtungen und kapillaraufsteigende Feuchtigkeit aus der Bodenplatte“. Um solche Ursachen zu erkennen, braucht man Experten, die vor Ort genau hinsehen. Ob beim Bau des eigenen Hauses oder im Zuge einer Sanierung im Bestand: Wer rechtzeitig auf die Expertise eines Gutachters für Schimmel zurückgreift, ist auf der sicheren Seite. Ein VPB-Sachverständiger analysiert die baulichen Gegebenheiten und schlägt geeignete Maßnahmen vor.