VPB: Bestandsaufnahme Haus (5/6) – Heizung
Vor dem Kauf eines Hauses im Bestand ist es selbstverständlich, sich ein genaues Bild von der Bausubstanz zu machen. Auch wer bereits im Eigenheim lebt, ist gut beraten, den Zustand im Blick zu behalten. So vermeidet man Folgeschäden, erspart sich also unnötige Kosten – und erhält den Wert des Hauses. Das ganze Jahr über gilt es, schnell zu handeln, wenn die Bausubstanz beeinträchtigt ist. Ein Check im Frühjahr empfiehlt sich besonders. Denn nach dem Winter zeigt sich oft Verschleiß durch Schnee und Frost, was zu Schäden führen kann. „Bauphysikalisch sollte man sein Haus dabei immer als Gesamtsystem betrachten“, rät Herbert Oberhagemann, der das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Ahrensburg leitet. „Eine darauf abgestimmte, professionelle und unabhängige Beratung ist deshalb unverzichtbar, um Schäden durch gut gemeinte aber falsch konzipierte Sanierungen zu vermeiden.“ Zu den wichtigen Einzelbereichen des Hauses, die man im Blick haben sollte, zählt die Heizung.
Wer eine effiziente Heizung hat, möchte sicher, dass dies so bleibt. Deshalb empfiehlt es sich, die Anlage einmal im Jahr von einem Fachmann überprüfen und warten zu lassen. Dessen Arbeitskosten können als Handwerkerleistung nach § 35a EStG einkommensteuerbegünstigend geltend gemacht werden. „Ein gut gewartetes System arbeitet effizienter, senkt Energiekosten und verlängert die Lebensdauer der Geräte“, weiß Oberhagemann. „Der genaue Umfang der Wartung hängt von der Art und Größe der Heizung ab, umfasst aber in der Regel eine Funktionskontrolle, die Reinigung aller Komponenten, das Justieren der Einstellungen, der Austausch von Verschleißteilen sowie die Messung der Abgaswerte.“
Ein unabhängiger Sachverständiger aus dem Netzwerk des VPB kann darüber hinaus einige grundlegende Fragen beantworten: Läuft die Heizung noch verlässlich oder wird es Zeit für einen Austausch oder einen hydraulischen Abgleich? Treibt die alte Heizungspumpe die Stromkosten in die Höhe? Und was sagt die Heizkostenabrechnung? Oberhagemanns Tipp: „Nötige Reparaturen oder der Einbau einer neuen Heizung lassen sich mit einer energetischen Sanierung an Dach und Fassade verbinden.“ (Siehe dazu auch die Folgen 1 und 2 der VPB-Serie „Bestandsaufnahme Haus“.) Für solche Fälle hat der VPB deshalb nicht nur Bausachverständige, sondern beispielsweise auch zertifizierte Fördermittelberater in seinem neutralen Beratungsnetzwerk. So wird mit der energetischen auch die finanzielle Seite optimiert. Für solche Maßnahmen ist der Frühsommer die beste Zeit.
„Die Bestandsaufnahme im Eigenheim ist ein kontinuierlicher Prozess“, weiß Oberhagemann. „Kosten für regelmäßige Wartungen und kleinere Reparaturen sind gering im Vergleich zu den hohen Ausgaben, die durch vernachlässigte Schäden entstehen können.“
Die sechsteilige VPB-Serie „Bestandsaufnahme Haus“ wird fortgesetzt und erscheint wöchentlich. Die nächsten VPB-Expertentipps zeigen, auf welche Bereiche Bestandskäufer und Eigenheimbesitzer im Gesamtsystem Haus ebenfalls achten sollten: Außenbereich (6).