Expertentipp am Mittwoch

VPB: Bei Abdichtung des Flachdachs auf Gewährleistung und verbaute Materialien achten

Materialen für Dachabdichtungsbahnen sind besser geworden, die Verarbeitung aber oft schlechter – Sachverständige schaffen Abhilfe.

BERLIN. Wer ein Eigenheim mit Flachdach baut oder saniert, will sicher sein, dass die Abdichtungen des Daches und deren Systemkomponenten 35 bis 40 Jahre ihren Dienst tun. Doch hierauf können private Bauherren sich nicht immer verlassen. „Bei den Materialien, aus denen die Dachabdichtungsbahnen bestehen, hat es im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zwar Fortschritte gegeben“, so die Erfahrung von Andreas Garscha, der das Regionalbüro Stuttgart des Verbands Privater Bauherren e.V. (VPB) leitet. „Doch deutlich schlechter geworden ist die Verarbeitung – nicht selten werden schlicht auch DIN-Normen missachtet.“ Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Dachabdichtungsbahnen zu einem deutlich früheren Zeitpunkt Schäden aufweisen – wenn man vorher nicht genau hinschaut. „Die Gewährleistung beläuft sich in der Regel auf fünf Jahre, in seltenen Fällen sind es auch mal zehn Jahre“, weiß Garscha. „Private Bauherren, die sicher sein wollen, dass ihr Flachdach wie erwartet über Jahrzehnte intakt bleibt, sollten deshalb einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen, der die Qualität des Materials und der Verarbeitung beurteilen kann.“

Ein professioneller Blick auf die in den Abdichtungsbahnen verbauten Materialien empfiehlt sich, weil diese im schlimmsten Fall auch Schäden an unerwarteten Stellen verursachen können. „Sind in den Bahnen Säuren enthalten, werden diese voraussichtlich vom Regen ausgewaschen“, erläutert Garscha. „Dies kann zur Folge haben, dass Entwässerungsanlagen aus Metall innerhalb weniger Jahre korrodieren.“ Auch andere Schadstoffe können zum Problem werden. Pestizide, Öle oder Schwermetalle, die in Dachbahnen verbaut sind, lösen sich durch Witterungseinflüsse irgendwann – und gelangen so ins Grundwasser. Hat man sichergestellt, dass die Abdichtungsbahnen frei von solchen Schadstoffen sind, müssen sie noch akkurat verbaut werden. Das gilt für alle Flachdächer und in besonderer Hinsicht für jene mit einer PV-Anlage. „Zu einer Installation sind Flachdächer prinzipiell bestens geeignet“, sagt Garscha. Doch die Dauerhaftigkeit der Dachabdichtung sei Voraussetzung für die wirtschaftliche Investition in die Gewinnung von Solarstrom. „Wer die Module abbauen muss, um das Dach zu reparieren, gewinnt in dieser Zeit keinen Solarstrom.“