VPB: Regenwasser (2/3) – Nutzung im Haushalt
Durch den Klimawandel wird es hierzulande immer wärmer und trockener – vor allem, aber nicht nur im Sommer. Dadurch kann in einigen Regionen Deutschlands mittel- und langfristig das Trinkwasser knapper werden – und damit auch teurer. Es regnet tendenziell seltener, dann aber richtig stark. Das heißt für Hausbesitzer: Wer dieses kurzfristig in großen Mengen vorhandene Regenwasser sammelt und im Haushalt nutzt, spart Trinkwasser aus der Leitung und damit Kosten. Hierfür kann man auf technische ausgereifte Produkte und Systeme zurückgreifen. Wichtig ist hierbei die ordnungsgemäße Trennung der Leitungen für Regenwasser und Trinkwasser. Kosten von mehreren Tausend Euro sollten private Bauherren einkalkulieren. „Ob solch eine Investition sich rechnet, hängt von verschiedenen Faktoren ab“, sagt Stefan Hubenschmid, stellvertetender Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Konstanz. „Dazu zählen unter anderem der Wasserverbrauch, die Kosten fürs Trinkwasser und ob die Kommune solch ein Vorhaben finanziell unterstützt.“ Unabhängige Bausachverständige wie etwa aus dem Netzwerk des VPB, können hierbei Orientierung geben.
Auch bei der Planung und beim Bau ist Expertise aus dem VPB-Netzwerk von Nutzen: Mithilfe unabhängiger Bausachverständiger sichert man sich dagegen, dass die Installation mangelhaft ist und Schäden verursacht. Wer einen Handwerksbetrieb beauftragt, läuft bei unabhängiger Beratung durch Bausachverständige aus dem Netzwerk des VPB auch nicht Gefahr, sich eine unnötig teure, weil überdimensionierte Lösung empfehlen zu lassen. Allein die Kosten für den Regenwassertank betragen etwa die Hälfte der Gesamtkosten. Eine gute Kalkulation senkt also in erheblichem Maße die Ausgaben. „Vom verbrauchten Trinkwasser lassen sich rund 30 Prozent für die Toilettenspülung und rund 13 Prozent für die Waschmaschine einsparen“, weiß Hubenschmid. „Dieser Ersparnis stehen die Kosten für Anschaffung und Wartung der Anlage zur Regenwassernutzung gegenüber.“ Weitere Kosten fallen in einigen Bundesländern für zusätzliche Wasseruhren und deren Eichung an.
Bis sich eine Anlage zur Regenwassernutzung amortisiert hat, vergehen in der Regel also deutlich mehr als zehn Jahre. Zahlt die Gemeinde einen Zuschuss, verkürzt die Zeit sich entsprechend. „Eine hochwertige Anlage kann man 30 bis 50 Jahre betreiben“, so Hubenschmid. Langfristig kommt man also finanziell ins Plus. Wer diese Geduld aufbringt, erzielt weitere positive Effekte: Regenwasser in der Waschmaschine zu verwenden, reduziert den Verbrauch von Waschmittel um etwa ein Fünftel, weil es weicher ist als Trinkwasser. Bei Starkregen entlasten Regenwassertanks und Zisternen die Kanalisation und helfen, Überflutungen zu verhindern.
Hierfür kann man zudem Flächen auf dem Grundstück entsiegeln. In der nächsten Woche erläutert der Expertentipp, wann sich das empfiehlt und wie man dabei vorgeht.