Expertentipp am Mittwoch

VPB: Regenwasser (1/3) – ableiten und sammeln

Das Haus vor Wassermassen schützen und zugleich für die nächste Trockenperiode gewappnet sein: VPB-Fachleute zeigen, wie man es richtig macht

Im Zuge des Klimawandels zeigen die hiesigen Sommer zunehmend zwei Gesichter, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Entweder herrscht über lange Zeit trockene Hitze, was Menschen, Tiere und Pflanzen stark belastet. Oder Starkregen macht uns zu schaffen, was wiederum die Kanalisation regelmäßig überlastet, zu Überschwemmungen führt und auch unsere Häuser schädigen kann. Eigenheimbesitzer haben verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren – und damit sogar gleich für beide Fälle vorzusorgen. „Wer Regenwasser von seinem Haus richtig ableitet, schützt die Immobilie und kann den natürlichen Rohstoff zudem sammeln, um für die nächste Trockenperiode gewappnet zu sein“, weiß Renate Lepper, Mitglied im Vorstand des Verbands Privater Bauherren (VPB) und Leiterin des VPB-Regionalbüros Bonn. Wichtig ist, hierbei auf unabhängige Expertise wie etwa die von Experten aus dem Netzwerk des VPB zurückzugreifen, damit der Umgang mit dem Regenwasser auch die gewünschten Effekte bringt.

An einem Haus leiten ein dichtes Dach, Regen- und Entwässerungsrinnen sowie Punktabläufe das Regenwasser ab. Damit sie ihren Zweck auch erfüllen, sollten Hausbesitzer diese regelmäßig reinigen. Lässt man dies von Dienstleistern erledigen, kann man die Arbeitskosten nach Maßgabe des § 35a EStG als Handwerkerleistung einkommensteuermindernd geltend machen. Im Bestand leiten die üblichen Entwässerungsanlagen am Haus das Niederschlagswasser in der Regel vollständig in die Kanalisation. Bei neuen Bauvorhaben fordern Kommunen häufig eine Versickerung des Niederschlagswassers auf dem Grundstück. Hierfür legt man meist Rigolen an. Doch aufgrund örtlicher Bodenverhältnisse kann Regenwasser nicht auf jedem Grundstück versickern. Wollen private Bauherren Niederschlagswasser in solchen Fällen in den öffentlichen Kanal einleiten, müssen sie zunächst einen Nachweis erbringen, dass dies notwendig ist.

Sammelt man einen Teil des vom Dach ablaufenden Regenwassers in Tonnen oder Zisternen, lassen sich damit in der nächsten Trockenphase die Pflanzen im Garten gießen – die weiches Regenwasser übrigens besser vertragen als hartes Trinkwasser. „Besteht das Dach jedoch aus Zink, Kupfer oder einer Bitumenabdichtung“, warnt Lepper, „sollte man das Regenwasser nicht auffangen und weiternutzen, denn diese Materialien können schädliche Stoffe freisetzen.“ Bestehen nur die Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer oder Zink, ist das in der Regel für die Nutzung im Garten unproblematisch. Alternativ stehen Produkte aus Aluminium und Edelstahl zur Verfügung. Dachbahnen, die mit dem Siegel Blauer Engel versehen sind, setzen keine umweltgefährlichen Stoffe frei. Wer nicht sicher ist, kann sich an die unabhängigen Experten aus dem VPB-Netzwerk wenden, die den Bestand prüfen und weitere Schritte empfehlen.

Regenwasser lässt sich in größerem Umfang auch im Haus nutzen. Hierzu mehr im Expertentipp der kommenden Woche. In der übernächsten Woche erläutert der VPB, wie man sein Grundstück entsiegelt und warum das mit Blick auf Starkregen sinnvoll sein kann.