Expertentipp am Mittwoch

VPB: Die Fassaden pflegen und bei einer Sanierung von Zuschüssen profitieren

Wetterextreme nehmen zu und fordern die Hülle eines Hauses. Regelmäßige Kontrolle beugt Schäden vor. Sanierungen werden vom Staat gefördert.

Lange Trockenphasen und enorme Hitze waren in den vergangenen Monaten wieder Thema. Starkregen und Stürme können uns sowohl in der heißen Jahreszeit wie im nun beginnenden Herbst plötzlich heimsuchen. Trotz stetiger Klimaerwärmung sollte man im Winter damit rechnen, dass es auch zu Frost kommen kann. Das Wetter wird tendenziell extremer und damit wachsen die Anforderungen an die Hülle eines Hauses. „Einerseits bedarf es einer guten Dämmung, die die Hitze draußen und in der kalten Jahreszeit die Heizkosten niedrig hält“, sagt Matthias Gerdom, der in Osnabrück das Regionalbüro des Verbands Privater Bauherren (VPB) leitet. „Andererseits kommt es auf die Fassade an, die das Haus samt Dämmung vor den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen schützt.“

Zwei Systeme kommen bei Häusern meist zum Einsatz. Das eine ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade: Die äußere Hülle wird auf einer Unterkonstruktion aus Holz, Aluminium oder Stahl befestigt. „Profile an dieser Konstruktion trennen die Wärmedämmung und den Wetterschutz voneinander, sodass Luft zwischen Außenwand und äußerstem Fassadenmaterial zirkuliert“, erläutert Gerdom. „Dadurch trocknen Feuchtigkeit von außen und Kondenswasser, ohne die Dämmung anzugreifen und Schäden zu verursachen.“

Das andere ist das Wärmedämmverbundsystem: Dieses besteht aus dem eigentlichen Dämmstoff, einem Stabilisierungsgewebe und dem abschließenden Außenputz oder der Verkleidung. Mit Kleber, Dübeln oder einem Schienensystem wird all dies auf der Außenwand befestigt. „Hierfür lassen sich unterschiedliche Dämmstoffe verwenden – das können mineralische, organische oder holzbasierte Materialien sein“, so der Bausachverständige aus Osnabrück. „Wichtig ist, dass sämtliche Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.“ Deshalb bieten Hersteller in der Regel hierfür ein Komplettsystem an.

„Unabhängig davon, welches Fassadensystem man am Haus hat, empfiehlt es sich, die Hülle regelmäßig zu inspizieren“, rät Gerdom. Denn durch undichte Stellen könne Feuchtigkeit in die Außenwand und damit ins Haus eindringen. „Vor allem bei Putzfassaden sind Risse und Spalten kein gutes Zeichen.“ Auch Algen, Moos, Pilze, Ruß und andere Ablagerungen setzen der Gebäudehülle zu und können Schäden daran verursachen. „Wer die Fassaden seines Hauses regelmäßig reinigt, beugt dem vor“, so Gerdom.

Ob Handlungsbedarf besteht und was gegebenenfalls zu tun ist, können im Zweifelsfall unabhängige Bausachverständige sagen, etwa die aus dem Netzwerk des VPB. „Bei energetischen Sanierungen können private Bauherren von Zuschüssen für entsprechende Einzelmaßnahmen profitieren, die bis zu 20 Prozent der Kosten abdecken“, weiß Gerdom. „Darüber hinaus gibt es in vielen Kommunen und Städten zusätzliche Förderprogramme, beispielsweise in der Stadt Osnabrück, aber auch in zahlreichen anderen Regionen.“ Auch hierzu beraten die Sachverständigen aus dem Netzwerk des VPB.

Zudem können private Bauherren bei der energetischen Sanierung durch einen Energieeffizienzexperten einen Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent dessen Honorars zum KfW-Kredit erhalten: maximal 5.000 Euro bei Ein- oder Zweifamilienhaus, Reihenhaus oder Doppelhaushälfte; maximal 2.000 Euro pro Wohneinheit bei Eigentümergemeinschaften, dort insgesamt begrenzt auf maximal 20.000 Euro.

Fachkundiger Rat, der unabhängig von Bauprodukten und ausführenden Firmen erfolgt, wird vor allem wichtig, wenn eine umfangreichere Sanierung ansteht: Welches Fassadensystem passt zum Objekt? Wie stimmt man Dämmung und Heizung aufeinander ab? Welche Materialien sind empfehlenswert? Welche Reihenfolge ist sinnvoll und kann man auch in finanzierbaren Etappen sanieren? Darauf können die Fachleute aus dem Netzwerk des VPB Antworten geben – genau abgestimmt auf das einzelne Haus.