Expertenrat am Mittwoch

Hier finden Sie immer die letzten Artikel aus unserer Rubrik "Expertenrat am Mittwoch".
01. September 2010
Wärmepumpen arbeiten nicht überall effizient
BERLIN. Wärmepumpen gelten als sparsame Alternative zur herkömmlichen Heizung und werden entsprechend beworben. Dabei funktionieren Wärmepumpen nur unter bestimmten Bedingungen optimal, wie der Verband Privater Bauherren (VPB) mitteilt. Wirklich effizient arbeiten Wärmepumpen nur bei niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen, also ideal für Fußboden und Wandheizungen, und in Verbindung mit einer guten Wärmedämmung. Dies wird in der Werbung gerne verschwiegen, beobachtet der Verbraucherschutzverband. Auch kaum bekannt: Bei besonders niedrigen Außentemperaturen reicht die Wärmepumpe zur Heizung nicht mehr aus, oft muss dann eine elektrische Zusatzheizung benutzt werden. Und die treibt die Stromrechnung dann kräftig in die Höhe. Der VPB rät, vor dem Kauf einer Wärmepumpe einen qualifizierten und unabhängigen Energieberater einzuschalten. Der klärt, ob Gebäude und Wärmepumpe optimal aufeinander abgestimmt sind und ob sich diese Investition lohnt.
25. August 2010
Nachbarn haben ein Hammerschlags- und Leiterrecht
BERLIN. Viele Häuser stehen auf der Grundstücksgrenze. Das ist kein Problem, bis der Hausherr seine Grenzmauer sanieren, dämmen oder streichen möchte. Dann muss er den Nachbarn um Zutritt zu dessen Grundstück bitten. Weil nicht jeder Nachbar das gestattet, hat der Gesetzgeber das so genannte Hammerschlags- und Leiternrecht erdacht, erläutert der Verband Privater Bauherren (VPB). Darunter verstehen Fachleute das Recht, das Nachbargrundstück zu betreten, und von dort aus Arbeiten am Gebäude auszuführen, eine Leiter oder ein Gerüst auf dem nachbarlichen Grundstück aufzustellen. Das alles muss der Nachbar dulden, sofern der Bauherr keine Alternativen hat. Der bauende Nachbar darf das fremde Grundstück benutzen, muss dabei aber schonend vorgehen und Schäden ersetzen, gegebenenfalls auch Miete zahlen. Er muss zügig arbeiten, darf weder spät abends, noch in den Ruhezeiten oder an Sonn- und Feiertagen auf Nachbars Boden tätig sein. Wird das Grundstück zum Beispiel landwirtschaftlich genutzt, muss er Rücksicht nehmen und seine geplanten Arbeiten eventuell verschieben. Selbstverständlich muss der Bauherr dem Nachbarn frühzeitig mitteilen, was er vorhat. Der VPB mahnt allerdings zur Vorsicht: Stellt sich der Nachbar stur, dann darf der Bauherr sich nicht über ihn hinwegsetzen, sondern muss sein Hammerschlags- und Leiterrecht einklagen - obwohl es ihm zusteht.
18. August 2010
Klare Glühlampen bald verboten
Ab 1. September 2010 dürfen klare Glühlampen mit 75 Watt nicht mehr in den Handel gebracht werden. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) hin. Deckten sich vor einem Jahr, als die mattierten Lampen verboten wurden, noch viele Menschen vorsichtshalber mit den alten Modellen ein, hat sich die Aufregung inzwischen gelegt. Neben den Energiesparlampen haben sich inzwischen Halogenlampen und LEDs als sparsame und umweltfreundliche Alternativen gerade im Wohnbereich etabliert. Alle Leuchtmittel gibt es inzwischen auch mit Schraubsockel und in angenehm-wohnlichen Lichtfarben.
11. August 2010
Kein Bau ohne Bodengutachten!
BERLIN. Jeder Hausbau beginnt mit dem Bodenaushub. Deshalb spielt die Qualität von Grund und Boden auch eine wichtige Rolle beim Bauen. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) hin. Gerade Käufer von Schlüsselfertigimmobilien vertrauen oft leichtgläubig dem beauftragten Bauunternehmen und hoffen, er werde sich um Dinge wie Aushub und Bebaubarkeit des Bodens schon kümmern – und alles sei im Komplettpreis eingeschlossen. Dies ist aber oft nicht der Fall: Häufig fehlt im Vertrag das Baugrundgutachten. Das ist aber unentbehrlich, denn es zeigt, wie der Baugrund tatsächlich beschaffen ist, ob Bodenfeuchte oder drückendes Grundwasser, Fels oder nicht tragfähiger Boden Probleme bereiten, oder gar mit Altlasten zu rechnen ist. Erst wenn feststeht, worauf gebaut wird, kann der Unternehmer seriös kalkulieren, was Aushub, eventuelle Bodensanierung und Kellerkonstruktion tatsächlich kosten.
4. August 2010
Nach Sommerstürmen auch die Bäume prüfen
BERLIN. Sommerstürme haben es in sich! Sie können Ziegel lockern und vom Dach wehen, aber auch Fenster eindrücken und Rollläden aus ihren Führungsschienen reißen. Immer häufiger beobachtet der Verband Privater Bauherren (VPB) in der warmen Jahreszeit Schäden durch starke Stürme und sogar Windhosen. Hausbesitzer sollten deshalb nach jedem Sturm ihre Immobilie genau prüfen. Dabei dürfen sie auch die Bäume nicht vergessen. Abgebrochene Äste und beschädigte Kronen sind im vollen Laub nur schwer zu erkennen, können aber jederzeit abstürzen und müssen deshalb entfernt werden. Oft fällt während eines Sturmes auch der Strom aus. Elektrische und elektronisch gesteuerte Bauteile müssen kontrollieren und neu eingestellt werden. Der Kontrollgang ums Haus ist nach den Ferien ohnehin Sorgfaltspflicht.
28. Juli 2010
Hinterlieger hat ein Notwegerecht
BERLIN. Immer öfter werden große Grundstücke nachträglich geteilt. Dabei entstehen häufig Hinterliegergrundstücke, die keinen Zugang zur öffentlichen Straße mehr haben. Wer ein solches Grundstück besitzt, der hat ein so genanntes Notwegerecht. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) hin. Das bedeutet, er kann vom Nachbarn verlangen, die Verbindung zum öffentlichen Weg über dessen Grund führen zu dürfen. Dafür muss der Besitzer des Hinterliegergrundstücks dem Vordermann eine so genannte Notwegrente zahlen. Meist braucht der Hinterlieger aber mehr als nur einen schmalen Fußweg, der ihm als Notwegerecht zusteht. Um sein Haus bequem zu erreichen benötigt er eine Zufahrt. Das verlangt allein auch der Brandschutz. Der VPB rät deshalb, mit dem Nachbar einen entsprechenden Zuweg auszuhandeln und diese Regelung nicht nur mündlich zu vereinbaren, sondern auch im Grundbuch festschreiben zu lassen. Dann gilt das Weggerecht auch dann noch, wenn der Nachbar das Haus einmal verkauft und sich der Nachfolger vielleicht nicht mehr an alte Absprachen erinnert oder gebunden fühlt.

© VPB 2010, Berlin


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