Ihr persönliches Kennwort finden Sie in der aktuellen Mitgliederzeitschrift

Über uns
Berater finden

ServiceInfo
NeubauAltbauSchadstoffeEnergieBarrierefreiWohnungskauf

"ABC der Schadstoffe"


Typische Probleme und Mängel in Bauträgerverträgen

Asbest
Bauholz
Bakterien
Biologische Schadfaktoren
Chemische Verbindungen
Dämmstoffe
Dispersionsfarben
Elektrosmog
Formaldehyd
Flammschutzmittel
Filzstifte
Fogging
Gerüche
Hausstaubmilben
Holzschutz, konstruktiver
Holzschutzmittel
Imprägnierung
Innenraumhygieniker
Isocyanate
Jute
Kokos
Kork
Kleber
Lacke und Lasuren
Lärm
Laminat
Lindan
Lösungsmittel
Lüften
Montageschaum
Myzel
Nachkriegshaus
Naturfaserputze
Naturstoffallergien
Oberflächenbeschichtungen
PCP
Physikalische Schadfaktoren
Pilze
PVC
Radon
Radon-Karte
Schadfaktoren
Schimmel
Schimmelsanierung
Schnüffelprobe
Sisal
Stäube
Symptome
Tapeten
Teppichrücken
Umzug
Urlaub
Vinyltapeten
Volldeklaration
Wolle
Zellulose
Zusatzstoffe


Asbest:
Asbest gehört als künstliche Mineralfaser zu den so genannten physikalischen Schadfaktoren im Haus. Asbest ist in den vergangenen Jahren häufig zum Auslöser größerer Sanierungsmaßnahmen geworden. Als preiswerte Welle fand Asbest in den Nachkriegsjahren seinen Weg auf viele Dächer, als Platte sollte es beispielsweise altes Fachwerk vor Witterung schützen. Heute ist Asbest als Krebs erzeugend bekannt und im Baubereich verboten. Nach und nach werden alte Dächer und Verkleidungen, wie auch asbesthaltige Kleber und Dämmstoffe sowie asbesthaltige PVC-Beläge ausgebaut, aufwändig entsorgt und durch gesundheitlich unbedenkliche Materialien ersetzt. Dabei unterscheiden Fachleute zwischen schwach gebundenen Asbestprodukten und festen. Bei ersteren können sich Fasern lösen, das macht sie gefährlich, letztere sind unproblematisch, solange ihre Oberfläche intakt und versiegelt ist und keine Fasern frei liegen oder absplittern können. Generell bewirkt Asbest selten eine rapide Erkrankung, sondern wirkt über Jahre bis Jahrzehnte.

Bauholz:
Wer ein Holzhaus baut, der muss auf den konstruktiven Bautenschutz achten und die richtigen Hölzer wählen. Die gängigen, resistente Bauhölzer sind in fünf Klassen eingeteilt: Besonders resistent gegen Schädlingsbefall sind Robinien, sie gehören zur Resistenzklasse 1, in Klasse 2 folgen Eiche und Redcedar, in Klasse 3 Lärche und Douglasie, einen Mittelplatz zwischen den Klassen 3 und 4 belegt die heimische Kiefer, auf Platz 4 folgen Fichte und Tanne, und den Platz 5 belegen die vergleichsweise wenig resistenten Laubbäume Buche, Ahorn und Birke.

Bakterien:
Bakterien wie auch Pilze sind Lebewesen mit eigenem Stoffwechsel. Sie nehmen Nahrung auf und geben Stoffwechselprodukte zum Beispiel in Form von Alkoholen oder anderen chemischen Verbindungen an die Umgebung ab. Diese lassen sich bei Innenraumuntersuchungen nachweisen, und damit auch der Befall.

Biologische Schadfaktoren:
Ein Haus "lebt", im wahrsten Sinne des Wortes. Die meisten Hausbesitzer teilen sich ihr Heim mit unliebsamen und lästigen Mitbewohnern wie Schimmelpilzen, Bakterien, Hefepilzen, Schädlingen und Milben. Fachleute bezeichnen sie als so genannte biologische Schadfaktoren. Im Laufe der Jahrtausende hat sich der Mensch zwar an die Störenfriede gewöhnt, lästig und mitunter auch gesundheitsschädlich sind sie dennoch.

Chemische Verbindungen:
Experten können in Innenräumen heutzutage rund 8.000 chemische Verbindungen nachweisen. Ob eine chemische Verbindung gesundheitsschädlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab - von ihrer jeweiligen Konzentration im Raum, von ihren chemisch-physikalischen Eigenschaften, davon, wie weitere andere Schadfaktoren im Raum vorliegen und davon, wie lange die Bewohner der chemischen Verbindung im Raum ausgesetzt sind.

Dämmstoffe:
Dämmstoffe spielen eine zentrale Rolle beim Bauen. Sie schützen Häuser im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze. Gesundheitlich unbedenklich sind alle Dämmstoffe aus Naturfasern, wie etwa Flachs, Hanf, Holz, Kork, Roggen, Schafwolle, Schilf oder Zellulose. Problem bei der Baustoffauswahl: Nicht alle Naturdämmstoffe entsprechen den brandschutztechnischen Vorschriften. Sie werden deshalb oft nachgerüstet - teilweise mit unproblematischen, teilweise mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen. Es ist deshalb wichtig, schon bei der Bauplanung über zusätzlichen konstruktiven Brandschutz nachzudenken, damit die Natur belassenen Dämmstoffe auch im privaten Wohnhaus eingebaut werden können. Der Bausachverständige hilft dabei weiter.

Dispersionsfarben:
Dispersionsfarben sollten empfindliche Menschen nur mit Vorsicht anwenden. Auch wenn sie das Gütesiegel „Blauer Engel“ tragen, verbergen sich in den Farben häufig Zuschlagstoffe, die auf dem Etikett nicht deklariert sind, und auf die einzelne Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen reagieren können. Außerdem mindern sie die Fähigkeit des Putzes Feuchtigkeit aus der Wohnnutzung aufzunehmen und abzugeben. Als Farben eignen sich, je nach Untergrund: Auf Lehmputzen Kalkkasein- oder Silikatfarben sowie Lasuren und auf Kalkputzen Keim-, Kasein- oder Kalkkaseinfarben sowie Naturharzfarben und alle Anstriche, die auf rein mineralischen Rohstoffen basieren. Wichtig: Zusätze wie Weichmacher, Kunstharze oder Konservierungsmittel dürfen nicht in der Natur-Farbe enthalten sein. Allergiker sollten unbedingt auf die Volldeklaration aller Inhaltsstoffe achten!

Elektrosmog:
Elektromagnetische Belastungen sind objektiv mit physikalischen Methoden messbar und setzen vielen Menschen zu. Deshalb ist es bei der Planung eines Hauses sinnvoll, sich bereits im Vorfeld Gedanken über die spätere Nutzung und auch die Möblierung der einzelnen Räume zu machen. An Wänden etwa, an denen Betten stehen, sollten von vorn herein keine Elektroleitungen vorgesehen werden. Der heute allgegenwärtige hausinterne Elektrosmog lässt sich bei geschickter Planung und guter Bauberatung vermeiden, zumindest minimieren. Außerdem sollten im Wohnbereich nur abgeschirmte Kabel verwendet werden. Das ist im Neubau kein Problem, der Bauherr kann von vorne herein das richtige Material auswählen. Was aber macht der Althausbesitzer? Er kann sich so genannte Netzfreischaltungen einbauen lassen. Sie schalten nicht nur das Elektrogerät ab, sondern mit dem Gerät auch gleichzeitig den gesamten Stromkreis, an dem das Gerät hängt. Das ist ideal für Schlaf- und Kinderzimmer: Wird das Licht ausgeknipst, entfällt die elektromagnetische Belastung von Geräten, Lampen und der Elektroinstallation. Freischaltungen lassen sich nachträglich in alten Häusern einbauen. Der Einbau ist immer Sache des kompetenten Fachbetriebes.

Formaldehyd:
Formaldehyd ist eine bekannte und weit verbreitete leichtflüchtige organische Verbindung. Es entweicht aus dem Kleber in Spanplatten, aus Versiegelungen, vielen Teppichböden, Heimtextilien, Presskorkplatten (die mit formaldehydhaltigem Kleber verpresst sind) und Mineralfaser-Dämmstoffen. Formaldehyd wirkt manchmal viele Jahre lang auf die Bewohner ein und kann unter anderem Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Husten, Übelkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit und Depressionen verursachen.

Flammschutzmittel:
Flammschutzmittel gelten als gesundheitlich nicht unbedenklich. Sie lassen sich unter anderem in verschiedenen Holzlasuren nachweisen, in einigen Tapeten, in manchen Schallschutzplatten und Akustikdecken, aber auch in verschiedenen Teppichrücken, Polstermöbeln, Schaumstoffmatratzen, Monitoren, Fernsehgeräten, Videorekordern ebenso wie in Montageschäumen, die heute standardmäßig zum Ausschäumen von Hohlräumen am Bau eingesetzt werden. Typische von Flammschutzmitteln verursachte Beschwerden sind Reizungen von Haut, Schleimhäuten und Atemwegen.

Filzstifte:
siehe Lösungsmittel

Fogging:
Beim Fogging, einem noch relativ neuen Phänomen, werden ganze Wände schwarz. Laien halten dies oft irrtümlich für Schimmelbildung oder für mangelnde Hygiene. Dabei hat Fogging ganz andere Ursachen. Seit Mitte der 1990er Jahre etwa treten diese russähnlichen Staubablagerungen in Innenräumen auf. Fachleute nennen sie Schwarzstaubablagerungen, Fogging oder Magic Dust. In der Regel tritt das Phänomen, nämlich die plötzliche Schwärzung ganzer Räume, zu Beginn der Heizperiode auf und unmittelbar nach Renovierungsarbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob in den Räumen geraucht wird oder nicht, oder welche Art der Heizung installiert ist. Auch Immissionen von außen, Russablagerungen durch Öfen und Kamine und dergleichen lassen sich als Ursachen ausschließen. Fachleute vermuten, dass dabei schwerflüchtige organische Verbindungen eine Rolle spielen, die besonders in frisch renovierten Räumen ausgasen. Diese Verbindungen haben einen Siedepunkt über 200 Grad Celsius. Sie setzen sich auf kälteren Oberflächen ab und hinterlassen dort einen klebrigen Film. Auf dem lagern sich Feinstaubpartikel ab und bilden den als Fogging gefürchteten grau-schwarzen, schmierig-öligen Film. Das Phänomen ist noch nicht komplett erforscht. Aller Wahrscheinlichkeit nach spielen synthetische Baustoffe mit Lösemitteln und Weichmachern eine zentrale Rolle. Wer auf sie verzichtet, der beugt dem Fogging-Effekt vor.

Gerüche:
Gerüche gehören zum Alltag. Aber nicht alle Gerüche sind angenehm und gesund. Gesundheitsgefährdende gasförmige Verbindungen können beispielsweise nicht nur über die Lunge in den Organismus gelangen, sondern auch über die Riechzellen in der Nasenschleimhaut über elektrische Impulse direkt ins Gehirn weiter geleitet werden. Gerüche sind nicht immer leicht zu analysieren, weil sie sich oft aus verschiedenen Verbindungen zusammensetzen. Die Geruchsqualität gibt dem Innenraumanalytiker oft Hinweise auf eine bestimmte Ursache. Dauerhafte Gerüche und Ausdünstungen aus der Bausubstanz können im Extremfall ein Haus unbewohnbar machen. Es gibt unterschiedlichste Ursachen von Gerüchen: Neben Schimmelpilzbelastungen prägen verschiedenste chemische Verbindungen wie Chlornaphthaline, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe oder Lösemittel eine Geruchsauffälligkeit aus. Die Ursache wird von Innenraumanalytiker und Baufachmann gemeinsam gesucht. Je nach Befund und Gefährlichkeit der Ursache müssen Bauteile und Einbauten ausgetauscht oder fachgerecht saniert werden.

Hausstaubmilben:
Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen, Pollen und von Schimmelpilzen und deren Sporen. Die von Allergikern gefürchteten Milben sind überall dort heimisch, wo Menschen oder Tiere leben. Das Spinnentier hat acht Beine und wird, je nachdem, zu welcher der rund 40 Arten sie gehört, zwischen einem zehntel und einem halben Millimeter groß. Milben bevorzugen 25 bis 30 Grad Celsius Wärme und 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Sie leben häufig in Matratzen, Polstermöbeln und Teppichböden. Weniger die Milben machen Menschen zu schaffen, als ihre Exkremente. Mit ihrem Kot scheiden Milben Pilze aus, die Allergien auslösen können. Gegen Milben helfen vor allem regelmäßiges feuchtes Wischen und häufiges Staubsaugen.

Holzschutz, konstruktiver:
Holzhäuser, gleich, ob in Skelettbauweise, als Rippenbau oder als Massivholzkonstruktion, sind - materialgerecht geplant und fachlich korrekt ausgeführt und gepflegt - annähernd so haltbar wie Steinhäuser. Wichtig beim Holz ist der so genannte konstruktive Bautenschutz. Darunter verstehen Fachleute zum Beispiel ein weiter über die Fassaden hinausgezogenes Dach, das die Hauswände vor Regenwasser schützt, oder den Schutz des Hirnholzes vor eindringendem Wasser und die Verwendung von besonders resistentem Holz in wasserbelasteten Bereichen. Wichtig beim Holzhaus ist immer: Holz muss trocken sein oder nach einem Regenguss zumindest schnell wieder abtrocknen können. Trockenes Holz mit einer Holzfeuchte von unter 20 Prozent ist nach Erkenntnissen versierter Fachleute sicher vor Pilzbefall. Dauerhaft feuchtes Holz dagegen fault und bietet Pilzen und Schädlingen Angriffsflächen. Gelingt es, das Haus durch konstruktive Maßnahmen trocken zu halten, dann kann auf chemische Holzschutzmittel komplett verzichtet werden.

Holzschutzmittel:
Holzschutzmittel gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Früher wurden sie nur außen am Haus verwendet, seit den 1960er Jahren haben sie in private und öffentliche Innenräume Einzug gehalten, wurden teilweise sogar zur Auflage gemacht – mit verheerenden gesundheitlichen Wirkungen für die Bewohner. PCP (Pentachlorphenol) und Lindan, aus der Gruppe der mittel- bis schwerflüchtigen organischen Verbindungen, sind heute in Holzschutzmitteln verboten. Die Industrie hat alternative, weniger bedenkliche Materialien entwickelt. Grundsätzlich aber empfehlen Innenraumanalytiker und Bausachverständige im Einklang mit dem Bundesgesundheitsamt: Auf Holzschutzmittel im Innenraum sollte grundsätzlich ganz verzichtet werden!

Imprägnierung:
Empfindliche Menschen vertragen natürliche Baustoffe besser als synthetische. Deshalb entscheiden sich Allergiker häufig für Teppiche aus Naturwolle oder Vorhangstoffe aus reinen Naturfasern. Vorsicht hier vor allem bei Vorhängen geboten. Weil sie als Naturfaser nicht den Brandschutzbestimmungen entsprechen, werden sie meist imprägniert. Mit der Imprägnierung geht dann die Naturreinheit verloren. Private Bauherren sollten darauf achten, denn sie müssen keine speziell imprägnierten Gardinen oder Teppiche aufhängen. Brandschutzvorschriften ist auch im Privathaus wichtig, aber die Vorschriften für die Imprägnierung der Vorhänge bezieht sich auf öffentliche Gebäude.

Innenraumanalytiker:
Jeder vierte Deutsche hat ein geschädigtes Immun-, Nerven- oder Hormonsystem, jeder Dritte ist Allergiker. Tendenz steigend. Auf der Suche nach den Ursachen wird immer noch viel zu selten das Wohnumfeld der Betroffenen untersucht. Das Thema Schadstoffe in Innenräumen ist äußerst vielfältig und komplex. Es umfasst viele Fachgebiete, von der Architektur über die Biologie, die Physik und Chemie bis hin zur Medizin. Um den gesamten Bereich kümmern sich qualifizierte Bausachverständige und Innenraumanalytiker beziehungsweise Innenraumhygieniker. Neben allerlei Heilsbringern und Scharlatanen kümmern sich auch viele seriöse Technikern und Wissenschaftler mit dem Thema und forschen intensiv auf diesem großen Gebiet.

Isocyanate:
Montageschäumen, die heute standardmäßig zum Ausschäumen von Hohlräumen am Bau eingesetzt werden, enthalten neben Flammschutzmitteln auch Isocyanate. Diese entwickeln im Brandfall giftige Gase.

Jute:
Naturfaserteppiche bestehen aus Jute, Kokos, Baumwolle, Seegras, Sisal oder Zellulose. Sind belastbar, schlucken Trittschall und tragen zum angenehmen Wohnklima bei. Das A und O ist aber die Rückseite des Belages: Sie sollte nicht aus synthetischen Materialien bestehen. Schaumstoffrücken können Schadstoffe ausgasen; diese chemischen Verbindungen, die viele Menschen als typischen „Neugeruch“ wahrnehmen, können schädlich für die Gesundheit sein.

Kokos:
Kokosteppiche werden aus den zähen Fasern der Kokosnuss gewonnen. Die Teppiche sind extrem reiß- und scheuerfest und schlucken den Trittschall - was zum angenehmen Wohnklima beiträgt. Ist der Teppich durch und durch aus Kokos, dann kann er nach seinem langen Leben direkt auf den Kompost. Achtung: beim naturreinen Produkt darf die Rückseite nicht aus Schaumstoff bestehen!

Kork:
Kork ist aus der Rinde der Korkeichen. Die Korkrinde wird zu Granulat zerkleinert und unter Druck und Hitze mit Hilfe von Natur- oder Kunstharzklebern zu Platten und Blöcken gepresst. Im Handel sind massive Korkfliesen und Fertigparkette. Innenraumhygieniker empfehlen, den Korkboden unversiegelt zu lassen und ihn mit Naturölen beziehungsweise Naturwachsen zu schützen.

Kleber:
Eine bekannte und weit verbreitete leichtflüchtige organische Verbindung ist Formaldehyd. Es entweicht aus dem Kleber in Spanplatten, aus Versiegelungen, vielen Teppichböden, Heimtextilien, Presskorkplatten (die mit formaldehydhaltigem Kleber verpresst sind) und Mineralfaser-Dämmstoffen. Formaldehyd wirkt mitunter Jahre lang auf die Bewohner ein und kann unter anderem Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Husten, Übelkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit und Depressionen verursachen.

Lacke und Lasuren:
siehe Oberflächenbeschichtungen

Lärm:
Baufachleute und Mediziner wissen: Lärm macht krank. Deshalb spielt der richtige Schallschutz beim Bauen eine zentrale Rolle. Weil Schallschutzdämmung schwer nachzurüsten ist, empfehlen Bausachverständige, ihn von Beginn an einzuplanen. Bei der Schalldämmung, speziell der Trittschalldämmung werden andere Dämmmaterialien verwendet als bei der Wärmedämmung. Grundsätzlich gilt: Je schwerer ein Material ist, umso besser dämmt es den Schall. Je leichter und luftiger ein Baustoff ist, umso besser hält er die Temperatur.

Laminat:
Viele Bauherren und Sanierer entscheiden sich für Laminat, weil sie vermuten, es handele sich um einen natürlichen und deshalb gesundheitlich unbedenklichen Holzboden. Das stimmt nicht: Laminatboden kein klassischer Holzboden, sondern eine Platte, die aus mehreren Schichten verschiedenen Materials, nicht nur Holz, hergestellt und mit Kunststoff beschichtet wird. Laminat ist mit Natur belassenem Holz nicht zu vergleichen.

Lindan:
siehe PCP

Lösungsmittel:
Zu den so genannten flüchtigen organischen Verbindungen zählen Lösemittel, wie sie beispielsweise in Filzstiften, Parfüm, in Lacken und Farben, in Klebern, Spiritus, Benzin oder Heizöl vorkommen, und in vielen Bodenbelägen, Wandfarben, Möbeln. Diese Stoffe lassen sich durch Lüften relativ einfach beseitigen – allerdings nur vorübergehend. Wenn die Quelle selbst im Raum bleibt, dann kehren auch die Ausdünstungen zurück. Typische Nebenwirkungen dieser Stoffe sind Kopfschmerzen, Unwohlsein und Bronchialerkrankungen.

Lüften:
Ein relativ neues Problem sind die extrem winddichten Häuser. Als Folge der Energieeinsparungsvorschriften müssen hochgedämmte Häuser heute luftdicht abgeschottet werden. Der früher durch schlecht schließende Fenster übliche „natürliche“ Luftaustausch ist nicht mehr möglich. Folglich muss heute viel konsequenter gelüftet werden. Das machen die meisten Menschen aber nicht. Die Folge sind hohe Luftfeuchtigkeiten und Stoffkonzentrationen in den Innenräumen. Bei mangelhafter Lüftung gedeiht nicht nur der Schimmel, auch chemische Verbindungen bleiben länger im Innenraum. Darunter leiden besonders die Bewohner neuer Häuser.

Montageschaum:
Montageschäume haben es in sich! Aus Isocyanaten und einem mehrwertigen Alkohol entsteht der Polyurethanschaum (PU), der sich in alle Fugen sprühen lässt. Während die Isocyanate schnell abreagieren, verbleiben die im Schaum enthaltenen Flammschutzmittel längere Zeit in den Innenräumen. Diese stehen im Verdacht, unter anderem Haut und Schleimhautreizungen auszulösen und die Infektanfälligkeit zu erhöhen. Brennt es doch einmal, dann setzt der Schaum im schlimmsten Fall sogar giftige Blausäure frei. Übrigens: Das Isocyanatasthma ist sogar eine anerkannte Berufskrankheit.

Myzel:
Pilze, dazu zählen im Haus vor allem Schimmelpilze, setzen sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen. Dem Myzel genannten Wurzelgeflecht, dem Fruchtkörper und den Sporen.

Nachkriegshaus:
Wer ein Haus aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bewohnt und es in den vergangenen Jahrzehnten nicht modernisiert hat, der wird selten mit Gebäude bedingten Erkrankungen zu tun haben. Bis in die 1960er Jahre wurden beim Einfamilienhausbau vor allem natürliche, traditionelle Baustoffe verwendet, die im Allgemeinen für die Bewohner gut verträglich sind. Erst in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren begannen die Probleme. Moderne Baustoffe, vor allem PVC und Kunstfasern setzten sich durch. Statt der bis dahin gebräuchlichen, traditionellen rund 50 Baumaterialien standen nun mehrere hundert zur Verfügung – und wurden von Architekten und Heimwerkern auch benutzt. Mit all den damit verbundenen Problemen.

Naturfaserputze:
Neben Naturputzen sind so genannte Naturfaserputze im Handel. Das sind Putze oder Flüssigtapeten, die aus Baumwoll- oder Zelluselose-Flocken und -Fasern bestehen oder aus Textilfasern wie Viskose, Leinen, Jute oder Hanf. Naturfaserputze sind umweltfreundlich in der Herstellung und „atmungsaktiv" – und leicht auszubessern: Bei kleinen Schäden wird die Oberfläche angeweicht und anschließend wieder geglättet.

Naturstoffallergien:
Natürliche Baustoffe sind das Non plus ultra im gesunden Hausbau. Einer kleinen Gruppe Bauherren allerdings bekommen gerade die Naturstoffe gar nicht: Naturstoffallergiker müssen sich vor all jenen natürlichen Materialien hüten, die anderen Menschen Erleichterung bei Beschwerden bringen und gesundes Wohnen erst ermöglichen. Unter diese Naturprodukte fallen zum Beispiel Latex oder auch verschiedene Öle. Der Einbau von Naturprodukten schützt also nicht jeden Menschen vor Allergien. Innenraumanalytiker und Baufachleute helfen Naturstoffallergikern. Wenn sie wissen, welche Stoffe die Allergien auslösen, finden sie für den Bauherrn individuelle Alternativen.

Oberflächenbeschichtungen:
Ob Böden und Wände durch Lacke, Lasuren, Wachse oder Öle geschützt werden müssen, das hängt vor allem von der Beanspruchung ab. Sollen Holzfassaden und Holzwände farbig gefasst werden, empfehlen Baufachleute Lasuren oder Lacke auf Leinölbasis. Lasuren schützen Oberflächen gegen Schmutz, Witterung und vor UV-Strahlung, für Böden sind sie aber nicht geeignet; sie reiben sich ab. Für härter beanspruchte Flächen eignen sich im Außenbereich Lacke. Lacke sind druckfestere Oberflächenbeschichtungen. Ideal für beanspruchte Holzoberflächen in Innenräumen, für Möbel, Parkette und Holzdielenböden sind Öle und Wachse. Das Öl dringt tief in die Holzfasern ein, das Wachs wird als Oberflächenbehandlung darüber gelegt. Lösemittel machen Farben streich- und spritzfähig, sind aber wegen ihrer Ausdünstungen umstritten; Nitrolacke haben einen Lösemittelanteil von etwa 80 Prozent, Naturharzlacke von rund 30 Prozent. Vermeiden sollten empfindliche Bauherren chemische Lösemittel wie aromatische Kohlenwasserstoffe oder Glykole. Sie können zu Gesundheitsschäden führen. Als Lösemittel bei Naturfarben werden Alkohole, Wasser, Terpene oder Isoaliphate eingesetzt.

PCP:
PCP (Pentachlorphenol) und Lindan waren früher in Holzschutzmitteln enthalten und gehören zur Gruppe der mittel- bis schwerflüchtigen organischen Verbindungen. Sie haben negative Geschichte geschrieben und sind seit Jahren berüchtigt! Sie sind nicht nur Wirkstoffe gegen Pilz- und Insektenbefall, sondern sie haben auch eine lange Halbwertszeit: Es dauert Jahrzehnte, bis sich die Holzschutzmittel im Haus abgebaut haben und Menschen in den Häusern wohnen können. Diese Holzschutzmittel sind inzwischen verboten, die Industrie hat zwar weniger bedenkliche Materialien entwickelt, aber Innenraumanalytiker, Bausachverständige und das Bundesgesundheitsamt raten, in Innenräumen auf Holzschutzmittel ganz zu verzichten.

Physikalische Schadfaktoren:
Zu den physikalischen Schadfaktoren im Haus gehören Elektrosmog, Lärm, Radioaktivität, Radon und künstliche Mineralfasern inklusive Asbest.

Pilze:
Pilze, ebenso wie Bakterien, sind Lebewesen und haben einen eigenen Stoffwechsel. Sie nehmen Nahrung auf und geben Stoffwechselprodukte ab, zum Beispiel in Form von Alkoholen oder anderen chemischen Verbindungen. Diese lassen sich bei Innenraumuntersuchungen in der Raumluft nachweisen, und damit auch der Befall.

PVC:
Polyvinylchlorid (PVC) ist ein spröder Kunststoff, dem Weichmacher zur Verarbeitung zugesetzt werden müssen. Diese werden mit der Zeit zumindest teilweise wieder freigesetzt und belasten die Innenräume. Neben anderen Zuschlagstoffen werden in der Regel Schwermetalle als Stabilisatoren für PVC verwendet. Bei der Verbrennung von PVC-haltigem Material können die Ultragifte Dioxine und Furane entstehen. Grundsätzlich sollten Bauherren den Einbau von PVC-Rohren vermeiden. Auch Kabel sollten PVC- und halogenfrei sein. Geeignet sind sortenreine Kunststoffe wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP).

Radon:
Radon ist ein chemisches Element und radioaktiv. Quelle des Radons ist neben machen Baustoffen das im Urgestein und im Erdreich in Spuren vorhandene Radium, das auf seinem Weg an die Erdoberfläche langsam zu Radon zerfällt. Dabei sammelt sich das gasförmige Radon im Erdreich an und dringt mancherorts in Hauskeller ein. Weil es sehr schwer ist, verharrt es dort und reichert sich zu ungesunden Konzentrationen an. Radon wird heute für einen Teil der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland verantwortlich gemacht. Erhöhte Radonbelastungen kommen vorzugsweise in Bergbauregionen vor (siehe dazu Radon-Atlas und Radon-Karte des Bundesamts für Strahlenschutz). Innenraumanalytiker empfehlen vor allem Bewohnern der gefährdeten Regionen, oder Menschen mit ungeklärter Lungenkrebsursache zur Untersuchung ihres Hauses auf Radonbelastung. Bestätigt sich der Verdacht, muss der Hausherr beispielsweise das Gebäude zum Erdreich hin sorgfältig abdichten. Abhilfe schaffen unter Umständen auch schon regelmäßiges Lüften oder der Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage.

Radon-Karte und Radon-Atlas:
Auf dem Radon-Atlas und der Radon-Karte des Bundesamts für Strahlenschutz sind die Gebiete, in denen Radon vorkommt, kartiert. Der Radonatlas befindet sich hier: http://tinyurl.com/39rpxss, die Radon-Karte hier: http://tinyurl.com/3y3svtp.

Schadfaktoren:
Innenraumexperten unterscheiden verschiedenen drei Arten von Schadfaktoren – chemische, physikalische und biologische.

Schimmel:
Schimmelpilze gehören zu den biologischen Schadfaktoren. Sie können schwere Gesundheitsstörungen auslösen, wie entzündliche Erkrankungen des Organsystems, der Nägel, Haare und Atmungsorgane, ferner Allergien, Hautreizungen, grippeähnliche Beschwerden, schwere Erschöpfungszustände, Schwindel, Gedächtnis- und Sprachstörungen sowie Atemwegserkrankungen bis hin zu schwerem Asthma. Es gibt etwa 100.000 Schimmelpilzarten. Etwa 100 davon sind für Innenraumprobleme relevant - einer fällt als potenzielle biologische Waffe sogar unter das Kriegswaffenkontrollgesetz: stachybotris chartarum. Gefährlich wird es für den Menschen immer dann, wenn die Schimmelpilzkonzentration im Innenraum steigt und das Immunsystem angegriffen ist. Vor allem, wo es feucht ist, fühlen sich Schimmelpilze wohl, wachsen und geben verstärkt Sporen, geruchsauffällige Stoffwechselprodukte und Schimmelpilzgifte ab. Vor allem letztere können dem Menschen erheblich zusetzen. Schimmelpilze sind Lebewesen mit eigenem Stoffwechsel. Ihre Stoffwechselprodukte lassen sich bei Innenraumuntersuchungen nachweisen. Das ist wichtig für die Innenraumanalytiker, denn nicht immer zeigt sich der Schimmel auf den ersten Blick als typischer schwarzer Belag, sondern er wächst oft im Verborgenen, hinter Wandverkleidungen oder unter Bodenbelägen. Andererseits weist nicht jede Wandverfärbung automatisch auf Schimmelbildung hin! Deshalb untersuchen Innenraumanalytiker nicht nur die Raumluft, sondern nehmen bei Bedarf auch Material- und Staubproben. Hilfreich ist mitunter sogar der Einsatz eines Schimmelspürhundes. Wird Schimmel nachgewiesen, muss er fachgerecht beseitigt werden.

Schimmelsanierung:
Schimmelpilze benötigen drei Dinge zum Gedeihen: Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung, sprich energiereiches organisches Material. In bewohnten Gebäuden sind Wärme und entsprechendes Nährmaterial vorhanden, die notwendige Feuchtigkeit fehlt meist. Es reichen allerdings schon geringe Schäden, ein paar Tage nur, in denen Wasser durch ein defektes Rohr Wandbereiche durchnässt, um das Wachstum von Schimmelpilzen auszulösen. Wasserschäden und Wärmebrücken bilden die Hauptursachen für Schimmelpilzbildung. Wird Schimmel im Haus nachgewiesen, muss er beseitigt werden. Bei der Sanierung ist die Zusammenarbeit von Baufachleuten und Innenraumanalytikern unerlässlich. Nur gemeinsam können sie Schäden, den Schädling identifizieren und die richtige Sanierungsmethode wählen. Zunächst suchen Bausachverständige die Feuchtequelle und beseitigen deren Ursache. Anschließend wird das Haus getrocknet. Parallel dazu analysieren Innenraumanalytiker die genaue Art des Schimmelpilzes und dessen Ausmaß, damit sie wissen, mit welchem „Gegner“ sie es zu tun haben. Danach werden die mit dem Schimmelpilz belasteten Bauteile sorgfältig gereinigt oder sogar komplett ausgetauscht. Wichtig dabei: Der Erfolg der Sanierung muss später kontrolliert werden, damit kein Schimmel unerkannt zurückbleibt.

Schnüffelprobe:
Auch Baustoffe, die im Allgemeinen gut verträglich sind, wie etwa Linoleum oder auch Naturkautschuk, haben einen charakteristischen Geruch. Der verflüchtigt sich sich zwar irgendwann, aber diese Ausdünstungen vertragen nicht alle gut. Deshalb: Vor dem Kauf dieser Produkte immer ein kleines Muster zur "Schnüffelprobe" mit nach Hause nehmen und prüfen, ob man damit leben kann.

Sisal:
Sisalteppiche werden aus den strapazierfähigen Blattfasern der Sisalagave hergestellt und sind reißfest, schallschluckend und kompostierfähig. Achten müssen Bauherren auf die Rückseite des Belags: Sie sollte nicht aus synthetischen Materialien bestehen, denn Schaumstoffrücken können Schadstoffe ausgasen.

Stäube:
Fachleute unterscheiden zwischen groben Stäuben, die teilweise schon in der Nase gefiltert und wieder ausgestoßen werden, und so genannten lungengängigen Feinstäuben, die bis in die Lunge dringen und dort Gesundheitsschäden auslösen können. Ob und wann Stäube gesundheitsschädlich sind, das hängt von ihrer Zusammensetzung und der Größe der Staubpartikel ab. Ein menschliches Haar, Pollen, Milben oder Seesand sind großkörnig und werden bereits in der Nase ausgefiltert. Milbenkot, Talkumpulver oder so genannter luftgetragener Hausstaub sind feinkörniger und dringen bis in die Lunge ein. Gefährlich wird es auch, wenn die Stäube organische Verbindungen wie beispielsweise Formaldehyd transportieren und bis in die Lungenbläschen vordringen. Das gilt auch für Viren, Bakterien und Tabakrauch. Gegen Staubattacken mit solcher Zusatzlast hat der Mensch außer einem intakten Immunsystem keine Schutzbarrieren. Deshalb ist wichtig, die Stäube im Haus möglichst zu reduzieren. Regelmäßiges feuchtes Wischen oder Staubsaugen mit entsprechendem Feinfilter sind sinnvolle Maßnahmen. Wichtig ist auch die Art der Heizung: Umluft- oder Konvektionsheizungen etwa führen zu großen Luftbewegungen und damit zum Aufwirbeln des Staubes. Bausachverständige geben deshalb Strahlungsheizsystemen den Vorrang vor Konvektionsheizungen.

Pilze:
Pilze, ebenso wie Bakterien, sind Lebewesen und haben einen eigenen Stoffwechsel. Sie nehmen Nahrung auf und geben Stoffwechselprodukte ab, zum Beispiel in Form von Alkoholen oder anderen chemischen Verbindungen. Diese lassen sich bei Innenraumuntersuchungen in der Raumluft nachweisen, und damit auch der Befall.

Symptome:
Erste Anzeichen für gebäude- oder wohnraumbedingte Erkrankungen sind meist unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Hautreizungen, Schleimhautschwellungen, hohe Infektanfälligkeit, allergische und asthmaähnliche Beschwerden, Reizung von Augen, Nase, Rachen, Schlafstörungen, rheumaähnliche Beschwerden, auch Neurodermitis, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, unklare Angstzustände oder Haarausfall. Oft leidet erst ein Familienmitglied an einem oder mehreren Symptomen, dann nach und nach auch die anderen. Auffällig: Verreist die Familie für einige Zeit, klingen die Symptome meist vorübergehend ab.

Tapeten:
Die meisten Bauherren bevorzugen Tapeten. Wer an seine Gesundheit denkt, der findet akzeptable Materialien, wie Raufasertapeten. Sie bestehen in der Regel aus zwei miteinander verklebten Papierschichten. Zwischen den beiden Bahnen liegen Holzfasern und Holzspäne. Problematisch sind bei diesen Tapeten nur die Kleber, die meist Kunstharze enthalten. Wer schlichte, einschichtige Produkte wählt, der kann den Kunstharzkleber umgehen. Kritisch sind immer Textiltapeten. Auch wenn sie als Naturprodukte bezeichnet werden, sind die im Gewebe enthaltenen Fasern aus Seide, Wolle, Flachs oder Baumwolle in der Regel mit Dispersionskleber verleimt oder in geschmolzenes Polyethylen eingebettet. Diese Klebeschichten verhindern die Wasserdampfdiffusion, die Tapeten wirken wie eine Sperrschicht. Außerdem können Textiltapeten zusätzlich mit Mottenschutzmitteln ausgerüstet sein. Fachleute raten grundsätzlich ab von konventioneller Massenware. Vor allem sehr billige Tapeten bestehen häufig aus komplexen Mischungen von Natur- und Synthetikfasern mit verschiedenen synthetischen Zuschlägen. Der Käufer weiß nie, was darin verarbeitet ist und wie er darauf reagiert

Teppichrücken:
Flammschutzmittel gelten als gesundheitlich nicht unbedenklich. Sie lassen sich unter anderem in verschiedenen Teppichrücken nachweisen. Typische von Flammschutzmitteln verursachte Beschwerden sind Reizungen von Haut, Schleimhäuten und Atemwegen.

Umzug und Umbau:
Wer an so genannten unspezifischen Symptomen leidet, die der Arzt nicht zuordnen kann, der leidet häufig an einer wohnraumbedingten Erkrankung. Dann sind Eigeninitiative gefragt und die Erinnerung: Wann traten die Krankheitszeichen erstmals auf? Häufig lässt sich der Beginn auf einen Umzug datieren, einen Umbau oder eine größere Renovierungsmaßnahme. Dann ist es wahrscheinlich, dass sich die Schadstoffe, auf die der Mensch reagiert, im neuen Haus befinden, der neuen Wohnung (auch ans neue Büro denken!) oder in den frisch verbauten Baustoffen.

Urlaub:
Lassen bestimmte gesundheitliche Beschwerden, für die der Betroffene und sein Arzt keine Erklärung haben, im Urlaub merklich nach, dann raten Innenraumhygieniker und auf Schadstoffe spezialisierte Bausachverständige dringend zu einer Wohnraumanalyse. Wahrscheinlich sind im Haus Schadstoffe vorborgen, die dem Bewohner das restliche Jahr über gesundheitlich Probleme bereiten. Sind die Probleme bekannt, dann lassen sie sich auch beseitigen.

Vinyltapeten:
Gesundheitlich bedenklich sind Vinylschaumtapeten. Sie enthalten gesundheitlich bedenkliche Weichmacher und beeinträchtigen das Raumklima, weil sie jeglichen Feuchtigkeitstransport unterbinden. Dadurch kann es zu Schimmelbefall kommen. Außerdem laden sich die Kunststofftapeten elektrostatisch auf und ziehen Staub an.

Volldeklaration:
Unter dem Begriff Volldeklaration verstehen Fachleute die exakte Auflistung aller Inhaltsstoffe eines Produktes. Das bedeutet: Sämtliche Rohstoffe und chemischen Verbindungen müssen aufgelistet sein. Verallgemeinernde Hinweise sind nicht zu-lässig. Noch ist die Volldeklaration im Bereich der Baustoffe nicht vorschrieben. Dabei könnte die Volldeklaration, ähnlich wie der Beipackzettel eines Medikamentes, dem Verbraucher und Bauherrn genau dokumentieren, was er kauft und verarbeitet. Allergieauslösende Stoffe – und manche wohnraumbedingt Erkrankung - ließen sich so vermeiden.

Wolle:
Wer Teppiche mag, der sollte auch hier auf traditionelle, gesundheitlich gut verträgliche Materialien achten. Dazu zählen Naturfaserteppiche aus Schafwolle, Ziegenhaar, Kokos oder Sisal. Vorsicht: Wenn der Naturhaarteppich mit Motten- oder Käferschutzmitteln ausgerüstet wurde oder der Kleber problematisch ist, dann wird der gesamte Teppich wieder zum Gesundheitsrisiko.

Zellulose:
Zellulose ist Papier. Daraus werden nicht nur Dämmstoffe hergestellt, sondern beispielsweise auch Teppiche. Wichtig bei Zellulose ist wie bei allen andere Naturstoffen auch die Verarbeitung. Werden sie mit Flammschutzmitteln, Mottenschutz oder einem Schaumstoffrücken versehen, ist gesundheitliche Unbedenklichkeit dahin, denn viele Zusatzstoffe gasen aus und sind gesundheitsschädlich.

Zusatzstoffe:
Weil natürliche Baustoffe für die meisten Menschen besser verträglich sind als synthetische, entscheiden sich Allergiker und vorausschauende Bauherren immer häufiger für natürliche Alternativen. Dabei müssen sie allerdings auf Zusatzstoffe achten! Teppiche aus reiner Naturwolle oder Vorhangstoffe aus reinen Naturfasern verlieren unter Umständen ihre naturreine Güte, wenn sie beispielsweise mit Mottenschutzmitteln ausgerüstet werden. Das gleiche gilt für Dämmstoffe aus Hanf, Schafwolle oder Flachs. Sie entsprechen als reines Material nicht den Brandschutzvorschriften und werden deshalb häufig imprägniert. Aber gerade mit einer Imprägnierung geht die Naturreine in der Regel verloren.





VPB
© VPB 2016, BerlinVerbraucherschutz am Bau zur HomepageBauherrenverbandImpressumBauberatung Diese Seite drucken Bauherrenschutz Zum Seitenanfang

Die Inhalte dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, der Übersetzung und der Verwendung in elektronischen bzw. mechanischen Systemen behält sich der Urheber vor. Eine Nutzung der Texte bedarf unserer vorherigen schriftlichen Zustimmung.

Baupraxis Neubau Baupraxis Altbau Baupraxis Schadstoffe Baupraxis Energiesparen