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Presseinformation vom 03. Dezember 2004

VPB warnt: Passivhaus ist nicht immer Passivhaus


BERLIN. "Mit diesem Passivhaus reduzieren Sie Ihre Heizkosten auf Null!" Mit solchen und ähnlichen Versprechungen locken manche Bauträger und Schlüsselfertiganbieter potenzielle Hauskäufer. Der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt vor diesen Angeboten und rät zur sorgfältigen Prüfung. "Natürlich", so Jürgen B. Schrader, Vorsitzender des VPB, ist das Passivhaus das Haus der Zukunft, und es lässt sich inzwischen sogar zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen realisieren. Aber, der Begriff "Passivhaus" ist gesetzlich nicht geschützt, die Werte, die ein Passivhauses erreichen soll, sind nicht verbindlich geregelt." Deshalb können Anbieter den Passivhausstandard ohne Risiko versprechen. "Der Bauherr sollte sehr vorsichtig sein", warnt Jürgen B. Schrader, "zu dem Begriff "Passivhausstandard" muss er sich im Vertrag unbedingt konkrete Heiz- und Verbrauchswerte garantieren lassen." Nur so kann er später prüfen, ob er wirklich ein Passivhaus bekommen hat oder nicht.

Das erste Passivhaus Deutschland entstand 1991 in Darmstadt-Kranichstein. Es war eine Studie, begleitet unter anderem vom Hessischen Umweltministerium. "Seither hat sich in der Fachwelt der Begriff "Passivhaus" für all jene Häuser durchgesetzt, die pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr nicht mehr als 1,5 Liter Heizöl oder 1,5 Kubikmeter Erdgas verbrauchen", erläutert VPB-Vorsitzender Schrader. Das sind sensationelle Werte, und wer ein solches Haus besitzt, der spart wirklich Heizkosten.

Aber Vorsicht: Das Passivhaus darf nicht verwechselt werden mit dem Niedrigenergiehaus: Das ist seit 2002 gesetzlich vorgeschriebener Standard für alle Neubauten; Niedrigenergiehäuser verbrauchen maximal sieben Liter Heizöl, beziehungsweise sieben Kubikmeter Erdgas, pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr.

Wie, mit welchen Baustoffen und welcher Art der Dämmung der Passivhausstandard im Einzelfall erreicht wird, das spielt keine Rolle. Das Konzept aus Haus und Dämmung und die Berechnungen müssen stimmen. Zu den zentralen Punkten des Passivhauskonzepts gehört neben der notwendigen Lüftungsanlage, die ein völlig neues Lüftungsverhalten der Bewohner erfordert, vor allem die Luftdichtheit der Gebäudehülle. Das Haus muss absolut luftdicht sein, damit wertvolle Wärme mit der Luft nicht durch Ritzen und Fugen entweichen kann. "Das lässt sich mit einem Blower-Door-Test, der auch eine Leckstellensuche umfasst, zuverlässig überprüfen", erklärt Vorsitzender Schrader. "Deshalb muss auch ein solcher Test im Vertrag verbindlich festgeschrieben werden."

Zu den klassischen Leistungen der VPB-Baufachleute gehört die baufachliche Beratungen beim Abschluss des Kaufvertrages wie auch die Kontrolle des gesamten Bauverlaufs. "Gerade bei jungen Technologien sollten Bauherren sich den Rat erfahrener Fachleute holen", rät Jürgen B. Schrader; der VPB hat seit seiner Gründung 1976 über 50.000 Bauherren beraten. "Übrigens", so erinnert der VPB-Vorsitzende, "für echte Passivhäuser gibt es zinsgünstige Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)."


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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