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Presseinformation vom 08. April 2008

VPB warnt vor Holzschädlingen im Alt- und Neubau


Interview mit Angelika Rösner, Bauherrenberaterin im VPB-Regionalbüro Schwerin

Frage:
Frau Rösner, wer ein altes Haus kauft, der sollte nicht nur auf das Alter von Fenstern und Heizkessel achten, sondern auch auf den Zustand des verbauten Holzes. Woran erkennt der Laie, ob Dachkonstruktionen, Deckenbalken oder Fachwerkgefüge von Schädlingen befallen sind?

Antwort:
Das ist nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Schädlinge: Pilze, darunter auch Schimmel, und Insekten. Aufmerksam sollten Kaufinteressenten immer werden, wenn ein Haus muffig riecht. Solch ein Gebäude ist meist feucht. Und das sind ideale Bedingungen für Schädlinge.

Frage:
Welche Hinweise gibt es noch?

Antwort:
Vorsicht ist auch geboten, wenn schwarze Schimmelspuren Wände oder Ecken verfärben, wenn Wände außen oder innen feucht sind, beispielsweise entlang der Sanitärleitungen. Auch leckende Regenrinnen und defekte Fallrohre, verstopfte Abflüsse und gebrochene Grundleitungen sind ernste Bauschäden, die ein Gebäude schnell durchfeuchten und damit zum willkommenen Nährboden für holzzerstörende Pilze und Insekten machen.

Frage:
Woran erkennt der Gutachter den Pilz?

Antwort:
Zunächst am Holz selbst, außerdem an den sichtbaren Fruchtkörpern oder am Myzel. Myzelien sind strangartige Fäden, die auch schnell mit Spinnweben zu verwechseln sind. Das Myzel kann aber auch wattig oder flächig vorkommen. Finden wir solche Gebilde, dann untersuchen wir sie mikroskopisch, um endgültig zu klären, mit welchem Schädling wir es zu tun haben. Aber meist wissen wir das schon nach dem ersten Blick. Höchste Alarmstufe gilt beispielsweise, wenn wir ein weißes oder gräuliches watteartiges Myzel entdecken. Dabei handelt es sich in der Regel um den gefährlichen Echten Hausschwamm. Dunkelbraune bis schwarze, spinnweben- und zwirnsfadenähnliche Stränge weisen auf den Braunen Keller- oder Warzenschwamm hin. Er wächst gerne zusammen mit dem Weißen Porenschwamm und kann der Wegbereiter für den Echten Hausschwamm sein.

Frage:
Außer den holzzerstörenden Pilzen, was setzt dem Holz am Bau noch zu?

Antwort:
Holzzerstörende Insekten. Dazu zählen der bekannte Hausbock, aber auch seine Genossen, wie etwa der Splintholz- und der Nagekäfer, der Borkenkäfer, ferner Termiten, auch die Holzwespe und die Ameise. Ein Insekt hört sogar auf den originellen Namen "Trotzkopf". Allein in Mitteleuropa unterscheiden wir über 100 Arten so genannter holzzerstörender Insekten, die meisten von ihnen zählen zur Gattung der Käfer.

Frage:
Was macht diese Insekten so gefährlich?

Antwort:
Sie legen ihre Eier ins Holz. Dort schlüpfen die Larven, und die richten dann die eigentlichen Verheerungen an. Sie wachsen und fressen sich durchs Holz, bohren dabei tiefe Gänge und pulverisieren die Bauteile sozusagen von innen heraus. Das ist gefährlich, denn die meisten Holzbalken sind wichtig für die Statik und damit für die Standsicherheit des Gebäudes. Sind sie im Innern zerfressen, tragen die Balken die Last nicht mehr, und das Haus kann unter Umständen einstürzen.

Frage:
Ist das nicht auch Panikmache?

Antwort:
Keineswegs. Wer Befall entdeckt, der muss schnellstmöglich handeln, sonst werden die Schäden noch größer. Das gilt bei den holzzerstörenden Insekten ebenso wie etwa bei den Schwämmen. Hausbesitzer dürfen Befall in keinem Fall auf die leichte Schulter nehmen.

Frage:
Wie erkennt der Fachmann die holzzerstörenden Insekten im Holz?

Antwort:
Sie hinterlassen Spuren. Wulstige Fraßgänge etwa deuten auf den Hausbock hin. Sitzt der im Holzbalken, hört man unter Umständen von außen auch seine raspelnden Fraßgeräusche. Kreisrunde Bohrlöcher im Holz weisen uns auf den Nage- und Splintholzkäfer hin. Auch Holzmehlhäufchen auf dem Boden zeigen uns den Weg zum Zerstörer im Balken darüber. Höchste Zeit für Rettungsmaßnahmen ist es, wenn sich der Holzbalken beim Anfassen unter den Fingern auflöst.

Frage:
Was raten Sie Hausbesitzern oder Kaufinteressenten, wenn sie solche Spuren entdecken?

Antwort:
Ein solches Haus sollte niemand ohne gründliche vorherige Untersuchungen kaufen. Der Bausachverständige klärt, wie groß der Schaden ist, ob er überhaupt reparabel ist und falls ja, was die Sanierung kostet. Danach entscheidet sich der Interessent für oder gegen den Kauf. Der Hausbesitzer hat es da schwerer - er muss in jedem Fall sanieren lassen.

Frage:
Wie geht er dabei vor?

Antwort:
Wer Schädlingsbefall im Holz hat, der sollte zunächst immer erst einmal sämtliche Bauteile untersuchen lassen. Und zwar vom erfahrenen Sachverständigen. Erst auf der Basis des Expertengutachtens entscheidet sich, wie und in welcher Reihenfolge saniert wird. Unter Umständen müssen dabei ja nicht nur die sichtbar betroffenen Bauelemente erneuert werden, sondern auch große Teile der sie umgebenden Bausubstanz. Es reicht nicht, einfach nur den Zimmermann zu bestellen, damit er schnell mal einen Balken austauscht.

Frage:
Muss ein von Schädlingen befallenes Haus unter Umständen abgebrochen werden?

Antwort:
Das kann passieren, wenn es beispielsweise vom Echten Hausschwamm allumfassend befallen ist und kein erhaltenswertes, beispielsweise denkmalgeschütztes Haus ist. Die Sanierung ist dann sehr aufwändig und kann teurer als ein Neubau sein. Glücklicherweise passiert das aber nur sehr selten. Gegen die Ausbreitung der meisten Schädlinge haben wir wirksame Möglichkeiten, vorausgesetzt, der Befall wird rechtzeitig entdeckt.

Letzte Frage:
Wie kann sich der Hausbesitzer gegen diese Schädlinge schützen?

Antwort:
Er muss sein Haus pflegen, es trocken halten, kleine Schäden möglichst umgehend reparieren, damit sie keine schlimmen Folgen nach sich ziehen. Vor allem hilft regelmäßige Kontrolle, den Wert der Immobilie zu erhalten.


Pressebilder zum Thema Holzschädlinge

VPB warnt: Holzschädlinge können Standsicherheit des Hauses gefährden




Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


Pressekontakt: VPB-Pressebüro, Dipl.-Ing. Eva Reinhold-Postina, Telefon: 030 278901-22, E-Mail: presse@vpb.de

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