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Presseinformation zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2007

28. November 2007


VPB rät: Junge Bauherren sollten heute schon fürs Alter planen.


BERLIN. "Wer in seinen eigenen vier Wänden alt werden möchte, der sollte sein Haus bereits in jungen Jahren barrierefrei planen", rät Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Die Bundesbürger werden immer älter, und mit zunehmendem Alter leiden sie häufiger an körperlichen Behinderungen." Knapp drei Viertel der schwer behinderten Menschen im Land ist heute schon über 55 Jahre alt. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt, alles in allem gelten in Deutschland über 6,6 Millionen Menschen als schwer behindert, rund ein Drittel von ihnen leidet an körperlichen Behinderungen und ist im Alltag auf eine barrierefreie Umwelt angewiesen.

"Barrierefreies Planen empfiehlt sich vor allem für junge Bauherren", erläutert VPB-Vorsitzender Penningh, "denn sie sind die zukünftigen Senioren und müssen im Alter mit entsprechenden körperlichen Einschränkungen rechnen. Bereiten sie ihr eigenes Haus von Anfang an für eventuelle Behinderungen vor, dann müssen sie im Alter, nach Unfall oder Krankheit nicht umziehen, sondern können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und dort selbst bestimmt leben."

Gerade in der Planungsphase können viele Details berücksichtigt werden, um das Einfamilienhaus ohne größeren bautechnischen oder finanziellen Aufwand für eventuelle alters- oder unfallbedingte Behinderungen vorzubereiten. Behindertengerechte Planung beginnt an der Gartentür: Vorausschauende Bauherren vermeiden Schwellen und Treppenstufen auf allen Zuwegen, vor allem am Hauseingang. Sie sind nicht nur lästig im Alltag, sondern bilden für Alte, Geh- und Sehbehinderte wie auch für Rollstuhlfahrer gefährliche, kaum zu überwindende Hemmnisse.

Umsichtige Bauherren planen auch von vornherein viel Platz vor und hinter der Haustür ein: 1,50 Meter auf 1,50 Meter Bewegungsfläche benötigen Rollstuhlfahrer zum rangieren. Dieser Raum bewährt sich aber auch im Alltag junger Familien, sie brauchen Platz für Kinderwagen und Rutschautos. "Die Bewegungsfläche von 1,50 mal 1,50 Meter sollte grundsätzlich vor allen Türen, an allen Treppenantritten, im Flur, im Bad, in der Küche und auch auf der Gästetoilette eingeplant werden", rät Verbraucherschützer Penningh. Wichtig für Rollstuhlfahrer sind auch breite Haustüren: 90 Zentimeter lichtes Durchgangsmaß sollten im Neubau heute selbstverständlich sein.

Wer in jungen Jahren sein Haus baut, der rechnet noch nicht mit Gebrechlichkeit oder gar Behinderung im Alter. Es wäre auch verfrüht, zu diesem Zeitpunkt bereits Küche oder gar Bad behindertengerecht auszustatten. Sinnvoll ist es allerdings, Größe und Grundriss der Küche von Beginn an für alle Eventualitäten der Zukunft zu bemessen. Der größte mögliche Platzbedarf in der rollstuhlgerechten Küche errechnet sich aus dem Wendekreis eines elektrischen Rollstuhles 1,50 Meter. Entsprechend müssen in der Küche stets 1,50 Meter mal 1,50 Meter Bewegungsfläche vor den Küchenmöbeln eingeplant werden.

Auch die Küchentür sollte mindestens 90 Zentimeter breit sein oder sich zumindest im Bedarfsfall auf dieses Maß erweitern lassen. Das gilt natürlich für alle Türen im Haus: Im Idealfall sind sie 90 Zentimeter breit. Wer aber nicht schon in jungen Jahren mit solch großzügigen Türbreiten wohnen möchte, der kann sie zunächst mit einem entsprechend breiten Sturz versehen und dann auf ein kleineres Maß zumauern lassen. Die eine Steinreihe lässt sich später bei Bedarf leicht herausnehmen.

Wer barrierefrei baut, der muss auf versetzte Ebenen verzichten. Auch einzelne Treppenstufen im Wohnbereich, wie sie gerne zur Überbrückung leichter Hanglagen eingeplant werden, sollten vermieden oder im Notfall durch Schrägen ersetzt werden.

Die Technik spielt in der barrierefreien Wohnung eine große Rolle; kaum ein Haushalt kommt noch ohne Fernseher, Telefon oder Stereoanlage im Wohnraum aus. Und das ist erst der Anfang: Setzt sich moderne Kommunikationstechnik auf breiter Flur durch, dann stehen in bundesdeutschen Wohnzimmern bald handliche Multi-Media-PCs, die den Bewohner mit dem Rest der Welt und deren Diensten vernetzen. Hilfreiche Technik auch für Senioren und Menschen mit Behinderungen! Vorausschauende Bauherren lassen deshalb schon während des Baus entsprechend Leerrohre vorsehen. Auch elektrische Rollladenheber sind kein Luxus, sondern eine echte Alltagshilfe, vor allem, wenn die Kraft der Bewohner zum täglichen Öffnen und Schließen nicht mehr ausreicht. Übrigens: Auch Hebeschiebtüren, so genannte PSK-Türen, sind oft für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen ein Hindernis. Sie haben nicht die Kraft diese Türen zu öffnen. Der Bausachverständige hilft bei der Suche nach Alternativen.

Diese und weitere Planungsgrundlagen hat der VPB in seiner Broschüre "Vorbauen: Barrierefrei" zusammengestellt. Der Bauherren-Leitfaden, mit zahlreichen Erklärungen, Skizzen und Checklisten für alle Räume im Haus, kostet fünf Euro Schutzgebühr und kann hier bestellt werden.


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


Pressekontakt: VPB-Pressebüro, Dipl.-Ing. Eva Reinhold-Postina, Telefon: 030 278901-22, E-Mail: presse@vpb.de

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