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Presseinformation vom 28. Februar 2007

VPB rät: Energieberatung ist Voraussetzung für energetische Sanierung


BERLIN/KÖLN. Im kommenden Jahr soll in der Bundesrepublik der Energieausweis für Altbauten eingeführt werden. Davon versprechen sich die Politiker erhebliche Energieeinsparungen. Reimund Stewen, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB), allerdings zweifelt daran. Der Bausachverständige aus Köln kritisiert den geplanten Energieausweis als unzureichend. "Der Ausweis, gleich ob verbrauchs- oder bedarfsorientiert, dokumentiert stets nur den Ist-Zustand eines alten Hauses. Er wird zwar die Immobilienbesitzer für das Thema Energiesparen sensibilisieren, aber konkrete bautechnische Vorschläge, wie das alte Haus sinnvoll saniert werden könnte, liefert dieses Dokument nur sehr vage."

Für detaillierte Sanierungsvorschläge braucht der Hauseigentümer einen versierten Energieberater. Wie und wo findet er einen solchen Fachmann? "Das ist nicht ganz einfach", warnt der VPB-Sachverständige, "denn der Begriff Energieberater ist gesetzlich nicht geschützt. Schulung und Eignung sind sehr unterschiedlich." Energieberater ist kein Ausbildungs- oder Studiengang, sondern eine Zusatzqualifikation. Vor allem Architekten, Bauingenieure, aber auch Elektrotechniker und Maschinenbauer werden an Hochschulen, Akademien und von ihren Kammern weitergebildet. Handwerksmeister aus dem Bausektor können sich zum so genannten "Gebäudeenergieberater im Handwerk" schulen lassen.

"Je nach dem Umfang der geplanten Modernisierung sollte sich der Hausherr einen entsprechend qualifizierten Fachmann suchen", empfiehlt Reimund Stewen. "Energieberater aus dem Handwerk bewerten meist nur das von ihnen betreute Gewerk. Voraussetzung für ein tragfähiges Sanierungskonzept ist aber immer die umfassende Analyse des Gebäudes", erläutert Reimund Stewen. "Eine gute Stunde braucht der routinierte Sachverständige für die erste Untersuchung vor Ort." Dabei prüft der Fachmann den Bestand, er schaut sich Anschlüsse, mögliche Wärmebrücken, Kellerdecken, Dachschrägen, Fassadenaufbauten, Fenster und das Heizungssystem genau an. Danach kann er dem Hausbesitzer bereits sagen, was alles saniert werden sollte und welche Kosten, grob geschätzt, auf ihn zukommen. Erfahrene Bausachverständige gehen dabei über die reine Energieberatung hinaus und weisen bei der Begehung auch auf andere Gebäudeschäden hin, die behoben werden müssen.

Nächster Schritt ist ein mehrstufiges Sanierungskonzept, das bauphysikalisch genau auf die Besonderheiten des Hauses abgestimmt ist. "Das ist wichtig, denn alle Energiesparmaßnahmen müssen aufeinander abgestimmt sein und zum Gebäude passen, sonst holt man sich statt der gewünschten Einsparung schwere Baumängel ins Haus", resümiert Reimund Stewen langjährige Erfahrung. "Es ist nicht damit getan, einfach nur neue Fenster einzusetzen. Im Gegenteil: Gerade diese Maßnahme kann unter Umständen Feuchteschäden nach sich ziehen und damit den gefürchteten Schimmel, warnt der VPB-Verbraucherschützer und erinnert daran: "Seriöse Sanierungsgutachten sind stets firmen- und produktneutral."


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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