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Experteninterview Fördermittel für Hausbau und Modernisierung






Interview mit Dipl.-Ing. Andrea Blömer,
Sachverständige, Energieberaterin und Leiterin des VPB-Regionalbüros Iserlohn




1. Frage:
Frau Blömer, wie bekomme ich Fördermittel für die energetische Sanierung meines Altbaus vom Bund?

1. Antwort:
Die KfW stellt für die energetische Sanierung Fördermittel vor allem für Dachdämmungen, Dämmungen der oberen Geschoßdecke, Außenwanddämmung; Austausch von Fenstern oder der Haustür, Austausch der Heizungsanlage, den Einbau einer Lüftungsanlage oder die Dämmung der Kellerdecke zur Verfügung. Für ein Darlehen müssen Sie vor Beginn der Arbeiten über Ihre Hausbank einen Antrag bei der KfW stellen. Einen Zuschuss erhalten Sie direkt bei der KfW (www.kfw.de). Ein dafür zugelassener Sachverständiger ist einzuschalten. Die Zusage über die Förderung ist abzuwarten, denn ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Die BAFA fördert vor allem den Austausch von Heizanlagen, die nach dem Austausch vor allem unter dem Aspekt der Einsparung fossiler Energieträger verbaut wurde. Z.B. Solaranlagen zur Warmwasser- oder Heizungsunterstützung, Einbau zentral betriebener Holzpellettkessel oder Wärmepumpen. Es wird der Einsatz von regenerativen Energien gefördert.


2. Frage:
Kann ich auch bei einem Neubau Bundesförderungen in Bezug auf Energiesparsamkeit erhalten?

2. Antwort:
Ja, wenn Sie Ihren Neubau besser als die montan gesetzlichen Vorschriften energetisch planen, sind für Neubauten besondere Darlehen über die KfW zu erhalten. Ein möglicher Tilgungszuschuss wird mit der Rückzahlung des Kredits verrechnet. Sie zahlen dann weniger zurück. Auch hier sollten Sie im Vorfeld mit Ihrem Planer sprechen, denn diese Förderungen werden nur nach vorheriger Beantragung gewährt. Es sollte geprüft werden, ob weitere Förderungen aus dem Topf der BAFA möglich sind, da zum Beispiel der Einsatz einer Wärmpumpe zusätzlich gefördert werden würde. Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Förderungen. Immer ist hier der Endkunde derjenige der sich über mögliche Förderungen informieren muss.


3. Frage:
Noch mal nachgefasst: Für welche Maßnahmen bekomme ich so eine Förderung?

3. Antwort:
Vor allem wird gefördert, dass Sie als Verbraucher auch bei Neubauten einen erheblichen Mehraufwand für bessere Dämmung der Gebäudehülle oder Mehrkosten für die modernere Heiztechnik haben werden. Ebenso ist das bei der Sanierung von Altbauten zu betrachten, denn die Bearbeitung des Bestands ist eine der größten Aufgaben in der Umsetzung der Klimaziele. Die Bundesregierung möchte hier Anreize schaffen, den Mehraufwand durch die mögliche Förderung etwas abzufedern.


4. Frage:
Folgefrage: Wie hoch ist dann diese Förderung?

4. Antwort:
In der Regel sind es zunächst einmal zinsgünstige Darlehn der KfW, die im Moment bei einem Zinssatz von 0,75 Prozent im Bereich der Sanierung liegen. Darlehen im Bereich des Neubaus liegen abhängig von der gewählten Laufzeit bei einem Zinssatz von circa 1 Prozent. Bei diesen Darlehen gibt es zudem einen Tilgungszuschuss, der in der Höhe abhängig ist von den durchgeführten energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Direkte Zuschüsse im Bereich der Sanierung erhalten nur natürliche Personen als Eigentümer oder Ersterwerber von Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten oder Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften. Dieser liegt je nach Umfang der energetischen Maßnahmen zwischen 10 Prozent und 30 Prozent.


5. Frage:
Was muss ich bei der Förderung für die Förderprogramme des Bundes zur Energieeffizienz in Wohngebäuden beachten?

5. Antwort:
Grundsätzlich müssen Anträge vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Sie werden immer mit Hilfe eines sogenannten Energie-Effizienzexperten gestellt. Dieser ist auch für die Ausstellung des Verwendungsnachweises mit einzubeziehen. Auf der Internetseite www.energie-effizienz-experten.de sind diese nach Postleitzahlgebieten sortiert zu finden. Rufen Sie einen Experten oder eine Expertin an und fragen nach, welche Angaben er oder sie benötigt und wie im Büro die Abwicklung vonstatten geht. Es kann erforderlich werden, einen Ortstermin zu vereinbaren, um die Machbarkeit der Förderungen zu klären.


6. Frage:
Gibt es noch andere Förderprogramme zur Energieeinsparung?

6. Antwort:
Zum einen die bundesgeförderten Zuschüsse von der BAFA. In NRW in der Zeit vom 04.02.2019 bis Mitte November noch über das progres Programm NRW.

In beiden Programmen werden der Einsatz nachwachsender Rohstoffe zum Heizen oder der Warmwassererwärmung gefördert. Aber auch Möglichkeiten für den Einbau einer Lüftungsanlage oder die Erzeugung von Strom, die Nutzung für ein E-Auto kann gefördert werden.

Vor allem geht es jedoch um die Förderung von Heizanlagen mit hohen ökologischen Anforderungen gefördert. Zum Beispiel Solaranlagen, Wärmepumpen, Einbau von Holzpelletanlagen oder Lüftungsanlagenanlagen. Auch hier ist wieder der Antrag vor Baubeginn zu stellen und die zugelassen Anlagen sollte man vorher mit dem Unternehmer besprechen. Der Unternehmer bescheinigt hier den korrekten Einbau gemäß den Förderrichtlinien. Auf den Internetseiten der BAFA bzw. des progres NRW sind in Listen die förderfähigen Anlagen hinterlegt. Hier sollte der Endkunde vom Unternehmer die Einhaltung dieser Förderbedingungen verlangen.

Hier einige Internetseiten in denen Sie die Förderbedingungen und ggfs. die Antragsformulare herunterladen können:
https://www.bafa.de/.../heizen_mit_erneuerbaren_energien_node.html
https://www.bafa.de/.../energieberatung_wohngebaeude_node.html
https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/energie_berbau/

Eine weitere Übersicht über mögliche Förderungen bundesweit kann man auf der Internetseite www.foerderdatenbank.de finden.


7. Frage:
Gibt es noch oder wieder die KfW-Mittel für den Abbau von Barrieren? Was muss ich dabei beachten? Wir wollen das Bad umbauen.

7. Antwort:
Es gibt weiterhin Fördermittel zum Abbau von Barrieren. Hier sollten Sie in jedem Fall die Merkblätter der KfW beachten, da kein Sachverständiger diese Anträge kontrolliert. Der Unternehmer ist für die richtige Ausführung zuständig.

Auf der Internetseite www.kfw.de/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Barrierereduzierung finden Sie für das Programm Nr. 159 (Kredit) oder Nr.455-B (Zuschuss) die erforderlichen Merkblätter und Angaben zu den technischen Mindestanforderungen an den Umbau Ihres Bades. Auch Anforderungen z.B. an den Einbruchschutz werden hier erläutert.


8. Frage:
Muss ich denn die vom BAFA-Vor-Ort-Berater empfohlenen Maßnahmen durchführen? Es wird ja doch recht teuer….

8. Antwort:
Nein diese Beratungsberichte und die mündlichen Erläuterungen dazu sind lediglich Empfehlungen. Auch wenn Sie eine Förderung zu dieser Energieberatung erhalten haben, können Sie frei entscheiden, welche Maßnahmen Sie umsetzen möchten.


9. Frage:
Wen empfehlen Sie bei einem schlüsselfertigen Bau hinzuzuziehen (ich möchte ohne zusätzlichen Architekten bauen) und in welchen Phasen? Also vor Unterzeichnung des Vertrages und zu welchem Zeitpunkt beim Bau oder der Abnahme – wer wären hier geeignete Kandidaten (Rollen)?

9. Antwort:
Wenn Sie sich zu einer Mitgliedschaft in unserem Verband Privater Bauherren entschließen, können Bauherrenberater im VPB Sie während der Auswahlphase des Bauunternehmers bis zur Endabnahme der Ausführung bautechnisch begleiten. Wir sind Architekten und Ingenieure, die sich insbesondere als Interessenvertreter der als Laien zu betrachtenden Bauherren verstehen. Wir schauen unabhängig an den kritischen Punkten in die Verträge bzw. bei kritischen Punkten in der Ausführung. Im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung weisen wir Sie auf die Möglichkeiten der Förderung eines Neubaus durch zum Beispiel die KfW beziehungsweise die Einholung von Zuschüssen durch die BAFA hin. Vorab sollten Sie mit Finanz- und Steuerberater das Budget klären. Die Regionalbüros des VPB unterhalten zudem Netzwerke zu weiteren Experten. Vor allem im privaten Baurecht erfahrene Rechtsanwälte gehören dazu und wären für die juristische Beratung schon ab den Vertragsverhandlungen empfehlenswert.


(Stand 6/2019)



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Ergänzende Informationen finden Sie u.U. hier:
Blower-Door-Test - Energieberatung - Bauvertrag - Bauberater - Bausachverständiger - Verbraucherverband - Baufachleute - Thermografie

 

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