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Pressemitteilung vom 16. Dezember 2015

VPB: Nicht länger auf Polystyrol setzen, sondern ökologische Produkte weiterentwickeln!


BERLIN. "Wer heute schlüsselfertig baut und eine Putzfassade möchte, der bekommt fast ausschließlich Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol. Wird Polystyrol, das mit HBCD als Brandschutzmittel versehen ist, demnächst tatsächlich nach den Regelungen für gefährliche Abfälle behandelt, dann haben Bauherren ein Problem", konstatiert Dipl.-Ing. Thomas Penningh, Präsident des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Hunderttausende Bauherren hätten dann mit einem Federstrich Sondermüll auf der Fassade."

Seit Jahren werden Wohnhäuser, speziell schlüsselfertige Objekte, mit Polystyrol gedämmt. Der Fassadenaufbau aus dünner Außenwand und gleichdicker Dämmschicht gilt im Schlüsselfertigbau als alternativlos. Die Baufirmen schätzen das Material, es ist leicht zu handhaben und kann auch mal im Regen liegen. "Die meisten Bauherren schauen natürlich auf den Preis. Alternativen bekommen sie meist nicht genannt. Sie erkaufen sich Energieeffizienz und damit ja auch den Umweltschutz durch den Einsatz oft umweltbedenklicher Produkte", resümiert Thomas Penningh die Situation. Kritik am Material wurde vor einiger Zeit laut, weil Polystyrol schnell Feuer fängt. Inzwischen sind weitere Bedenken hinzugekommen, nämlich Biozide, die dem Material zugesetzt werden, um Algen- und Schimmelpilzbildung auf den gedämmten Hausfassaden zu verhindern.

"Um Wärmedämmung kommt aber niemand herum", gibt der VPB-Präsident zu bedenken. "Die ab Januar geltende nächste Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird das Problem zusätzlich verschärfen. Wer schon im Haus wohnt, der kann nichts mehr machen, wer aber noch im Planungsstadium ist, der kann sich noch nach Alternativen umsehen."

Bei Fassaden kommen im Massivbau als Alternative Dämmstoffe Mineral- und Holzfaserplatten oder gedämmte Steine infrage. Die Materialien sind auf dem Markt, haben aber, neben höheren Kosten, auch Nachteile: Mineral- oder Holzfaserplatten erreichen nicht die gleichen Dämmwerte bei gleicher Stärke wie der Kunststoff. Sie müssen entsprechend dicker ausfallen, was wiederum andere Zuschnitte und Befestigungen erfordert. Die gedämmten Steine lassen sich ebenfalls nicht nach Belieben zuschneiden. Deshalb gibt es für Ecken und Aussparungen Sondersteine, deren Einsatz muss aber genau geplant werden. Das alles treibt die Kosten. Viele Firmen bieten es gar nicht erst an. "Und solange die Bauherren nicht nach Alternativen fragen, wird sich das auch nicht ändern."

"Wir als Verbraucherschutzverband sehen hier auch die Baustoffindustrie in der Pflicht", konstatiert Bausachverständiger Penningh. "Wir brauchen keine weiteren Neuentwicklungen auf Erdölbasis, keine Kleber oder Schäume, die Mörtel ersetzen. Wir brauchen vielmehr nachhaltige Produkte, die die Umwelt schonen und sich nach Jahrzehnten wieder recyceln lassen. Die bereits vorhandenen ökologischen Materialien können dazu noch erheblich verbessert werden. Das ist ein großer Markt!"

Wer jetzt sein Haus plant, der sollte sich vom unabhängigen Experten über Alternativen beraten lassen. "Zumindest für die Dämmung des Daches sind die ökologischen Baustoffe gut geeignet. Dazu zählen Flachs, Hanf, Jute, Zellulose, Holzfaser oder sogar Schafwolle", listet Thomas Penningh auf. "Allerdings sollten die Bauherren auch hier genau hinschauen, denn oft sind Dämmstoffe wie die Wolle dann wieder mit Flammschutzmitteln ausgerüstet, und die schränken den ökologischen Wert des Produkts wieder ein. Es lohnt sich deshalb, auf Qualitätssiegel zu achten, wie etwa natureplus oder mindestens den Blauen Engel."


Für die Redaktion:

Der VPB bietet in seinem Servicebereich auch den kostenlosen VPB-Ratgeber "Qualitätssiegel" an. Sie finden ihn unter dem nebenstehenden QR-Code oder direkt hier:
VPB-Ratgeber_Qualitaetssiegel.pdf



Lesen Sie dazu auch das Interview von VPB-Präsident Dipl.-Ing. Thomas Penningh:
>> Ökologische Dämmstoffe bevorzugen!



Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


Pressekontakt: PPR, Am Stützelbaum 7, 64342 Seeheim-Jugenheim, Telefon 06257 507990, Fax: 06257 507994, E-Mail: presse@vpb.de


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