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Stichwort: Zahlungsplan


Zahlungsplan muss Baufortschritt entsprechen


Dreiviertel aller Bauherren leisten unfreiwillig Vorauskasse, dies kritisiert der Verband Privater Bauherren (VPB). Sie haben einen Bauvertrag mit einem überzogenen Zahlungsplan unterzeichnet, und ihr Vertragspartner, ein Schlüsselfertiganbieter, bittet sie kräftig zur Kasse, bevor die Bauleistungen erbracht sind. Dabei gilt am Bau grundsätzlich: Zahlung nach Abnahme, also nach erbrachter Leistung.

Überzogene Zahlungspläne sind im Baugeschäft an der Tagesordnung, bemängelt der VPB. Sie bergen enorme Gefahren: Muss der Bauunternehmer Insolvenz anmelden, dann hat der Bauherr das Nachsehen. Er bleibt auf einer unfertigen Bauruine sitzen. Obendrein verliert er das gesamte voraus gezahlte Geld, denn Bauunternehmer sind in der Regel Gesellschaften mit beschränkter Haftung und haften im Insolvenzfall nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Und das deckt in keinem Fall die Schäden.

Vor solchen finanziellen Katastrophen schützt den Bauherrn nur ein solider Zahlungsplan. Dabei sollten folgende Richtwerte zu Grunde gelegt werden: Zum Vertragsabschluss bezahlt der Bauherr nichts. Die erste Rate des Preises, rund 40 Prozent der Summe, wird erst nach Fertigstellung des Rohbaus einschließlich der Zimmererarbeiten fällig.

Eine langjährige Forderung des VPB ist seit 2009 geltendes Recht: Private Bauherren haben einen Anspruch auf eine Erfüllungssicherheit in Höhe von fünf Prozent. Auch die Rechtzeitigkeit der Herstellung ist abgesichert. Wächst die Vergütung zum Beispiel wegen Vertragsänderungen um zehn Prozent, entsteht ein neuer Anspruch auf Sicherheitsleistung. Wenn der Unternehmer einverstanden ist, kann der Betrag von der ersten Rate einbehalten werden, ansonsten muss er die Sicherheit in anderer Weise leisten. In der Regel wird dann eine selbstschuldnerische Bürgschaft gestellt. Wie der Anspruch auf die Erfüllungssicherheit vom Unternehmer erfüllt werden soll, sollten Bauinteressierte bei den Verhandlungen von sich aus zum Thema machen.

Weitere 40 Prozent zahlt der Bauherr nach der Dacheindeckung und den Dachklempnerarbeiten, nach der abgeschlossenen Rohbauinstallation von Heizung-, Sanitär- und Elektroinstallationen, nach dem Fenstereinbau und der Verglasung, nach den Innenbauarbeiten ohne Beiputz, nach den Estricharbeiten und nach den Fliesenarbeiten im Sanitärbereich.

Ist das Haus auch innen bezugsfertig und sind die Fassadenarbeiten abgeschlossen, dann sind weitere 15 Prozent der Kaufsumme an den Bauunternehmer zu überweisen.

Den Restbetrag von fünf Prozent, so rät der VPB, sollte der Bauherr grundsätzlich als Gewährleistungssicherheit einbehalten. Denn oft treten Schäden erst nach ein paar Jahren auf, aber immer noch innerhalb der Gewährleistungsfrist. Ist die Firma dann nicht mehr am Markt, bleibt der Bauherr auf seinen Schäden sitzen. Solche Gewährleistungseinbehalte müssen vor Vertragsabschluss ausgehandelt und im Bauvertrag entsprechend festgeschrieben werden. Neben dem Einbehalt des Geldes gibt es auch die Möglichkeit, die fünf Prozent der Bausumme über eine Bankbürgschaft absichern zu lassen.

Nur wer in Etappen bezahlt, der kann sein finanzielles Risiko minimieren, resümiert der VPB. Er bezahlt immer nur, was er für sein Geld bekommen hat. Wird der Bauunternehmer insolvent, dann bleibt dem Bauherrn genügend Geld übrig, um andere Handwerker mit den Restarbeiten zu beauftragen. Seriöse und solvente Bauunternehmer, so der Verbraucherschutzverband, sind mit solchen Zahlungsplänen einverstanden.

Bauträger, die auf eigenem Boden bauen, dürfen Geld vom Bauherrn nur nach den Bestimmungen der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) annehmen. Entweder stellen sie für die Vorauszahlung eine Sicherheit, meist eine Bankbürgschaft, oder sie vereinbaren einen Zahlungsplan, der den Anforderungen der MaBV entspricht. Auch hier hat der Erwerber Anspruch auf die Erfüllungssicherheit.


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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