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Presseinformation – Serviceartikel
Stichwort: Einzugstermin


VPB: Baufirmen legen Einzugstermin in der Regel nicht fest


BERLIN. "Und Weihnachten verbringen Sie schon in Ihrem neuen Haus!". Diese Aussicht klingt verlockend für alle, die vom Eigenheim träumen. Kommt dann noch das Versprechen hinzu, das neue Haus zum besonders günstigen Festpreis zu bauen, greifen viele zu: Neun von zehn privaten Bauherren kaufen heute ein schlüsselfertiges Haus. Nach Erfahrung des Verbands Privater Bauherren (VPB) klaffen aber zwischen den vollmundigen Versprechungen während der Verkaufsverhandlungen und dem tatsächlichen Bauvertrag erhebliche Lücken. Termine beispielsweise werden im Vertrag nur selten genannt.

Wie das Institut Privater Bauherren in seiner Studie "Schlüsselfertig Bauen - Die Bauverträge mit privaten Bauherren in der Praxis" belegt, werden in nur rund 17 Prozent der untersuchten Bauverträge Termine für die Fertigstellung des Hauses fixiert. Rund die Hälfte aller Verträge setzt zwar einen Bauzeitraum in Monaten und Wochen fest, kassiert die Zusagen dann aber wieder durch schwammige Verlängerungsklauseln. Ein knappes Drittel aller für die Studie untersuchten Bauverträge enthält gar keine näheren Hinweise zur Bauzeit.

Bauverträge sind frei verhandelbar. Feste Termine können, müssen aber nicht vereinbart werden! Bauherren möchten natürlich wissen, wann sie einziehen können und versuchen, einen festen Einzugstermin auszuhandeln, das wissen alle VPB-Berater, sie wissen aber auch: Meist klappt das nicht. Wenn es genügend Bauwillige gibt, sitzen die Schlüsselfertiganbieter am längeren Hebel. Da heißt es: Entweder Sie bauen zu unseren Bedingungen oder gar nicht."

Wird doch ein Termin in den Bauvertrag aufgenommen, heißt das noch nicht viel, so der VPB. Selbst wenn im Bauvertrag scheinbar präzise steht "die Bauzeit beträgt sieben Monate nach Baubeginn", so kann der Bauunternehmer den Baubeginn fast nach Belieben hinauszögern. Tatsächlich ist er auch von der Erteilung der Baugenehmigung abhängig. Dann kann die Firma den Bauantrag einfach später einreichen und damit auch die Baugenehmigung verzögern.

Gleiches gilt für die Werkplanbesprechung. Ohne diese kann weder die Tragwerksplanung gemacht, noch mit dem Bau begonnen werden. Wird der Baubeginn davon abhängig gemacht, kann es schon mal vorkommen, dass zwischen Baugenehmigung und Werkplanbesprechung Monate liegen - und der Bauherr nichts dagegen machen kann. Häufig setzen Schlüsselfertiganbieter auch den Anschluss von Bauwasser und Baustrom für den Baubeginn voraus. Die Zuständigkeit dafür haben sie vorher vertraglich auf den Bauherrn abgewälzt.

Schlüsselfertiganbieter haben nach VPB-Erfahrung viele Möglichkeiten, um den Baubeginn nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Manchmal machen sie ihn von der Fertigstellung der Bodenplatte abhängig. Mit der lassen sie sich dann viel Zeit. In manchen Verträgen sind Betriebsferien oder Bauferien angekündigt, die die Bauzeit automatisch verlängern. Wann und wie lange die Ferien sind, das steht aber in der Regel nicht darin.

Warum verzögern die Firmen den Baubeginn? Viele Baufirmen jonglieren mit den Terminen und optimieren so den Einsatz ihrer Kolonnen auf verschiedenen Baustellen. Sie sparen damit viel Geld, der einzelne Bauherr überblickt die Konsequenzen jedoch nicht.

VPB-Bauherrenberater empfehlen, am besten ein konkretes Datum für den Baubeginn und die Fertigstellung in den Vertrag aufzunehmen. Außerdem raten sie den Bauherren dazu, eine Vertragsstrafe auszuhandeln, damit der Schlüsselfertiganbieter ein Interesse an der Einhaltung der Termine hat. Solche Vertragsstrafen haben allerdings auch ihre Haken und Ösen. Bauherren sollten sich dazu vorab genau beraten lassen, damit sich die Vereinbarungen zum Schluss nicht zu ihren Lasten auswirken.

Manche Dinge muss der Bauherr aber auch selbst erledigen, damit es nicht zu Verzögerungen kommt. Dazu gehört die Vorlage der Finanzierungsbestätigung - sofern vertraglich vereinbart. Liegt sie nicht rechtzeitig vor, sind Verzögerungen sogar berechtigt. Weil es beim Bauen um viel Geld geht, sollten sich Bauherren vor Vertragsabschluss von einem unabhängigen Experten erklären lassen, was sie unterschreiben. Dabei erfahren sie auch, was sie selbst während der Bauzeit alles beachten und erledigen müssen, und sie bekommen eine realistische Einschätzung, wann sie tatsächlich mit dem Einzug rechnen können.

Die Studie "Schlüsselfertig Bauen - Die Bauverträge mit privaten Bauherren in der Praxis" kann im VPB-Shop bestellt werden. Sie kostet zehn Euro plus Versand.


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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Der Verband privater Bauherren e.V. ist der älteste Verbraucherverband für Bauberatung und Bauherrenschutz in Deutschland. In unseren Regionalbüros finden Sie Baufachleute, die für unsere Mitglieder als Bauberater, Baubetreuer, Baugutachter, Bauexperte und Bausachverständiger fungieren. Neben der Baubegleitung gehört auch die Baubegutachtung, die Erstellung von Baugutachten und die Bauinspektion zu den Aufgaben unserer Bauexperten.