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Presseinformation – Serviceartikel
Stichwort: Baukontrolle ETW


VPB: Laufende Baukontrolle ist auch bei Eigentumswohnungen sinnvoll


BERLIN. Eigentumswohnungen sind der erste Schritt in den Immobilienbesitz. Vor allem in Städten sind sie beliebt bei jüngeren Menschen, aber auch bei Älteren, die sich im Ruhestand noch einmal räumlich verkleinern möchten, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Entsprechend gefragt sind innerstädtische Neubauanlagen, vor allem in Wachstumsregionen, bei denen die Käufer mit Wertsteigerungen rechnen können.

Wo starke Nachfrage herrscht und die Bauträger sich die Käufer aussuchen können, da bleibt der Verbraucherschutz oft auf der Strecke, konstatiert der VPB. Zum Beispiel bei den Verkaufsmethoden. Oft werden die Wohnungen am Wochenende an Infoständen mitten im Baugebiet angeboten und direkt vermarktet. Die Leute stehen Schlange, und wer Glück hat, der bekommt eine Wohnung.

Bauträger, die große Wohnblöcke errichten, haben kein Interesse daran, sich im Vorfeld mit kritischen Bauherrenfragen auseinanderzusetzen, beobachten VPB-Berater seit langem. Sie müssen es auch gar nicht, solange der Andrang so groß ist und die Käufer bedingungslos alles akzeptieren, um überhaupt eine der begehrten Wohnungen zu ergattern.

Dabei wäre es ideal, wenn Käufer den Vertragsentwurf vor der Unterschrift vom unabhängigen Experten prüfen ließen. Dazu haben sie tatsächlich auch 14 Tage Zeit. Solange vor der Beurkundung muss nämlich der Notar ihnen die Verkaufsunterlagen zukommen lassen. Zeit genug also, zu prüfen, welche Überraschungen der Vertrag vielleicht birgt. Bei der Vertragskontrolle fallen den VPB-Beratern zum Beispiel Lücken im Angebot auf. Selbst wenn die Käufer entschlossen sind, die Wohnung zu kaufen, erfahren sie dann wenigstens, worauf sie sich einlassen.

Gerade der Kauf vom Bauträger birgt besondere Gefahren: Bleibt der Bau wegen Insolvenz stecken, kann der Käufer einerseits nicht vom Vertrag zurücktreten, ohne sein bisher gezahltes Geld zu riskieren. Andererseits kann ihn die Bank des Bauträgers in der Regel mit der Auszahlung des Gegenwerts der Bauruine abspeisen, egal, wie viel er tatsächlich schon bezahlt hat. So oder so kann der Käufer die Wohnung also gegen seinen Willen und mit Verlust verlieren. Deshalb ist es wichtig, vorab Vertrag und vor allem Zahlungsplan prüfen zu lassen und Abschlagszahlungen wirklich nur entsprechend dem Baufortschritt zu überweisen.

Auch Einzugstermine sind für Bauherren sehr wichtig, denn sie richten ja ihre Pläne danach, etwa die Kündigung der alten Mietwohnung und den Umzug. Verzögerungen sind jedoch Usus: Acht Wochen gelten als völlig normal. Das sollten Käufer deshalb grundsätzlich als Puffer einplanen, empfehlen VPB-Experten.

In der Regel melden sich Käufer von Eigentumswohnungen beim unabhängigen Bausachverständigen aber erst, wenn es auf der Baustelle hakt, beobachten VPB-Berater. Etwa, wenn sie am Wochenende vorbeischauen und merken, der Bau kommt nicht voran, obwohl sie schon viel Geld überwiesen haben. Oder wenn sie feststellen, ihre Sonderwünsche werden ignoriert. Klassisches Beispiel sind die Steckdosen: Viele Bauherren machen sich Mühe mit der individuellen Planung. Wird die dann ignoriert, werden sie stutzig.

Und wie hilft der Bausachverständige bei der Eigentumswohnung? Gemeinsam mit dem Käufer gehen die VPB-Bausachverständigen über die Baustelle und prüfen, ob der Verdacht des Bauherrn zutrifft. Ist das der Fall, schreiben sie zunächst ein Protokoll, das der Bauherr an den Bauträger schicken kann, mit der Bitte um Erledigung. Oft klappt das, mitunter auch nicht. Etablierte Firmen sind natürlich eher auf ihren guten Ruf bedacht und bemühen sich, Mängel zu beheben. Voraussetzung ist natürlich, jemand weist sie auf die Probleme hin. Stellt sich eine Firma stur, raten die Experten auch schon einmal dazu, einen Baurechtsanwalt einzuschalten.

Bis zur Bauabnahme kommen so, je nach Objekt um die vier Baukontrollen zusammen. Wichtig ist dabei immer die Abnahme. Sind die während der Bauzeit beanstandeten Mängel bis dahin nicht behoben, raten VPB-Sachverständige dazu, die Wohnung nur unter Vorbehalt abzunehmen. Damit wahren Bauherren ihr Recht auf Nachbesserung. Die laufende Baukontrolle gilt dabei stets dem gesamten Gebäude. Die Käufer haben ja nicht nur am Sondereigentum Interesse, sondern stehen, als Mitglieder der Eigentümergemeinschaft, auch für das Gemeinschaftseigentum gerade. Oft werden dabei mehrere Eigentümer gleichzeitig beraten und betreut. Sie haben in der Regel die gleichen Probleme - und gemeinsam mehr Durchsetzungskraft. Dabei gilt grundsätzlich: Je früher die Bauherren zur Beratung kommen, umso mehr kann der unabhängige Sachverständige für sie tun.


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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Der Verband privater Bauherren e.V. ist der älteste Verbraucherverband für Bauberatung und Bauherrenschutz in Deutschland. In unseren Regionalbüros finden Sie Baufachleute, die für unsere Mitglieder als Bauberater, Baubetreuer, Baugutachter, Bauexperte und Bausachverständiger fungieren. Neben der Baubegleitung gehört auch die Baubegutachtung, die Erstellung von Baugutachten und die Bauinspektion zu den Aufgaben unserer Bauexperten.