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Experteninterview Wärmepumpe






Interview mit Dipl.-Ing. Thomas Weber,
Bausachverständiger und Leiter des VPB-Regionalbüros Fulda



Wärmepumpe muss zum Haus passen

Wenn es um das Energiekonzept eines Gebäudes geht, spielt die Wärmepumpe eine immer größere Rolle. Allerdings nicht immer die richtige, wie der Ingenieur und VPB-Bausachverständige Thomas Weber kritisiert.


Frage:
In den neuen, energieeffizienten Häusern sind strombetriebene Wärmepumpen mittlerweile Standard. Sie haben sich unlängst kritisch zum Einbau dieser Maschinen geäußert. Die Anschaffung gehe häufig am Bedarf vorbei. Wieso?

Antwort:
Wärmepumpen sind mittlerweile zwar Stand der Technik – also eine Möglichkeit, Heizenergie für ein Gebäude zu liefern. Aber die Wahl ist keineswegs immer sinnvoll. Aus meiner Erfahrung als Sachverständiger des Verbands Privater Bauherren weiß ich: Eine Wärmepumpe ist oft ein Fehlkauf.


Frage:
Warum? Greifen die Bauherren zum falschen Modell?

Antwort:
Das auch. Ob eine Wärmepumpe effizient ist, liegt an einer Reihe von Faktoren: der Arbeitszahl, der Leistungszahl und der Vorlauftemperatur. Angaben zu nur einem dieser Merkmale sagen nichts über die Gesamtleistung. Außerdem gibt es ja verschiedene Wärmeaggregate: die Sole-Wasserpumpe, die Wasser-Wasserpumpe, die Abluft-Wärmepumpe und die Luft-Wasser-Wärmepumpe.


Frage:
Welches ist das am häufigsten gewählte Modell?

Antwort:
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, da sie keine aufwendigen Bohrungen erfordert. Für sie ist der Aufwand am geringsten, baulich wie finanziell. Mit Anschaffungskosten von 1000 bis 1300 Euro pro Kilowatt (kW) benötigter Heizleistung ist sie am günstigsten.


Frage:
Aber nicht günstig genug?

Antwort:
Ja, oftmals nicht. Wärmepumpen eignen sich gut für Gebäude mit einem Heizleistungsbedarf von 10 Kilowatt und weniger. Rechnen wir mal mit einer Heizlast von 10 Kilowatt. In diesem Fall kostet die Luft-Wasser-Wärmepumpe um die 13000 Euro. Dazu kommen noch die jährlichen Betriebskosten von etwa 1100 Euro. Eine Gasbrennwerttherme kostet um die 4500 Euro, die Betriebskosten liegen bei 1800 Euro. Das sind 700 Euro mehr. Der Kauf einer Wärmepumpe lohnt sich also etwa nach zwölf Jahren, wenn wir mal die Zinsen außer Acht lassen.


Frage:
Das hört sich so an, als würden Sie einer Gasbrennwerttherme den Vorzug geben?

Antwort:
Wenn ein Anschluss ans Gasnetz besteht, ist das aus meiner Sicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten in der Regel die günstigste Lösung. Auch für einen wassergeführten Pellet-Ofen spricht einiges. Neben dem Preis übrigens auch die Tatsache, das Holz ein regionaler und vor allem nachwachsender Rohstoff mit einer sehr guten Kohlendioxidbilanz ist.


Frage:
Und wann lohnt sich die Wärmepumpe?

Antwort:
Das muss man im Einzelfall mit einer unabhängigen Energieberatung prüfen. Pauschale Empfehlungen helfen nicht weiter. Das gilt ganz grundsätzlich, gleich welches Energiekonzept man favorisiert. Ist zum Beispiel im Zuge der Baumaßnahmen auf dem Grundstück ohnehin ein Aushub nötig, dann kann sich durchaus auch der Einbau einer Wärmepumpe vergleichsweise unaufwendig erledigen lassen, für die Bodenarbeiten nötig sind.


Frage:
Welche Bedingungen müssen noch erfüllt sein, damit der Einsatz einer Wärmepumpe effizient ist?

Antwort:
Dass es ein Gebäude mit einem geringen Heizwärmebedarf sein muss, ist klar. Das Haus sollte über Fußboden- und/oder Wandheizung verfügen, denn diese laufen mit geringen Vorlauftemperaturen. Allerdings taugt die Wärmepumpe nicht zur Warmwasserbereitung. Um größere Mengen warmen Wassers mit einer Temperatur von mindestens 50 Grad zu liefern, ist die Wärmepumpe nicht geeignet. Das sollte man auch wissen.


Frage:
Die Wärmepumpe steht aber für erneuerbare Energie, das macht sie für viele Bauherren attraktiv.

Antwort:
Es kommt wohl auf den Schwerpunkt an, den jemand hat. Wenn man die Investition nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, wird man sich sicher dagegen entscheiden. Wer sich in seinem Haus unabhängig von fossilen Brennstoffen machen möchte, wird womöglich zu einem anderen Ergebnis kommen. Manche beruhigt es auch, dass sie mit der strombetriebenen Wärmepumpe kein Feuer mehr im Haus haben und der Schornsteinfeger nicht mehr zu kommen braucht.


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Ergänzende Informationen finden Sie u.U. hier:
Thermografie - Bauvertrag - Bauberater - Bausachverständiger - Verbraucherverband - Baufachleute - Blower-Door-Test - Energieberatung

 

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