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"ABC des barrierearmen Bauens"


Wer als alter Menschen selbstbestimmt zu Hause wohnen möchte, der sollte seine eigenen vier Wände rechtzeitig barrierearm umbauen. Dazu hat Ihnen der VPB ein Glossar der wichtigsten Begriffe rund ums "Barrierearmes Bauen" zusammengestellt.

Abstand
Apfelbaum
Assistenzsysteme
Badezimmerböden
Behinderungen
Beratung
Bewegungsfläche
Bewegungsmelder
Courtage
DACAPO
DAISY
Dienstleistungen
Elektrorollstühle
Esstisch-Beleuchtung
Fensterputzen
Fußabsteifer & Fußmatten
Garagentor
Gartenwege
Handlauf
Handwerkerleistungen
Hausarzt
Hauseingang
Hochbeete
Immissionen
Immobilienkauf
Jahresabrechnung
Kinderzimmer
KfW-Mittel
Kontraste
Kostenvoranschlag
Leibniz
Licht
Lichtschalter & Türdrücker
LOUIS
Materialwahl
Möbel
Nebenkosten
Orientierung
Pflege- & Reinigungsmittel
Qualität
Rheuma
Rohbauöffnung
Schallschutz
Service
Stolperkanten
Technik
Teppich
Toiletten
Treppenlift
Türgriffe
Umzug
Unfälle
Videokamera
Vordach
VPB-Einstiegspaket
Waschmaschine defekt
Wendeltreppen
Wippen
Xing & Co
Yahoo & Co
Zuschüsse & zinsgünstige Darlehen


A

Abstand
Ältere Menschen sind meist nicht mehr so beweglich wir junge. Sie sollten deshalb überall mehr Bewegungsfläche und größere Abstände einplanen. Ein typisches Beispiel ist der Abstellplatz fürs Auto. Wer sein Haus barrierearm umbaut oder einen Alterssitz sucht, der sollte auf den entsprechend großen Stellplatz achten. Der ideale Stellplatz, den auch noch Menschen mit Rollstuhl gut benutzen können, ist fünf Meter lang und drei Meter breit. In Doppelgaragen reicht eine Gesamtbreite von fünfeinhalb Metern. Stehen die Autos dann jeweils am Rande, bleibt in der Mitte ein Abstand von 1,50 Metern – genug Platz zum Rangieren mit dem Rollstuhl.


Apfelbaum
Bäume sind etwas Wunderbares, und wer sie in jungen Jahren gepflanzt hat, der kann im Alter gut darunter sitzen und sich ausruhen. Gefährlich werden Bäume nur zur Erntezeit, wenn der Senior auf der alten Leiter in die Krone klettert, um die Früchte zu pflücken. Stürze bringen schon junge Menschen in die Notfallambulanz, aber sie erholen sich nach Brüchen und Operationen meist schneller wieder. Je älter der Mensch, umso brüchiger und poröser sind seine Knochen, umso langwieriger und problematischer ist die Reha. Stürze sollten deshalb unbedingt vermieden werden. Kluge Senioren pflanzen kleinbleibende Apfelbäume, benutzen einen Apfelpflücker mit Teleskopstab oder heuern Hilfe für die Apfelernte an. Haushaltsnahe Dienstleistungen, und dazu zählt auch der Gartenhelfer, können steuerlich geltend gemacht werden. Siehe VPB-Ratgeber "Steuern sparen mit Handwerkerrechnungen".


Assistenzsysteme
Mit dem Alter kommen Altersbehinderungen. Dazu zähen die schwindende Kraft und nachlassende Beweglichkeit, das eingeschränkte Gesichtsfeld, verminderte Seh- und Hörfähigkeit. Diese Fähigkeiten sind nötig, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Industrie hat inzwischen Assistenzsysteme entwickelt, die auch Älteren noch sicheres, komfortables Fahren erlauben – vorausgesetzt, sie nutzen sie und ihr Arzt bescheinigt ihnen Fahrtauglichkeit. Gerade Ältere neigen aber dazu, statt ein neues, technisch modernes Auto zu kaufen, lieber aus Sparsamkeit das alte weiter zu fahren. Sie verzichten damit auf wertvolle Alltagshilfen.


B

Badezimmerböden
Wichtig im Bad ist der Boden! Er sollte schick aussehen, pflegeleicht sein und vor allem rutschfest. Geeignet sind Bodenfliesen aus Keramik oder Naturstein mit entsprechender Oberfläche. Beliebt sind auch Holzböden. Spezielle, für Feuchträume geeignete Holzböden trotzen der Nässe, bleiben trittsicher und lange in Form. Praktisch unverwüstlich sind Naturkautschukböden. Auch sie gibt es mit rutschfester Oberfläche.


Behinderungen
Im Zusammenhang mit Älteren ist immer wieder die Rede von "Behinderungen". Und gerade ältere Menschen suchen den Grund für ihre zunehmend eingeschränkte Selbstständigkeit in der Regel bei sich selbst. Experten wissen aber, dass die meisten nicht behindert sind, sondern behindert werden! Erheblichen Anteil an diesen Behinderungen haben bauliche Barrieren: gefährliche Stolperschwellen, überflüssige Einzelstufen, fehlende Schrägen und Geländer, schlecht belichtete Treppen, mangelnde Beleuchtung, Türen, Fenster und Rollläden, die sich nur mit viel Kraft öffnen lassen. Älteren, Schwächeren und tatsächlich Behinderten wird das Leben unnötig schwer gemacht. Durch falsche Planung, aber auch durch eigene Hilflosigkeit. Gerade Ältere stehen sich oft selbst im Weg. Ein typisches Argument: Ich brauche keine elektrischen Rollladenheber, das kostet nur unnötig Strom. Mag sein, aber die Investition erleichtert das Leben und erhält die Unabhängigkeit. Gegenargument: Macht sich der Enkel Gedanken über Vernunft und Unvernunft seines Stromverbrauchs, wenn er stundenlang hinter der Spielekonsole verbringt?


Beratung
Wer setzt sich schon gerne mit dem eigenen Alter auseinander, mit körperlichem Verfall und möglichen Behinderungen? Niemand! Aber vieles verliert seinen Schrecken durch Information. Deshalb sollten sich ältere Menschen beizeiten mit dem Thema barrierarm bauen beschäftigen. Ein idealer Einstieg ist das "VPB-Einstiegspaket 70+ barrierearm".


Bewegungsfläche
Wer neu baut, der hat es leicht, er kann von Beginn an überall im neuen Heim sogenannte Bewegungsflächen einplanen, das sind Flächen, die der Rollstuhlfahrer braucht, um in der Wohnung bequem zu rangieren. Experten empfehlen 1,20 Meter mal 1,20 Meter für den Elektrorollstuhl. Das ist großzügig bemessen, viele Menschen kommen mit weniger Platz aus. Auch die KfW gibt in ihren Förderprogrammen teilweise geringere Flächen vor, etwa im Sanitärbereich. Bewegungsflächen sollten sinnvollerweise hinter jeder Tür vorgesehen werden, aber auch vor Schränken, Bett, Sofa, in der Küche und im Bad. Im bestehenden Haus sind Bewegungsflächen nachträglich nicht mehr ohne weiteres einzuplanen, aber es geht, wenn beispielsweise Räume zusammengelegt oder Wände versetzt und Türen andersherum angeschlagen werden. Betroffene sollten sich dazu einen erfahrenen Berater holen. Hilfreich für die Vorbereitung ist auch der VPB-Leitfaden "Vorbauen und Umbauen: barrierearm und altersgerecht".


Bewegungsmelder
Hilfreich im Garten sind Bewegungsmelder, die automatisch Leuchten einschalten, sobald jemand ihren Umkreis betritt oder befährt. Lichter sollten alle Wege vor und ums Haus beleuchten: den Weg zwischen Gartentor, Garage, Carport und Haustür, wie auch alle Wege im Garten, zu den Mülltonnen und zur eventuell außen liegenden Kellertreppe.


C

Courtage
Viele Menschen finden ihren Alterssitz in den Annoncen örtlicher Makler. Das heißt: Zusätzlich zum Kaufpreis für die Immobilie müssen sie meist auch die Maklergebühr bezahlen. Diese Provision oder Courtage wird nach der Protokollierung des Kaufvertrags beim Notar fällig. Je nach Vereinbarung stellt der Makler zwischen drei und sechs Prozent des Kaufpreises in Rechnung – zuzüglich der gesetzlich geltenden Mehrwertsteuer. Der Käufer zahlt in der Regel die Courtage. Das hat sich eingebürgert, ist aber keine Vorschrift. Ob der Verkäufer einen Teil der Provision übernimmt, das ist Verhandlungssache.


D

DACAPO
Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) bietet unter dem Namen DACAPO blinden und sehbehinderten Musikern unter anderem die Übersetzung von Noten in Braille an. Moderne Technik und vielfältige Dienstleistungen im Internet werden ständig weiterentwickelt und erleichtern vielen Menschen mit Behinderungen den Alltag. Mehr unter www.dzb.de


DAISY
DAISY ist nicht nur die englische Bezeichnung für Gänseblümchen, DAISY ist auch die Abkürzung für Digital Accessible Information System. DAISY wurde 1992 in Schweden erdacht und wird heute von vielen Blindenbüchereien weltweit weiterentwickelt. DAISY ist in erster Linie ein digitales Abspielgerät für Hörbücher, kann aber mit dem PC verbunden und als Lesegerät für Sehbehinderte benutzt werden. Die verschiedenen Varianten und Geräte werden technisch ständig weiterentwickelt, ebenso wie das Hörbuch- und Textangebot, das auf DAISY läuft.


Dienstleistungen
Haushaltsnahe Dienstleistungen helfen gerade Senioren, Geh- und Sehbehinderten bei der Bewältigung des Alltags. Dazu zählen beispielsweise Gartenpflege, Hausreinigung, Fensterputzen, alles Dinge, die älteren Menschen mitunter schwer fallen. Wer Steuern bezahlt, der kann haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen. Mehr dazu im VPB-Ratgeber "Steuern sparen mit Handwerkerrechnungen".


E

Elektrorollstühle
Elektrische Rollstühle gelten als Kraftfahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVZO). Das gilt auch für Zimmer- Elektrorollstühle, sofern sie im öffentlichen Bereich benutzt werden. Dann muss der Elektrorollstuhl, wie jedes andere Fahrzeug auch, eine funktionierende Beleuchtung haben, mit Fahrscheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und Reflektoren. Je nach Geschwindigkeit müssen die Elektrorollstühle sogar eine Betriebserlaubnis haben und haftpflichtversichert sein.


Esstisch-Beleuchtung
Wie in der Küche und am Arbeitsplatz, so spielt auch am Esstisch die Beleuchtung eine wichtige Rolle: Das Auge isst mit. Und damit das Essen auch unter Kunstlicht natürlich und appetitlich wirkt, müssen die Leuchten über dem Esstisch nicht nur stark genug sein, den Tisch zu erhellen, sondern sie sollten auch angenehmes Licht verbreiten und die Farben des Essens originalgetreu wiedergeben. Außerdem sollten die Leuchten nicht blenden. Idealerweise hängen sie 60 Zentimeter über der Tischplatte.


F

Fensterputzen
Delegieren Sie Hausarbeiten, bei denen Sie auf die Leiter müssen! Die Rechnung des Fensterputzers beispielsweise können Sie als haushaltsnahe Dienstleistung von Ihrer Steuer absetzen.


Fußabsteifer und Fußmatten
Stolperschwellen sind im Alter besonders gefährlich. Wer diese Barrieren in seinen vier Wänden reduziert, der sollte am Eingang anfangen und lose liegende Fußmatten verbannen. Ideal sind im Eingang schwere Fußabstreifer oder Matten, die in einer Vertiefung liegen und so eine Ebene mit dem Boden bilden. Ganz schlecht ist die Angewohnheit vieler Hausfrauen, den Putzlappen am Eingang liegen zu lassen. Wer auf den losen Lappen tritt, der läuft Gefahr, darauf auszurutschen. Im Alter kann das zu bösen Knochenbrüchen führen.


G

Garagentor
Nichts geht über ein bisschen Komfort: Wer eine Garage hat, der sollte sich auch ein automatisches Garagentor leisten, und vielleicht sogar ein elektrisches Gartentor. Dann muss er bei Regen nicht mehr aussteigen. Gegebenenfalls kann man diese Dinge baulich vorsehen und später nachrüsten.


Gartenwege
Je älter ein Garten ist, umso unebener und gefährlicher wird er. Bäume wachsen und ihre Wurzeln drücken Wege und Treppenstufen hoch. Dabei entstehen auf den Wegen gefährliche Löcher und Stolperschwellen. Wer sein Haus fürs Alter umrüstet, der sollte auch den Wegen und Treppen im Garten Aufmerksamkeit zollen. Bodenbeläge im Freien müssen eben verlegt werden und rutschfest sein. Die Fugen dürfen nur schmal ausgebildet werden, damit Räder und Stockspitzen nicht darin hängen bleiben können. Wichtig ist die geschlossene Oberfläche, Rollstuhlfahrer sollten die Wege ohne Erschütterungen fahren können. Geeignet sind wassergebundene Decken, Plattenbeläge, Asphalt, Beton, Kunst- und Natursteinplatten. Bei Wegen im Garten darf das Längsgefälle drei und das Quergefälle zwei Prozent nicht überschreiten. Das beliebte Kleinmosaikpflaster ist kein guter Belag für Ältere und Behinderte. Auch Kies bietet unsicheren Füßen und schmalen Rädern keinen ausreichenden Halt. Besser geeignet sind glatte und dennoch rutschfeste Beläge, wie etwa Natursteinplatten oder Klinker. Auch Holz, allerdings nur mit sehr schmalen Abständen montiert, eignet sich für Terrassen, Wege und Vorplätze. Wer seinen Garten aufs Alter vorbereitet, der sollte auch die Wege beachten und sie gegebenenfalls reparieren lassen. Diese Reparaturen sind als Handwerkerleistungen steuerlich abzugsfähig!


H

Handlauf
Unentbehrlich für eine sichere Treppe sind Handläufe – im Seniorenhaushalt werden sie am besten auf beiden Seiten der Treppe montiert. Die Handläufe sollten auch nicht erst auf der Höhe des Antritts beginnen, sondern etwa dreißig Zentimeter vorher. Dadurch können sich die Treppenbenutzer oben wie unten schon vor der ersten Stufe festhalten. Das gibt Sicherheit, erleichtert aber auch die Orientierung. Handläufe sollten drei bis viereinhalb Zentimeter Durchmesser haben und in 85 Zentimeter Höhe montiert werden. Ideal für Sehbehinderte: Der Handlauf sollte über der ersten und letzten Stufe einen Knick haben und das Ende beispielsweise mit einer Kugel markiert sein. So erkennen auch Menschen, die schlecht sehen, schnell, wo sie sich im Treppenverlauf befinden.


Handwerkerleistungen
Wer im Haus umbauen, das Bad barrierefrei modernisieren oder die Rollladengurte elektrifizieren lässt, der kann die dafür nötigen Handwerkerstunden steuerlich absetzen. Wichtig: Absetzbar sind nur Arbeitsleistung, die Anfahrt und die Mehrwertsteuer, die auf Anfahrt und Arbeitszeit entfällt. Nicht absetzen dürfen Steuerpflichtige die Materialkosten! Und: Wer Geld aus einem Fördertopf bekommt, der kann die Handwerkerleistungen nicht noch einmal zusätzlich steuerlich geltend machen. Es geht nur entweder Fördermittel oder steuerliche Absetzbarkeit!


Hausarzt
Die Suche nach einer altersgerechten Immobilie, sei es ein Haus oder eine Seniorenwohnung, könnte – und sollte vielleicht – beim Hausarzt beginnen. Er hilft bei der Klärung der wichtigen Frage: Welche Gebrechen habe ich und wie werden sie sich weiterentwickeln? Welche körperlichen Einschränkungen kommen damit in Zukunft auf mich zu? Werde ich noch eine absehbare Zeitspanne selbstbestimmt alleine wohnen können? Und welche baulichen Vorrausetzungen brauche ich dazu? Während der Hausarzt den Krankheitsverlauf einschätzen kann, weiß der VPB-Sachverständige, wie die Wohnräume konzipiert sein müssen, damit der Betroffene dort lange selbstständig wohnen und wirtschaften kann.


Hauseingang
Licht bringt Sicherheit und lässt ein schönes Entree in dunklen Abendstunden einladend wirken. Licht am Hauseingang muss aber vor allem Bewohnern und Gästen den Weg zur Haustür erhellen und darf nicht blenden. Leuchten an Hauseingängen sollten mit Zeitschaltuhren versehen sein oder mit Bewegungsmeldern, die sich automatisch einschalten, sobald jemand in ihren Einzugsbereich tritt. Ganz wichtig: Kranke und ältere Menschen sind gelegentlich auf den Arzt angewiesen. Damit der in dunkler Nacht sein Ziel findet, sollten beleuchtete Nummern den Weg zur Haustür weisen. Natürlich muss die Hausnummer auch gut sichtbar sein, deshalb: regelmäßig freischneiden lassen!


Hochbeete
Gärtnern macht Spaß und hält in gewisser Weise auch körperlich fit. Wer im Rollstuhl sitzt, oder wegen seines Alters nicht mehr so beweglich ist, der kann sich ein Hochbeet anlegen, das lässt sich bequem im Sitzen oder im Stehen pflegen. Für Rollstuhlfahrer ist ein unterfahrbares Hochbeet ideal – das hat vorne keine hinderlichen Beine und in der Mitte genug Erde, damit auf dem Beet auch etwas wächst.


I

Immissionen
Immissionen sind Beeinträchtigungen wie Lärm oder schlechte Luft. Sie machen vielen Menschen zu schaffen, ganz besonders Älteren. Zum einen, weil sie generell empfindlicher und anfälliger sind, zum anderen, weil ältere Menschen den Tag weitgehend zu Hause verbringen. Und wer den ganzen Tag zu Hause ist, vielleicht sogar bettlägerig, der ist den Immissionen in der Nachbarschaft permanent ausgesetzt und kann ihnen nicht mehr entkommen. Deshalb: Wer sich schon bei der ersten Besichtigung am lauten Bolzplatz gegenüber stört, wer bei jedem vorbeifahrenden Laster zusammenzuckt und sich innerlich über jeden Tiefflieger aufregt, der sollte sich lieber eine andere Immobilie suchen – solange er noch fit und dazu in der Lage ist. Bei Heimplätzen dürfen die Interessenten mitunter vorher Probewohnen. Das ist eine gute Idee.


Immobilienkauf
Statt für einen Umbau der eigenen Immobilie entscheiden sich mehr und mehr Senioren im Alter für den Umzug in eine neue oder sogar eine speziell für Senioren geeignete Immobilie. Dabei ist Vorsicht geboten, denn nicht alles, was als "seniorengerecht" vermarktet wird, ist auch für jeden sinnvoll: Wer sehbehindert ist, aber gut zu Fuß, der braucht keinen Lift. Deshalb: Immer erst zum Arzt und klären, mit welchen Behinderungen in Zukunft zu rechnen ist, dann zum Bausachverständigen, der hilft das passende Objekt zu suchen, danach zum Notar. Mehr zum Kaufablauf und Prozedere beim Notar lesen Sie im VPB-Ratgeber "Immobilienkauf beim Notar".


J

Jahresabrechnung
Viele Senioren ziehen vom Haus in eine kleinere, pflegeleichtere Eigentumswohnung. Mit dem Kauf einer Eigentumswohnung werden sie Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Damit sind Rechte und Pflichten verbunden, die das Wohneigentumsgesetz WEG regelt. Fester Bestandteil der Regelungen ist die Jahresabrechnung, die der Verwalter vorlegen muss. Wissenswertes zum Thema finden Sie im … VPB-Ratgeber "Die Eigentumswohnung".


K

Kinderzimmer
Körperpflege spielt mit zunehmendem Alter, bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Immobilität eine wichtige Rolle. Möglicherweise wird das Badezimmer eines Tages sogar zum Therapieplatz. Oft muss das Bad dann erweitert werden. Mehr Platz bringt zum Beispiel der Umbau eines nicht mehr benötigten Kinderzimmers zum Großbad. Meist liegt es ohnehin neben dem Badezimmer. Fallrohre und Wasserleitungen können dorthin verzogen werden.


KfW-Mittel
Die bundeseigene KfW-Bank vergibt Darlehen und gewährt Zuschüsse zu zahlreichen Sanierungs- und Umbauprogrammen, auch für den altersgerechten Umbau von Immobilien. Die Bedingungen und Programme werden regelmäßig angepasst und aktualisiert. Deshalb ist es sinnvoll, sich einen unabhängigen Sachverständigen zu suchen, der sich mit der Materie auskennt und auch bei den KfW-Programmen auf dem Laufenden ist. Die VPB-Berater kennen die Programme, sie wissen, für wen sie sich lohnen, aber auch, wann ein Programm für einen Einzelnen nicht so sinnvoll ist, weil er andere Dinge benötigt als jene, die das spezielle Programm bezuschusst. Der VPB-Experte berät individuell und unabhängig.


Kontraste
Bodenbeläge im Haus sollten rutschhemmend sein, rollstuhlgeeignet und fest verlegt. Außerdem dürfen sie sich nicht elektrostatisch aufladen. Ideale Bodenbeläge für das rollstuhlgerechte Haus sind Kunststein- und Natursteinplatten, das wieder entdeckte Linoleum, Hartgummiböden, Teppiche und Holz als Parkett, Dielen oder Pflaster. Teppiche müssen vollflächig und mit antistatischem Kleber fest auf dem Estrich verankert werden. Für Sehbehinderte ist es hilfreich, wenn Bodenbeläge und vor allem Bodenfarben von Raum zu Raum variieren. Die Kontraste und fühlbaren Übergänge – etwa zwischen Stein und Teppich – erleichtern die Orientierung im Haus und geben dem Blinden oder Sehbehinderten Sicherheit.


Kostenvoranschlag
Wer umbauen oder modernisieren möchte, wer Barrieren entfernen lassen will, der sollte Aufträge nicht voreilig an den Erstbesten vergeben, sondern immer erst mehrere Kostenvoranschläge einholen, Angebote und Leistungen vergleichen. Wichtig dabei: Die Kostenvoranschläge müssen vergleichbar sein. Der Auftraggeber sollte sich die handwerklichen Leistungen genau beschreiben und die einzelnen technischen Bauteile separat auflisten lassen. Kostenvoranschläge sind in der Regel gratis, sie gehören zur Akquise. Maximal zwei Wochen braucht ein gut geführter Betrieb für ein Angebot. Muss der Handwerker zur Berechnung des Voranschlages allerdings erhebliche Vorarbeiten erledigen, dann kann das etwas kosten. Darüber sollten Bauherr und Unternehmer vorher sprechen. Bei komplizierten Umbauten lohnt es sich, einen unabhängigen Sachverständigen hinzuzuziehen. Er prüft die Situation und empfiehlt die technisch optimalen Schritte.


L

Leibniz
Im Projekt "Leibniz" werden seit 2009 Fachbücher für Blinde und Sehbehinderte aufbereitet. Federführend ist die Deutsche Zentralbücherei für Blinde in Leipzig, finanziell wird das Projekt vom Bund unterstützt. Ziel der Arbeit ist die Aufbereitung von Fachinformationen, damit Blinde und Sehbehinderte am beruflichen und akademischen Umfeld teilhaben können. Im Vordergrund steht die Entwicklung von IT-Verfahren für individuelle Übertragungsdienstleistungen von Sach- und Fachbüchern für Blinde und Sehbehinderte. Forschungsziel ist eine Software, die auch komplexe Dokumente mit Tabellen, Listen oder Abbildungen automatisiert umsetzen und an die Leser übertragen kann. Mehr dazu unter www.dzb.de


Licht
Licht bringt Sicherheit und Komfort, und Licht wird im Laufe des Lebens immer wichtiger. Schon ab 40 lässt die Sehkraft eines ansonsten gesunden Menschen drastisch nach, ab spätestens 50 braucht der Mensch deutlich mehr Licht, um kleine tägliche Aufgaben zu erledigen. Fachleute wissen: Ein 60-Jähriger braucht für die gleiche Sehleistung etwa doppelt so viel Licht wie ein 20-Jähriger. Das bedeutet: Der Bauherr wird sein Haus, wenn er dort alt werden möchte, immer wieder lichttechnisch nachrüsten müssen, damit er sicher und komfortabel wohnen kann. Dabei sollten Senioren nicht am falschen Ende sparen: Licht bedeutet Sicherheit, deshalb moderne, sparsame Leuchten anschaffen, statt einfach verbrauchsintensive Lampen abzuschalten.


Lichtschalter + Türdrücker
Wer alt wird, der ist möglicherweise eines Tages auf den Rollstuhl angewiesen. Dann wird es unter Umständen schwer, Schalter und Armaturen zu erreichen. Deshalb sollte, wer saniert und seine Räume verschönert auch immer gleich alle Schalter in der richtigen Höhe montieren lassen. Das ist kostenneutral und vernünftig. Klingelknöpfe, Lichtschalter, Türdrücker und Briefkästen sitzen ideal in 85 Zentimeter Höhe. Dort sind sie für Gehende und Fahrende gleichermaßen bequem erreichbar.


LOUIS
LOUIS steht für "Leipziger Online-Unterstützungs- und Informations-Service". Seit 1999 bietet die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) über LOUIS blinden und sehbehinderten Computer- und Techniknutzern Beratung an. Dort finden Betroffene unter anderem auch Beschreibungen der jeweils aktuellen DAISY-Geräte - und vieles mehr.


M

Materialwahl
Wer fürs Alter baut oder umbaut, der sollte bei der Materialwahl besonders vorsichtig sein. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte sind zahlreiche neue Baustoffe und Materialien entwickelt worden, die heute eingebaut werden. Von den wenigsten ist bekannt, wie sie sich zusammensetzen. Eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe gibt es nur selten. Innenraumhygieniker können heute rund 8.000 chemische Verbindungen in der Raumluft nachweisen, die je nach Konzentration und Zusammensetzung gesundheitsschädlich sein können. Die Folgen sind sogenannte wohnraumbedingte Erkrankungen. Wer sich damit im Alter nicht plagen will, der sollte die Baustoffe seines Alterssitzes sorgfältig aussuchen und sich gut beraten lassen.


Möbel
Beim Umbau oder Umzug in eine seniorengerechte Wohnung werden meist auch Möbel ausgetauscht. Wenn Sie neue Möbel kaufen, denken Sie an Ihre Bequemlichkeit! Wählen Sie Modelle, aus denen Sie gut aufstehen können, also mit einer Sitzhöhe von 40 bis 50 Zentimetern, nicht niedriger! Das gilt auch fürs Bett. Im Alter fällt das Aufstehen zunehmend schwerer. Deshalb: höhere Betten wählen!


N

Nebenkosten
Wer im Alter keine Miete zahlen muss, der hat es gut, keine Frage. Was aber viel vergessen, wenn sie Haus oder Wohnungen kaufen: Auch Eigentum kostet Unterhalt. Sowohl beim Kauf als auch beim späteren Betrieb der Immobilie fallen Nebenkosten an. Einige dieser Nebenkosten, etwa der Stromverbrauch, kann der Bewohner durch Sparsamkeit senken. Auf andere, speziell die Grundgebühren für Müll, Wasser, Kanal und Strom oder die Grundsteuer, hat er keinerlei Einfluss. Deshalb, Nebenkosten beim Kauf schon einkalkulieren. Mehr zum Thema lesen Sie im VPB-Ratgeber "Nebenkosten bei Hauskauf und -unterhaltung"


O

Orientierung
My home is my castle, lautet ein alter Spruch. Das heißt soviel wie: In meinem Zuhause bin ich sicher, da finde ich mich blind zurecht! Die Orientierung ist gerade für ältere und sehbehinderte Menschen wichtig. Zur Orientierung tragen unter anderem wechselnde Bodenbeläge, Bodenfarben und starke Kontraste bei, die von Raum zu Raum variieren. Die Kontraste und fühlbaren Übergänge zwischen den Materialien erleichtern die Orientierung im Haus und Garten und geben dem Blinden oder Sehbehinderten Sicherheit. Unentbehrlich für die sichere Orientierung im Haus ist auch die sichere Treppe mit soliden Handläufen – möglichst auf beiden Seiten. Die Handläufe sollten nicht erst auf der Höhe des Antritts beginnen, sondern etwa dreißig Zentimeter vorher. Dadurch können sich die Treppenbenutzer oben wie unten schon vor der ersten Stufe festhalten. Das erleichtert die Orientierung und gibt Sicherheit.


P

Pflege- und Reinigungsmittel
Allergiker und Asthmatiker achten auf ihre Umgebung und wissen genau, welche Stoffe sie in ihrer Wohnung vermeiden müssen. Gesunde sind oft sorglos und merken manchmal erst spät, wie ihnen zum Beispiel Pflege- und Reinigungsmittel gesundheitlich zusetzen. Experten raten deshalb nicht nur bei der Auswahl von Baumaterialien zur Vorsicht, sondern auch beim Gebrauch von Putz- und Waschmitteln, Möbelpolituren – und auch Parfums. Sie alle belasten das Raumklima bei jeder Anwendung aufs Neue und können gesundheitliche Probleme verursachen. Das muss nicht sein. Denn statt verschiedener Spezialmittel reichen zum Putzen meist schon Mikrofaserlappen, Wasser und Seife. Wer putzt, der sollte auch auf die korrekte Dosierung und Anwendung achten und lieber Pumpsprays wählen, statt Spraydosen mit Treibmitteln. Desinfektionsmittel sind im Haushalt mit ge-sunden Personen überhaupt nicht notwendig. Ein Problem für die Raumluft sind nach Erfahrung des VPB auch Duftlämpchen, Duftkerzen, Raumluftdeos und Räucherstäbchen. Sie übertönen zwar störende Gerüche, belasten das Raumklima aber zusätzlich. Besonders hartnäckig kann dabei Parfum sein. Zur Verbesserung der Raumluft hilft neben der sorgsamen Auswahl der Produkte vor allem eines: Regelmäßig und gründlich lüften, am besten viermal am Tag fünf bis zehn Minuten querlüften!


Q

Qualität
Ältere Menschen neigen dazu, moderne Techniken abzulehnen. Meist fühlen sie sich überfordert. Unter dem Motto, das lohnt sich doch gar nicht mehr, erneuern sie PC, Handy oder andere Geräte des täglichen Alltags nicht mehr, sondern nutzen diese, so lange es eben geht. Damit verlieren sie den technischen Anschluss und verbauen sich selbst den Zugang zu neuen und hilfreichen Dienstleistungen im Internet, die mehr und mehr darauf ausgelegt sind, Senioren das selbstbestimmte Leben bis ins hohe Alter und in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Wer technisch nicht mit der Zeit geht, der reduziert die eigene Lebensqualität!


R

Rheuma
Rheuma-Patienten haben meist große Probleme mit den Händen. Sie können die Finger nur unter Schmerzen bewegen. Arbeiten, die Feinmotorik erfordern sind oft gar nicht möglich. Schwer fällt auch das An- und Ausschalten von Haushaltsgeräten. Schicke Herde etwa haben heute runde Drehknöpfe. Die kann nur bedienen, wer kräftige, schmerzfreie Finger hat. Für Menschen mit Rheuma, Gicht oder Arthrose sind große Knebelschalter ideal oder ein Touch Control, bei der die Kochfelder direkt über Sensortasten auf dem Ceranfeld gesteuert werden.


Rohbauöffnung
Türen müssen 90 Zentimeter breit sein, damit ein Elektrorollstuhl hindurch passt. Wer neu baut, der sollte von Anfang an eine Rohbauöffnung von 1,01 Metern bei den Türen vorsehen. Dann bleiben, wenn die Tür samt Rahmen sitzt, noch 90 Zentimeter freie Durchfahrt. Diese Vorbereitung lohnt sich auch für junge Bauherren, die noch gar keinen Bedarf für den Rollstuhl haben, aber vorsorglich schon einmal fürs Alter planen. Sie können die große Türöffnung anfangs schmäler zumauern. Im Bedarfsfall müssen sie dann nur eine Reihe Steine unter dem Sturz herausbrechen und eine neue, breitere Tür einsetzen. Das macht weniger Arbeit und Schmutz, als wenn eine normale Tür erweitert wird und dazu der Mauerwerksverband aufgebrochen werden muss.


S

Schallschutz
Ältere Menschen hören zwar meist schlechter als junge, reagieren aber auf Lärm oft empfindlicher. Deshalb spielt Schallschutz eine wichtige Rolle in der Seniorenwohnung. Schallschutz wird im Wohnungsbau über die DIN 4109 von 1989 geregelt. Diese Norm entspricht zwar nach wie vor den sogenannten anerkannten Regeln der Technik, aber für den heute üblichen Komfortwohnungsbau gibt es bereits deutlich bessere Schallschutzdämmmöglichkeiten. Käufer neuer Eigentumswohnungen sollten sich deshalb nicht mit dem Schallschutz nach DIN 4109 abspeisen lassen, sondern sich im Vorfeld vom Sachverständigen über die technischen Schallschutzmöglichkeiten beraten lassen, damit sie auch das Optimum bekommen.


Service
Fernbedienungen, Zeitschaltuhren und programmierbare Multifunktionsgeräte erleichtern das Leben. Lassen Sie sich beraten, was es gibt, die Entwicklung geht schnell! Und denken Sie beim Kauf von Hightech immer auch an den Service. Wer wartet Ihre Anlagen? Wer hilft Ihnen gegebenenfalls (und zu vertretbaren Preisen) zuverlässig bei der Programmierung der Elektronik? Firmen, die weitere Anfahrtswege haben, sind automatisch teurer, als Unternehmer aus dem Ort. Wer springt ein, wenn das Unternehmen, das Ihre Anlage programmiert hat, insolvent wird? Denken Sie auch daran, sich nach der Installation der Haustechnik alle Gebrauchsanweisungen, Garantiekarten und Passwörter aushändigen zu lassen.


Stolperkanten
Stürze sind die häufigste Unfallursache bei Senioren. Und die meisten stürzen zu Hause, in den eigenen vier Wänden. Schuld daran sind oft Teppichkanten, kleinere Schwellen und Treppenstufen. Aber auch beim Gardinen aufhängen oder Fensterputzen fallen viele von der Leiter und verletzen sich zum Teil schwer. Beugen Sie vor: Prüfen Sie Ihr Haus immer wieder systematisch auf Stolperschwellen. Und: Delegieren Sie Hausarbeiten, bei denen Sie auf die Leiter müssen! Die Rechnung des Fensterputzers beispielsweise können Sie als haushaltsnahe Dienstleistung von Ihrer Steuer absetzen.


T

Technik
Die technische Entwicklung verspricht zunehmend mehr Lebensqualität: Bereits heute steuern viele Menschen elektrische Geräte im Haus bequem vom Sessel aus per Funk: Bei Fernseher, Video- oder Stereoanlage ist das längst Standard. Auch Leuchten gehen auf Knopfdruck an, lassen sich per Fernbedienung dimmen oder ausschalten. Das Telefon ist längst nicht mehr auf die lästige "Strippe" angewiesen, moderne PC-Systeme funktionieren ganz ohne Kabel. Strom allerdings benötigen alle diese Systeme nach wie vor, und weil inzwischen sogar die Daten aus der Steckdose kommen, ist es sinnvoll, im neuen Haus ausreichend Kabel und Kabelschächte vorzusehen. Bauherren, die Wert auf moderne Technik legen, sehen ausreichend Leerrohre vor, um flexibel auf alle technischen Neuerungen reagieren zu können.


Teppich
Teppiche sind schön und flauschig, aber sie müssen fest aufliegen. Rutschende Teppiche oder hochstehende Teppichkanten werden schnell zur üblen Stolperfalle. Wer seine Wohnung sicherer machen möchte und deshalb Teppiche entfernen und neue Böden einbauen lässt, der sollte folgendes bedenken: Trittsicher, rutschfest und pflegeleicht sollten sie sein. Vorsicht bei Stein und Fliesen: Wer viel darauf steht, der merkt das schnell an den schmerzenden Füßen. Die Beläge sind nicht elastisch, sie geben nicht nach. Weicher sind Teppichböden, Holz, Kork, Sisal oder Naturkautschuk. Übrigens: Der Austausch alter Bodenbeläge ist als Handwerkerleistung steuerlich absetzbar!


Toiletten
Wer im Bad eine neue Toilette einbauen lässt, der sollte sie seitlich nicht zu knapp neben die Wand montieren. Muss er nämlich das WC nachträglich für den Rollstuhl umbauen, braucht er seitlich Platz. Und zwar 95 Zentimeter Bewegungsfläche auf der einen Seite der Toilette und 30 Zentimeter auf der anderen Seite.


Treppenlift
Treppenlifte sind heute keine hässlichen Ungetüme mehr. Sie sind technisch ausgereift und lassen sich optisch einpassen. Die meisten Menschen kennen Treppenlifte aber nach wie vor nur aus Kleinanzeigen. Auf eine solche Anzeige hin sollte niemand einen Treppenlift bestellen. Kluge Käufer lassen sich zunächst immer mehrere Angebote machen und vergleichen dann Leistungen und vor allem Beratung. Wichtig ist die Beratung des Käufers in dessen Heim. Diese Beratung leisten seriöse Anbieter kostenlos. Dabei sollten die zukünftigen Besitzer des Treppenliftes sich die technischen Funktionen genau erläutern und die Fahrbahn und die Haltestellen des Liftes im Vorfeld detailliert skizzieren lassen. Gerade die Haltestellen sind wichtig. Dort muss der Benutzer sicher ein- und aussteigen können. Interessant ist auch die Frage, ob der neue Treppenlift die Benutzung der Treppe für Fußgänger einschränkt. Stört er? Ist er gar irgendwo im Weg? Fragen sollten potenzielle Käufer natürlich auch nach Garantiezeiten, Wartungsverträgen und -kosten, nach dem Kundendienst und, ob Umbauten zur Installation des Treppenliftes nötig sind.


Türgriffe
Türgriffe werden stets 85 Zentimeter über dem Boden befestigt. Dort sind sie auch für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. Gehbehinderte sollten statt der Klinken und Schlösser Schnappverschlüsse einbauen; sie lassen sich mit der Schulter oder dem Arm auf- und zudrücken. Vorsicht gilt bei der Montage von Schiebetürengriffen: Sie müssen über die Wandfläche, in die die Tür eingelassen ist, in den Raum ragen, damit sich der Benutzer beim Öffnen oder Schließen nicht die Finger zwischen Griff und Wand einklemmt.


U

Umzug
Wer im Alter noch einmal die Wohnung wechselt, etwa vom eigenen Haus in eine Seniorenresidenz umzieht, der kann die privaten Umzugskosten, speziell die Kosten der Spedition, als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen.


Unfälle
Das statistische Bundesamt erhebt in regelmäßigen Abständen Zahlen zu Todesursachen und Unfällen. Sie sind eindeutig: Keine Gruppe verunglückt auch nur annähernd so oft im Haushalt tödlich, wie Menschen über 65! Allein im Jahr 2011 waren es 6.859 tödliche Unfälle. Die nächstjüngere Gruppe der 45- bis 46-Jährigen hatte nur 772 tödliche Unfälle im Haus, ganz unten am Ende der Skala rangieren die, die landläufig als besonders gefährdet gelten: Kinder und Jugendliche zwischen 1 und 15 kamen "nur" 58 im Haushalt zu Tode. Das belegt: Senioren sind zu Hause top gefährdet! Haupttodesursache im Haushalt sind Stürze. Über 6.000 ältere Menschen fanden den Tod durch einen Sturz zu Hause. 156 kamen in Feuer und Flammen ums Leben, rund 40 ertranken und gut 200 Senioren erstickten im Jahr 2011. Der Sturz ist also mit Abstand die Todesursache Nummer 1 im Haushalt. Da hilft nur eines: Stolperecken, begradigen, Schwellen abbauen, Treppen sichern, Stehleitern nicht mehr benutzen! Kletterarbeiten delegieren! Haushaltsnahe Dienstleistungen sind steuerlich abzugsfähig!


V

Videokamera
Eine sinnvolle Investition im Seniorenhaushalt ist der Einbau einer Klingelanlage mit Gegensprechmöglichkeit, Videokamera und elektrischem Türöffner. Diese Anlagen lassen sich von jedem hausinternen Telefon aus bedienen: Klingelt es an der Tür, dann begutachtet der Bewohner über die Zentrale oder das Telefon den Besucher und kann entscheiden, ob er ihn hereinlassen will oder nicht. Ein preiswerter Türspion erfüllt diese Funktionen natürlich auch teilweise – aber er sitzt hoch in der Tür und ist damit beispielsweise für Rollstuhlfahrer unerreichbar.


Vordach
Ein großes, transparentes Vordach bietet Schutz vor Regen. Früher stand in der Loggia am Hauseingang meist eine Bank. Sie bot nicht nur Platz zum Abstellen von Einkaufskörben, sondern ermöglichte es den Bewohnern auch, sich beim Umziehen der Schuhe bequem hinzusetzen. Eine solche Bank wird im Alter immer wichtiger. Wer kann, der baut sich vor dem Haus einen geschützten Sitzplatz ein. Er erleichtert das Leben.


VPB-Einstiegspaket
Der VPB offeriert eine Reihe von Einstiegspaketen für angehende Bauherren und sanierungswillige Hausbesitzer. Mit dem "Einstiegspaket 70+ barrierearm" unterstützt der VPB gezielt Menschen, die eine barrierearme Immobilie bauen oder kaufen oder in einer bestehenden Immobilie Barrieren abbauen möchten. Das Einstiegspaket beinhaltet neben einem Jahr VPB-Mitgliedschaft und dem Zugang zu allen Mitgliedsleistungen vor allem die individuelle Beratung zum altersgerechten Umbau der eigenen Wohnung und zwar von den bautechnischen Gegebenheiten hin bis zu den möglichen Fördermitteln. Das VPB-Einstiegspaket ist auch ein sinnvolles Geschenk für Eltern, liebe Verwandte und Freunde ab 70. Hier finden Sie das "VPB-Einstiegspaket 70+ barrierearm".


W

Waschmaschine defekt?
Im Alter sind besonders viele Menschen auf technische Hilfen angewiesen. Waschmaschine, Küchengeräte, Geschirrspüler, ein komfortabler Herd, aber auch PC und Fernseher erleichtern das Leben erheblich. Geht ein Gerät kaputt, kann der Besitzer dessen Reparatur als "Handwerkerleistung" steuerlich absetzen. Dies gilt für alle Geräte, die in der Hausratversicherung mitversichert werden könnten. Und natürlich nur, wenn der Besitzer auch steuerpflichtig ist.


Wendeltreppen
Gehbehinderte und körperlich beeinträchtigte Menschen haben oft Probleme mit gewendelten Treppen. Jede Veränderung des Auftritts irritiert und verunsichert sie. Das gilt auch für Kinder – und für Hausfrauen, die übervolle Wäschekörbe die Treppen hinuntertragen. Gradläufige Treppen sind grundsätzlich einfacher zu steigen. Und an gradläufigen Treppen lassen sich auch Treppenlifte in der Regel leichter installieren.


Wippen
Die wenigsten Senioren sitzen im Rollstuhl, aber die meisten älteren Menschen sehen schlecht. Sehbehinderungen sind im Alter weit verbreitet. Deshalb sollten Menschen, die ihre Wohnung fürs Alter vorbereiten lassen, entsprechend planen. Schalter mit großen Wippen sind leichter zu betätigen als filigrane Kippschalter. Übrigens haben auch Menschen, die durch Parkinson, Rheuma, Gicht oder Arthrose in ihrer Feinmotorik und Beweglichkeit eingeschränkt sind, weniger Schwierigkeiten mit breiten Tasten. Die lassen sich notfalls auch einmal mit dem Ellenbogen betätigen, wenn die Finger nicht mehr gehorchen.


X

Xing & Co
Das Internet ist ein weltweites Netzwerk, in dem sich Menschen suchen, finden und ihre Gedanken austauschen können. Nicht alles, was im Internet passiert ist "Blödsinn" oder "Datenklau". Das Internet ist auch ein Netzwerk, um Gleichgesinnte zu finden und mit ihnen Informationen und Anregungen auszutauschen. Viele Senioren, gerade, wenn sie wegen ihres Alters nicht mehr so oft aus dem Hause kommen, können mithilfe von Netzwerken ihren Hobbies nachgehen und ihr Wissen up to date halten. Ein deutsches Netzwerk, das seine Mitglieder nicht behelligt und trotzdem vielfältigen Interessen entgegenkommt, ist zum Beispiel Xing. Eigentlich war das Netzwerk einmal zur Personal- und Jobsuche gedacht, aber es hat sich längst zu einer Plattform für den Informationsaustausch entwickelt. Ein vielfältig interessierter Senior, der vielleicht noch den Anschluss an seine ehemalige Berufswelt oder zu ehemaligen Kollegen halten möchte, ist hier gut aufgehoben.


Y

Yahoo & Co
"Internet braucht doch kein Mensch! Wer will schon den ganzen Tag "surfen"?" Irrtum! Wer das Internet pauschal ablehnt, der verzichtet freiwillig auf einen wichtigen und hilfreichen Bereich des täglichen Lebens. Denn gerade das Internet bietet inzwischen zahllose Dienstleistungen, die Senioren bei der Bewältigung des Alltags helfen. Dazu gehören Online-Shops, von denen vom Essen über die Balkonerde bis zur Arznei und dem Heimtierbedarf alles nach Hause geliefert wird, was das Herz begehrt. Man muss halt wissen, wie es funktioniert. Das ist aber kein Hexenwerk! Wer selbst technisch nicht fit genug ist, um diese Helfer zu bedienen, der sollte sich die Einrichtung der Programme und eine simple Anleitung dazu von seinen Kindern oder Enkeln wünschen. Die können das mit links. Viele Senioren, die fit im Internet sind, geben ihr Wissen auch gerne weiter und bieten Kurse für Gleichaltrige an. Fragen Sie bei Ihrem Seniorenbüro oder -beirat in Ihrer Kommune nach solchen Angeboten. Dort lernen Sie den Umgang mit der Suchmaschine Yahoo oder mit der Konkurrenz von Google, und Sie erfahren, was im Internet für Sie hilfreich ist – und was Sie wirklich nicht brauchen!


Z

Zuschüsse & zinsgünstige Darlehen
Mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen fördert die KfW-Bank das barrierearme Bauen. Damit können Immobilienbesitzer beispielsweise Schwellen im Haus oder zwischen Haus und Außenbereich entfernen, Wände und Durchgänge versetzen, die Küche und das Bad umbauen und vieles mehr. Die KfW passt ihre Förderbedingungen immer wieder an aktuelle Bedürfnisse an. Welche Zielgruppe und welche Baumaßnahmen jeweils gefördert werden, und ob es dafür Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen gibt, das weiß der VPB-Berater. Er hilft auch bei der Beurteilung der Bausubstanz und zeigt, wie sich Barrieren technisch sinnvoll abbauen oder beim Neubau von vornherein gleich vermeiden lassen.


Zum Download und Drucken: VPB_abc-heizen.pdf




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